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17. August 2018 18:22; Akt: 17.08.2018 18:22 Print

Die verfallenen Monumente von Abchasien

Abchasien war einst der beliebteste Ferienort der Sowjetunion. Heute ist alles zerfallen und die Häuser könnten Teil eines Horrorfilms sein.

Video: Tamedia
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Zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaukasus befindet sich Abchasien, eine einst sehr beliebte Ferienregion für die Bewohner der Sowjetunion. Reiche Sowjetbürger reisten in den 20er-Jahren jeweils für zwei Wochen im Jahr in die Region Abchasien, die mit einem angenehmen Klima und dem Meer lockte.

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Keine Feriengäste, dafür Flüchtlinge

Das Ende der Sowjetunion war auch das Ende der Ferienregion Abchasien: Als keine Besucher mehr in die Spas und Hotels kamen, zerfielen die einst majestätischen Gebäude schnell. Dazu kommt eine politische Instabilität: Seit dem Ende der UdSSR möchte Abchasien ein eigener Staat sein und nicht mehr zu Georgien gehören.

Dieser Wunsch nach Unabhängigkeit führte zu Krieg: Zwischen 1992 und 1993 kämpften abchasische Separatisten im Georgisch-Abchasischen Krieg gegen die Regierung Georgiens. Viele Bewohner flohen und lebten als Flüchtlinge in den leer stehenden Gebäuden – manche bis heute.

Vom Krieg gezeichnet

Der englische Fotograf James Kerwin besuchte Abchasien Anfang 2018. "West-Georgien und Abchasien waren einst voller wunderschöner Spas und Hotels, in denen die Russen viel Geld liegen ließen", sagt Kerwin gegenüber den Medien. "Durch Abchasien zu reisen, war surreal. Jeden Tag sind wir an den leeren Hüllen einst majestätischer Gebäude vorbeigekommen, an verlassenen Lagerhallen, Fabriken und Autos."

"Die Leute erinnern sich an den Krieg, er macht das Land sehr fragil", sagt Kerwin. Wer die surreale Schönheit des nicht anerkannten Landes selbst sehen will, der muss vorsichtig sein: Das British Foreign Office, das US State Department und auch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) raten von Reisen in die Region ab.

Zwar gilt Abchasien seit 2011 als minenfrei, Blindgänger gibt es aber immer noch. Schießereien und Entführungen sind nicht Ungewöhnliches und das Einreisen via Russland gilt in Georgien als illegaler Grenzübertritt, der mit hohen Bussen oder Gefängnis bestraft werden kann.

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(mst)

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