Wieder erwacht

14. Juni 2019 13:20; Akt: 15.06.2019 09:10 Print

Erloschener Vulkan könnte Weltklima verändern

Der Vulkan auf der russischen Kamtschatka-Halbinsel galt lange als erloschen. Doch jetzt rumort es wieder im Inneren – mit möglicherweise "katastrophalen" Folgen.

Der Bolshaja Udina (2,920 m) ist Teil der Vulkan-Gruppe Kljutschewskaja auf der russischen Kamtschatka-Halbinsel.

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Ob es zu einem Ausbruch des Vulkans auf Kamtschatka kommt, ist ungewiss. Wenn ja, könnte er gravierende Folgen auch in weit entfernten Gebieten haben.

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Wie aus einem Werbeprospekt für Skiurlaube wirken die Berge auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten Russlands. Doch unter den Schneemassen lauert Gefahr: Ein als erloschen geglaubter Vulkan ist vor einiger Zeit wieder erwacht.

Nicht nur Russland betroffen

"Es kann jederzeit zu einem Ausbruch kommen", sagt der Vulkanologe Iwan Kulakow. Seit gut zwei Jahren stellen Wissenschaftler fest, dass die seismische Aktivität des Vulkans Bolschaja Udina in der Vulkan-Gruppe Kljutschewskaja zunimmt. Sollte er ausbrechen, könnte das verheerende Folgen haben, nicht nur in Russland.

Gefährliche Aschewolken

Vulkane, in denen es lange nicht rumorte, seien besonders gefährlich, erklärt der Wissenschaftler. "Die erste Eruption kann sehr stark und explosiv sein." Bei aktiven Vulkanen könne sich die Energie nicht im Inneren ansammeln, bei inaktiven aber schon. "Da kann eine Eruption katastrophal sein." Für die Menschen in der dünn besiedelten Umgebung werde das wohl nicht sehr gefährlich.

Folgenreich sind aber ausgestoßene Aschewolken. "Wenn sie in die Stratosphäre gelangen, können die Partikel sehr schnell in einen anderen Teil der Welt gelangen und das Klima verändern." Auswirkungen werde es dann auch auf den Flugverkehr geben. "Aschewolken sind selbst in geringer Konzentration sehr gefährlich für Flugzeuge." Asche kann die Turbine der Maschinen verstopfen.

2010 war der Vulkan Eyjafjallajökull in Island ausgebrochen. Er hatte große Mengen Asche mehrere Kilometer in die Höhe gejagt und dadurch den Flugverkehr in Nord- und Mitteleuropa zeitweise zum Erliegen gebracht.

30 Prozent Wahrscheinlichkeit

Kulakow hatte zusammen mit Kollegen aus Ägypten und Saudi-Arabien eine Studie zu dem Vulkan auf Kamtschatka erstellt und sie jüngst in der Fachzeitschrift für Vulkanologie und Geothermie veröffentlicht. Panik will er nicht verbreiten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Vulkan ausbricht, liegt bei 30 Prozent", sagt der Vizechef des Instituts für Petroleum-Geologie und Geophysik in Nowosibirsk.

Wann das – wenn überhaupt – passiert, lasse sich nicht vorhersagen. So etwas zeichne sich in der Regel erst wenige Tage vor einem solchen Ereignis ab. "Vulkanologen können Ausbrüche eine Woche im Voraus vorhersagen. Es gibt keine Langzeitvorhersagen", sagt er.

Die Wissenschaftler wollen nun weitere Messstationen um den Vulkan herum im zentralen Teil der Kamtschatka-Halbinsel aufstellen. "Das Problem aber ist, dass er weit entfernt von Straßen und Städten liegt. Um dorthin zu gelangen, benötigen wir Helikopter." Das Wetter sei allerdings nicht immer gut, berichtet der Forscher. Und: "Diese Flüge sind sehr teuer."

160 Vulkane auf Kamtschatka-Halbinsel

Von Mai bis Juli vergangenen Jahres sind 559 Erdbeben unter Bolschaja Udina registriert worden. Die Forscher änderten daraufhin die Einstufung – der Vulkan könne nicht länger als erloschen gelten. Im Februar dieses Jahr wurde unter dem Vulkan ein Erdbeben der Stärke 4,3 registriert – die stärkste seismische Aktivität in dieser Region, heißt es in der Studie.


Ausbruch des Kljutschewskoi-Vulkan nahe dem Bolschaja Udina im Jahr 2013. Aufgenommen von der ISS. (Bild: NASA)

Der Vulkan auf der Halbinsel im Nordosten Asiens ist nicht der einzige, in dem es rumort. Um ihn herum in einer Entfernung von 20 Kilometern gebe es mehr als zehn Vulkane. "Drei von ihnen sind sehr aktiv", sagt der Vulkanologe. Die 1.200 Kilometer lange und bis zu 450 Kilometer breite Kamtschatka-Halbinsel zählt rund 160 Vulkane. Es kommt immer wieder zu Ausbrüchen. Die Vulkanregion gehört zum Weltnaturerbe.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 14.06.2019 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn dieser Vulkan ausbricht

    und durch Aschewolken unser Klima beeinflusst, dann werden unsere EU rokraten sicher eine Vulkanaschesteuer erfinden um uns zur Kasse zu bitten.

  • Kim jong closed am 14.06.2019 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sperre

    Oder sie sperren die autobahnabfahrt , da würd ich's verstehen

  • Andererseits wäre am 15.06.2019 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ein kontrollierter Ausbruch

    Dieses Vulkans eine biologische Alternative zu allen anderen Möglichkeiten der Verminderung der intensivität des Sonnenlichts ;)

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Crashcar am 16.06.2019 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Die...

    ...schlimmste Langzeitgefahr ist ein "vulkanischer Winter". Dadurch reduziert sich Nahrungsmittelangebot drastisch. Die daraus resultierende Folge ist, dass sich die Menschen wegen eines Stückchens verschimmeltem Brot gegenseitig ins Gesicht schießen werden. Szenarien wie im 2. WK. Eine entsetzliche Vorstellung.

  • Desert Eagle am 15.06.2019 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube nicht, daß Vulkane

    überhaupt jemals ganz erlöschen. Nur, weil einer ein paar hundert Jahre Ruhe gibt, heißt das noch lange nicht, daß er nicht morgen erwachen kann.

  • Lars am 15.06.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Klimafanatik

    Ja genau. Man wird wieder den Menschen als Verursacher dahinstellen. Kaum einer hat wirklich eine Ahnung vom Klimaablauf. Die meisten denken ab der Zeit der industriellen Revolution bis heute. Nicht aber die Klimaveränderungen weit vor dieser Zeit. Dann würden die sehen dass das Klima immer stark schwankt. Egal ob da was von Menschen produziert wird oder nicht. Was nicht heissen soll, dass wir jetzt nicht auf Schadstoffausstoss achten sollen. Der Müll ist eher noch das grössere Problem welches nur von Menschen gemacht wird. Da hinken die meisten Länder hinterher.

  • Andererseits wäre am 15.06.2019 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ein kontrollierter Ausbruch

    Dieses Vulkans eine biologische Alternative zu allen anderen Möglichkeiten der Verminderung der intensivität des Sonnenlichts ;)

  • Kim jong closed am 14.06.2019 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sperre

    Oder sie sperren die autobahnabfahrt , da würd ich's verstehen