Fünf Punkte-Plan

08. Januar 2019 09:17; Akt: 08.01.2019 13:06 Print

AK will "Wohnbonus" für Mieter und Eigentümer

Was tun gegen die immer steigenden Wohnkosten? Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl schlägt einen Fünf Punkte-Plan vor.

Die Kosten fürs Wohnen steigen seit Jahren stärker als das Einkommen. (Bild: picturedesk.com)

Die Kosten fürs Wohnen steigen seit Jahren stärker als das Einkommen. (Bild: picturedesk.com)

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SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat einen Drei Punkte-Plan zur Senkung der Wohnkosten, die Arbeiterkammer schlägt sogar zwei Punkte mehr vor. Es sollen nicht nur Mieter, sondern auch Eigentümer und Häuslbauer entlastet werden.

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Denn die Wohnkosten seien in den letzten Jahren viel stärker gestiegen als die Einkommen, kritisiert AK-Präsidentin Renate Anderl: "Die Mieten sind praktisch explodiert." Hier die fünf Punkte:

1
"Wohnbonus"

Größter Punkt ist definitiv der von der AK vorgeschlagene "Wohnbonus", von dem Mieter und Eigentümer profitieren sollen.

Der laufende Mietzins, aber auch Kosten für den Kauf, die Sanierung oder die Kreditraten für eigengenutzten Wohnraum bis 150 Quadratmeter sollen von der Lohn- oder Einkommenssteuer abgesetzt werden können.

Menschen, die unter der Steuergrenze verdienen, sollen den Bonus als Gutschrift ausbezahlt bekommen. Laut AK-Vorschlag würde er für Einkommen bis maximal 90.000 Euro gelten.

10 Prozent der Wohnkosten eines Haushaltes, aber maximal 500 Euro, könnten so als Ersparnis erreicht werden. Der "Wohnbonus" würde laut Berechnungen der AK 60 Prozent der Österreicher zugute kommen. Neben Arbeitnehmern würden auch Selbstständige, Pensionisten und Studenten profitieren.

Dem Staat würden 1,2 Milliarden Euro an Steuern entgehen, schätzt die AK.

2
Miete-Obergrenze

Als zweiter Punkt wünscht sich die Arbeiterkammer klare Obergrenzen und eine Deckelung für Zuschläge bei Wohnungen, die älter als 30 Jahre sind (also ausfinanziert). Makler-Provisionen soll der Vermieter zahlen.

3
Kampf gegen Befristung

Wie in Deutschland zuletzt umgesetzt, will die AK auch hierzulande die Befristung von Wohnungen einschränken. Nur mehr in Ausnahmefällen soll sie erlaubt sein, das wäre eine Maßnahme gegen Spekulanten.

Privatpersonen sollen bei nachweisbarem Eigenbedarf (etwa für sich selbst oder Angehörige) weiterhin befristete Mietverträge vergeben dürfen.

4
Neues Mietrecht

Generell soll auch das Mietrecht reformiert werden. Für die AK ist es derzeit kompliziert und intransparent. Die vielen Zu- und Abschläge würden es undurchschaubar machen. Auch Gerichte kämen bei Streitigkeiten bisweilen zu unterschiedlichen Urteilen.

Dabei sollen auch gleich höhere Strafen für Mietwucher ins Gesetz geschrieben werden - verlangt einer eine zu hohe Miete soll der Mieter das Doppelte zurückbekommen.

5
Mehr geförderter Wohnbau

Als letzten Punkt wünscht sich die AK mehr geförderten Wohnbau. Die Stadt Wien gehe da in eine richtige Richtung. Bund und Länder sollen Grundstücksreserven vorrangig für geförderte Projekte verwenden.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Granouille am 08.01.2019 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    90.000 als Einkommensgrenze?

    WER bitte verdient im Jahr 90.000 und soll dann noch gesponsert werden? AK wieder mal weltfremd.

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  • Grimmiger Hans am 08.01.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Ich lese nirgends von einer Senkung der Betriebskosten?

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  • Erich Menon am 08.01.2019 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Total Weltfremd

    Wer, der unter der Steuergrenze verdient, hat eine Eigentumswohnung? Besser wäre es, Fr. Joy, bei den Wohnnebenkosten anzusetzen. Und da ist ja die Gem. Wien, die bekanntlich von Ihrer Baddei diktiert wird, ja sehr fleißig mit dem erhöhen.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Unternehmer am 10.01.2019 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    VP + FP

    unter Schüssel haben uns das Ende der Mietpreisdeckelung beschert... alles im Sinne der Vermieter aber nichts für die Mieter. Kollateralschaden für alle. Die leeren Geschäftslokale in den Strassen gehören auch dazu weil die Vermieter aus dem Vollen schöpfen wollen. Lieber ein leeres Geschäftslokal und ein leeres Geldbörsel, als billiger vermieten?

  • j.l. am 09.01.2019 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    den hab ich auch

    wohnwagen oder zelt oder höhle vielleicht auch ein erdloch oder ast

  • Kram Bam Buli am 09.01.2019 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hat uns doch die

    Schüssel-Regierung incl FP eingebrockt. Trotzdem gibts genug Wähler für diese Gfraster, weil die Wähler ja nicht so lange zurückdenken können und wenn dann warns sowieso die böösen SPler und Grünen. Blaune Logik der Fake-News-Konsumenten

  • einmieter am 08.01.2019 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Mietobergrenze führt nur zu höhere Miete

    Mietobergrenze führt nur dazu, dass man nur noch Bruchbuden zur Miete bekommt. Wenn man Mieter fördern will, muss man die wohlhabenderen Mieter wegbekommen, indem man ihnen eine Wohnbauförderung beim Kauf einer Wohnung gibt. Denn so werden Wohnungen für den Mietmarkt wieder frei. Je mehr Wohnungen am Markt sind, desto besser für die Mieter

    • Organist am 10.01.2019 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber selber ausmalen

      und einen anständigen Mietpreis, als frisch ausgemalt und ein x-faches dafür bezahlen.

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  • Nil am 08.01.2019 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Extrem

    Wohne seit nicht mal 2 Jahren in einen Mietkauf Reihenhaus und habe 2 Mieterhöhung gehabt Die erste um satte 16 % und die zweite ab Jänner um 9 % laut Vermieter sind die Betriebskosten exploriert. Genaue Angaben gibt es erst Mitte des Jahres. Werde mir jetzt selber ein Haus bauen und nicht mehr den Mietgeiern ausgeliefert sein.