Drama auf Kindergeburtstag

01. September 2018 08:01; Akt: 01.09.2018 08:36 Print

Mäderl (10) nach Quad-Unfall in Lebensgefahr

Tragisch endete eine Kindergeburtstagsparty am Freitagnachmittag in Feldkirchen. Ein zehnjähriges Mädchen aus Wien schwebt in Lebensgefahr.

Die Kinder waren auf Quads unterwegs. (Bild: iStock)

Die Kinder waren auf Quads unterwegs. (Bild: iStock)

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Während einer Kindergeburtstagsfeier in Feldkirchen nahmen zwei zehnjährige Mädchen (eines aus Wien, eines aus München) und ein zwölfjähriger Bub zwei Kinderquads in Betrieb. Die drei Kinder waren mit dem motorbetriebenen Spielzeugfahrzeug um den nahe liegenden Teich herumgefahren. Die Mädchen teilten sich ein Fahrzeug, während der Bub auf einem eigenen wenige Meter hinter ihnen nachfuhr. Alle drei trugen laut Polizeiangaben einen Helm und waren angeschnallt.

Im Bereich des südlichen Teichendes kam das Mädchen aus München, das eines der Quads lenkte, bei einer leichten Kurve rechts von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug überschlug sich und rutschte in den – an dieser Stelle etwa zwei Meter tiefen – Strußnigteich.

Bursch rettet Schwester

Da die beiden Mädchen angegurtet waren und durch das untergehende Quad zum Boden des Teiches gedrückt wurden, konnten sie sich nicht selbst befreien. Der in wenigen Meter Abstand nachgefahrene Bub sprang in das Wasser. Es gelang ihm, seine Schwester aus dem Gurt zu befreien und unverletzt aus dem Wasser zu ziehen.

"Das auf den Überrollbügel liegende Fahrzeug war zu diesem Zeitpunkt bereits so weit im Wasser untergegangen, dass nur mehr die Reifen zu sehen waren", schildert die Polizei. Dem Zwölfjährigen war es deshalb nicht mehr möglich, das zehnjährige Mäderl aus Wien zu bergen. Er lief deshalb zum etwa 600 Meter entfernten Haus zurück und alarmierte den Vater des Mädchens. Gemeinsam sind sie wieder zum Unfallort gefahren. Nach einigen Minuten gelang es ihnen, die Zehnjährige aus dem Teich zu ziehen.

Mäderl in Lebensgefahr

Zwei bei der Kindergeburtstagsfeier anwesende Kinderärztinnen haben bis zum Eintreffen der Rettung bzw. der Besatzung des ÖAMTC-Rettungshubschraubers das schwer verletzte und bewusstlose Kind reanimiert und ärztliche Hilfe geleistet. Das Mädchen wurde danach vom C 11 in das Klinikum Klagenfurt gebracht. Es war insgesamt etwa zwölf Minuten ohne Sauerstoff. Im Spital wurde das Mäderl in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt. Ihr Zustand sei kritisch.

Suche nach weiteren Kindern

Wie die Polizei mitteilt, lag vorerst der Verdacht nahe, dass noch weitere Kinder im Teich untergegangen sind. Deshalb waren zur Hilfeleistung und Bergung insgesamt neun Feuerwehren mit 16 Fahrzeugen, 102 Einsatzkräften und drei Motorbooten im Einsatz. Nach Abklärung der Anzahl der am Kindergeburtstag anwesenden Kids und Erwachsenen konnte am Abend Entwarnung gegeben und der Tauchereinsatz abgebrochen werden.

Zur Unterstützung der Kinder der Geburtstagsfeier und der anwesenden Eltern wurde das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes Feldkirchen und zur Betreuung der Angehörigen im Klinikum Klagenfurt ein weiteres KIT-Team angefordert.

Die Kinder sollen in der Handhabung dieser Kinderfahrzeuge eingeschult worden sein. Ihre Eltern und auch der Besitzer des Anwesens wussten, dass die Kinder mit den Quads auf den Forststraßen um den Teich fuhren.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heimatland am 01.09.2018 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder sind nicht Erwachsene im Miniformat

    Schlimm und tragisch, dass ein Kindergeburtstag so enden musste und alle Beteiligten werden sicher lang daran zu denken haben. Meine persönliche Meinung ist aber auch, dass alle diese motorbetriebenen Fahrzeuge im Miniaturformat (Kinderquads, Kintermotorräder mit Benzinmotoren ...) ein Gefahrenpotenzial beinhalten und - wenn so etwas schon sein muss - eigentlich nur unter Aufsicht benutzt werden dürfen.

  • Prinzessin am 01.09.2018 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    Toll, dass der Bruder zumindest eines der Mädchen retten konnte. Aber er wird sich wahrscheinlich ein Leben lang Vorwürfe machen, dass er das zweite Mädchen nicht retten konnte. Traurige Geschichte. Hoffentlich kommt es ja doch noch zu einem happy end....

  • Luna 2 am 01.09.2018 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quad Unfall

    Wuensche dem Kind ,dass sich alles zum Guten wendet. Dem jungen Mann meine Hochachtung. Der Familie des Mädchens viel Kraft und Gottes Hilfe.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gasttt am 03.09.2018 01:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte...

    "Mäderl"... Ernsthaft? Ist das hier die öffentliche Presse oder der Stammtisch im Heurigen? -.-

  • Elisabeth am 02.09.2018 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Gott??????

    Was hat Gott damit zu tun da ist ein Mädchen schwer verletzt worden dem Mädchen alles alles gute

  • Sciencer am 02.09.2018 02:59 Report Diesen Beitrag melden

    Oh Herr...

    Kinder in einem motorisiertem Gefährt? Bei mir wäre das verboten. Außer: Behinderte und SportlerInnen nach spezieller Schulung (Cart). Die Kinder sollen ihren Körper trainieren, nicht den Gasfuß oder -griff. Elektroroller und anderes angetriebenes Glumpert für nicht-behinderte Kinder sind ein Verbrechen der Eltern an der Zukunft ihrer Kinder - von Dummheit will ich nicht reden. Eher Gedankenlosigkeit.

  • Cat am 01.09.2018 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Wo bleibt die Aufsichtspflicht und das Gewissen der Eltern!!! Man sollte die Kinder in so einem Fall nie ganz außer Augen lassen. Frechheit!!!!

  • Pezi am 01.09.2018 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    E-Mobilität

    Ich warte nur bis es die ersten Senioren am Donauradweg mit dem E-Bike auf die Go haut. Fahrzeuge, die mit Elektroleum angetrieben werden, sind mit Vorsicht zu handhaben.