12 Produkte im Test

26. Februar 2019 12:20; Akt: 26.02.2019 12:24 Print

Halten LED-Birnen, was die Hersteller versprechen?

Nach den Glühbirnen verschwinden jetzt auch Halogenlampen aus dem Handel. Aber sind LEDs wirklich die Alleskönner, als die sie angepriesen werden? 12 Lampen im Test.

LED-Lampe hui, Halogenlampe pfui? Der Test. Symbolfoto (Bild: iStock)

LED-Lampe hui, Halogenlampe pfui? Der Test. Symbolfoto (Bild: iStock)

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Seit 2009 geht es ineffizient gewordenen Leuchtmitteln innerhalb der Europäischen Union an den Kragen. Nachdem erst die klassischen Glühbirnen verboten wurden, folgen im September nun auch noch Halogenlampen mit den Einschraubsockeln E27 und E14. Ist das das Ende der gemütlichen Wohnzimmer-Atmosphäre? Denn gerade in Kombination mit einem Dimmer können Glüh- und Halogenlampen für Stimmung sorgen – wie schafft man diese also in Zukunft?

Als Ersatz bleiben stromsparende LED-Lampen. Diese liegen sowieso im Trend und finden zunehmend Einzug in die österreichischen Haushalte. Neben viel Licht hat diese Entwicklung auch Schatten, denn teilweise hat die LED-Technologie noch Defizite.

12 Lampenmodelle im Test

Der aktuelle Lampentest der Informationsplattform "topprodukte.at" widmet sich deshalb besonders den dimmbaren LED-Lampen. Zwölf Lampen mit gängigen Lampensockeln standen dazu auf dem Prüfstand. Die Details:

Getestet wurden LED-Birnen mit Sockel E27, Niedervolt-Spotlampen mit Sockel GU5.3 und Mini-Birnen für eingebaute Spots mit Sockel G4. Letztere finden typischerweise in Küchen- und Badezimmermöbel Verwendung.Bei den LED-Birnen wurden Produkte getestet, die ohne zusätzlichen Dimmer über einfaches Klicken am Lichtschalter gedimmt werden können. Zum Vergleich wurde jeweils auch eine entsprechende Halogenlampe überprüft. Alle Modelle sind über den Online-Handel oder im stationären Handel leicht erhältlich.

Im Test wurden die Eigenschaften Energieeffizienz, Helligkeit, Farbtemperatur, Farbwiedergabe und Lichtverteilung in verschiedenen Dimmstufen gemessen. Die Niedervoltlampen (GU5.3 und G4) wurden bei einem und bei zwei Drittel der maximalen Lichtstärke getestet.

Lampenhelligkeit

Beim Vergleich der Messwerte mit den von den Herstellern auf der Verpackung deklarierten Lumen-Werten sorgt für gemischte Gefühle. Während die Messwerte für die LED-Birnen (E27) nur geringe Abweichungen zeigten, variieren diese bei den Spots und bei Ersatzbirnchen für eingebaute Spots deutliche – nach oben und unten. So gibt etwa der Spot von Greenline insgesamt um 15 Prozent weniger Licht ab als angegeben. Die Helligkeit der G4-Lampe von Eglo ist hingegen um fast 30 Prozent höher als auf der Verpackung ausgewiesen. Auch das kann ein Problem sein, da zu helles Licht ebenfalls als unangenehm empfunden werden kann. Die ebenfalls getesteten Halogenlampen sind hier allerdings um keinen Deut besser.

Energieeffizienz

Sowohl die Click-Dim LED-Birnen, als auch alle drei getesteten GU5.3-LED-Spots weisen gute bis sehr gute Energieeffizienzwerte auf. Bei den Birnen führt hier Osram das Feld an, an zweiter Stelle folgt die SceneSwitch Lampe von Philips, gefolgt von der Click-Dim Lampe von Linovum. Alle Lampen erreichen dabei Werte über 100 Lumen pro Watt. Die zum Vergleich getestete Halogenbirne erreicht mit knapp 14 Lumen Ausbeute nur rund ein Zehntel der Effizienz.

Mehr lesen: Diese 5 Energiespar-Mythen sind absolut falsch

Im gedimmten Zustand sind die Lampen, abgesehen vom SceneSwitch-Model von Philips, sogar noch effizienter. Die Birnen von Osram und Linovum, sowie der Spot von Trango erreichen hier Werte von annähernd 130 Lumen per Watt.

Farbtemperatur

Mit der sogenannten Farbtemperatur wird die Lichtfarbe einer Lampe in Kelvin (K) angegeben. Umso höher der Wert, umso mehr Blau-Anteil weist das Licht auf. Bei handelsüblichen Lampen wird meistens zwischen diesen drei Kategorien unterschieden:

  • Warmweiß (3.000 K oder weniger): ein gelblich-roter Farbton ähnlich dem klassischer Glühbirnen. Findet vor allem in Räumen Verwendung in denen eine gemütliche Atmosphäre gewünscht wird.
  • Neutralweiß (3.500 bis 4.500 K): das Licht wirkt noch wohnlich, aber Details können schon besser unterschieden werden. Findet etwa in Bädern und Küchen Verwendung.
  • Kaltweiß bzw. Tageslichtweiß (mehr als 5.000 K): blauweißer Farbton, der das Sonnenlicht imitiert. Kurbelt Konzentrationsfähigkeit und Leistungsvermögen an, weshalb er ideal für Arbeitszimmer und Büros ist.
  • Farbtemperatur bis 6.000 Kelvin (Quelle: WikimediaCommons/Bhutajata, CC BY-SA 4.0)

    Im Test konnten die von den Herstellern deklarierten Werte überwiegend bestätigt werden. Einzig die Farbtemperatur der G4-Lampe von PB-Versand liegt mit 3.400 K um fast 13 Prozent über dem angegebenen Wert und ist für Räume, wo Wert auf warmweiße Beleuchtung gelegt wird, weniger zu empfehlen.

    Einen Sonderfall stellt die SceneSwitch Lampe von Philips dar, die in den unterschiedlichen Dimmstufen eine unterschiedliche vordefinierte Lichtfarbe angegeben ist – diese trifft die Birne aber zuverlässig. Einziges Manko: Die SceneSwitch ist die einzige Lampe, im gedimmten Zustand weniger energieeffizient ist als ungedimmt.

    Farbwiedergabe

    Der sogenannte Farbwiedergabeindex – nicht zu verwechseln mit der Farbtemperatur oben – gibt an, wie natürlich Farben von Objekten in der Umgebung der Lampe wiedergegeben werden. Beim höchsten Farbwiedergabewert (Ra=100) werden Farben wie bei Tageslicht wiedergegeben.

    Alle getesteten Lampen erreichen den gesetzlich vorgegebenen Mindestwert von 80, die beste Farbwiedergabe unter den LED-Produkten erreicht die G4-Lampe von PB-Versand mit 87. Eine sehr gute Farbwiedergabe von Ra>90 wurde von keinem Modell des Testfelds erreicht.

    Die Wiedergabe von satten Rottönen ist eine der wenigen Schwachstellen von heutigen LED-Lampen. Für die Praxis wird empfohlen, dass der Farbwiedergabewert R9 jedenfalls über 0 liegen muss, damit die Lampe keine deutlich sichtbare Schwäche im Rotbereich aufweist. Die beste Farbwiedergabe bieten erwartungsgemäß die getesteten Halogenlampen mit einem tageslichtähnlichen Farbspektrum. Farbwiedergabe ist also eines der wenigen Kriterien, bei dem Halogenlampen besser dastehen.

    Dimmverhalten

    "Die getesteten dimmbaren LEDs sind im gedimmten Zustand noch effizienter", erklärt "topprodukte.at"-Experte Thomas Bogner. Voraussetzung für die problemlose Dimmung ist ein für LED-Lampen geeigneter Dimmer. Da Halogenlampen und Glühbirnen einen höheren Stromverbrauch hatten, waren auch die Dimmer für andere Lasten ausgelegt.

    Und: Nicht jede LED-Lampe kann gedimmt werden. Vor dem Kauf sollte man sich deshalb genau über die angebotenen Modelle informieren. Insbesondere für die sparsamen G4-Lampen kann das ein Problem darstellen: Wird nicht genug Strom durchgelassen, können LEDs unangenehm zu flackern beginnen oder einfach gar nicht leuchten. Achten Sie beim Kauf eines Dimmers also darauf, dass die Leistung der LED in den Leistungsbereich des Dimmers fällt.

    Fazit

    Hinsichtlich Lichtfarbe und Farbwiedergabe halten sämtliche Lampenmodelle, was die Verpackungsangaben versprechen. Allerdings konnten bei der Helligkeit stärkere Abweichungen, die vom -17 bis +30 Prozent reichen, festgestellt werden.

    Die Energieeffizienz ist mit einer Ausbeute zwischen 100 und 150 Lumen pro Watt gut, wobei die höchsten Werte jeweils im gedimmten Zustand erreicht werden. Das Dimmen der grundsätzlich als dimmbar deklarierten Lampen funktioniert problemlos, wobei in der Praxis auf einen passenden Dimmer zu achten ist.

    Alle Testergebnisse im Detail finden Sie auf topprodukte.at, einem Service von klimaaktiv, der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus.

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    (rcp)

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    • Guentta am 26.02.2019 13:54 Report Diesen Beitrag melden

      Etikettenschwindel

      Über die Haltbarkeit sagt dieser Test bezeichnenderweise nichts. LED-Birnen mit einer angeblichen Brenndauer von 30.000 Stunden, gekauft im Fachgeschäft um 9 Euro das Stück, hielten ganze drei Monate. Das gab es bei den alten Glühbirnen nie!

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    • Seitenblick am 26.02.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

      EU Dummy-Projekt

      Die eigentlichen Stromfresser im Privathaushalt ist nicht die Beleuchtung. Es ist vielmehr die Gefriertruhe, der Geschirrspühler, das Bügeleisen, die Warmwasseraufbereitung, der Staubsauger, der E-Herd. Dort kann man sparen. Die Beleuchtung macht einen einstelligen Prozentsatz aus. Dank EU werden wir Zwangsbeglückt und für ziemlich dumm gehalten. Ich denke schön langsam die ganze EU ist ein Dummy-Projekt. Das nächste Großprojekt der EU wird die Bargeldsteuer. Ich bin echt aufgeregt und gespannt wie noch nie. Was wird als nächstes erfunden.

    • Hubi am 26.02.2019 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      Duw halten gar nicht

      Die Laufzeiten werden nucht annähernd erreicht, das sind im Endeffekt viel höhere kosten als mit Glühbirnen.

    Die neuesten Leser-Kommentare

    • Ewald am 02.03.2019 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Kreuzweise

      Mein Vorrat an Glühbirnen und Natriumdampflampen überlebt mich höchstwahrscheinlich. Den LED-Schmäh hab ich vorausgesehen. Beim Elektroauto wird das genauso laufen.

    • Desert Eagle am 27.02.2019 13:39 Report Diesen Beitrag melden

      Ich bin froh, daß ich mich

      rechtzeitig mit einem Lebensvorrat an Glühbirnen eingedeckt habe. Ich habe sogar noch 115 Volt Kohlefadenbirnen im Einsatz. Da mußte ich extra die Lampe umbauen, damit ich sie in Serie betreiben kann. Aber die werden und werden nicht hin. Die älteste Glühbirne der Welt ist auch eine Kohlefadenlampe und brennt seit über 100 Jahren fast ununterbrochen. Die Kamera, mit der sie online gezeigt wird, mußte schon mehrmals ersetzt werden.

    • mopsi am 27.02.2019 04:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      fr

      besinders die Lampen bei denen das Leuchtmittel nicht getauscht werden kann sind Schwachsinn pur....da wirft man die ganze Lampe weg wenns nimmer funktioniert....sehr nachhaltig !!!!!

    • Reine Abzocke am 26.02.2019 23:04 Report Diesen Beitrag melden

      Schweine teuer und unbrauchbar

      Kosten das Dreifache und halten 3-4 Monate. Eine Frechheit das Ganze.

    • B Leuchter am 26.02.2019 20:13 Report Diesen Beitrag melden

      Längere Haltbarkeit

      gibts wahrscheinlich nur im Testlabor, die Praxis beweist dass die LED NICHT länger halten-

      • Zwytscher am 27.02.2019 10:16 Report Diesen Beitrag melden

        Kann ich so nicht bestätigen

        Wir haben im Unternehmen auf LED umrüsten lassen. Haben wir keinerlei Probleme mit Ausfällen. Ich muss dazusagen, dass es sich um ein Mietkonzept handelt, der Vermieter ist also auch zuständig für die Wartung der LED Beleuchtung. Da ist es dann im Sinne der Lichtmiete, dass es nur sehr wenige Ausfälle gibt. Wäre dem nicht so würden sie ja auf den Kosten sitzen bleiben. Das ist denke ich eine sehr gutes Vorgehen, so kann man gewährleisten, dass der Vermieter sehr gute Qualität bei den LED Lampen verwendet. Die machen ihre Lampen sogar selbst und nehmen dafür nicht irgendwelche Lampen aus Asien

      • kreereiwa am 27.02.2019 12:01 Report Diesen Beitrag melden

        Auch wenn man Markenware ...

        von (z.B.) OSRAM oder Philips kauft, kommen die Lampen aus China.

      • Zwytscher am 07.03.2019 12:57 Report Diesen Beitrag melden

        Made in Germany

        Das kann schon sein, ich kenne es aber aus der Arbeit so, dass die ihre LED Lampen selbst herstellen. Die Lampen haben auch Made in Germany draufstehen. Ich kann nur von sehr guten Erfahrungen mit der Deutschen Lichtmiete sprechen. Macht ja auch Sinn wenn man bedenkt, dass es sich dabei um ein Mietkonzept handelt. Wie schon gesagt, der Vermieter muss ja auf die Qualität achten, er ist ja für die Wartung zuständig. Da macht es doch mehr sin auf gute Qualität zu achten weil man dann weniger Wartungskosten hat. Also eine gute Qualität der LED Lampen ist ja da im Sinne des Herstellers.

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