Konsequenzen für Engagement

23. Januar 2018 15:52; Akt: 23.01.2018 16:20 Print

Polizist warnt Schulen vor Kindesentführer – Anzeige

Ein Kärntner Polizist hat die Direktionen mehrerer Volksschulen vor einem mutmaßlichen Kindesentführer gewarnt. Seine "Warnung" zieht jetzt Konsequenzen nach sich.

Symbolbild (Bild: iStock)

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Ein Kärntner Polizist hat die Direktionen mehrerer Volksschulen vor einem mutmaßlichen Kindesentführer gewarnt. Doch sein Engagement könnte jetzt Konsequenzen nach sich ziehen.

Der Polizist hatte in einem als "streng vertraulich" markierten E-Mail persönliche Daten eines vorbestraften Mannes an unbefugte Personen weitergegeben, von dem er glaubte, dass er sich an Kindern in seiner Umgebung vergreifen könnte – allerdings ohne, dass derzeit irgendwelche Indizien für Kontakte des Mannes zu Kindern vorlagen. Das bestätigt auch die Landespolizeidirektion Kärnten gegenüber der "Kleine Zeitung".

"Gut gemeint, schlecht gelaufen"

In dem Text, der an mehrere Volksschuldirektionen geschickt und anschließend auch über WhatsApp weiter verbreitet wurde, nennt der Beamte etwa auch das Autokennzeichen und den Wohnort des "Kindesentführers". Der Mann würde versuchen, Kinder vor Schulen mit Spielzeug in sein Auto zu locken, heißt es darin weiter.

"Gut gemeint, schlecht gelaufen", kommentiert ein Kollege des Polizisten die Aktion. Seitens der Landespolizeidirektion Kärnten prüfe man derzeit "Dienst- und strafrechtliche Konsequenzen", so Sprecher Rainer Dionisio. Zudem sei bereits eine Anzeige beim Bundesamt für Korruptionsbekämpfung eingegangen, unter anderem wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Datenschutzgesetz.

Polizist stehe jetzt als "Volltrottel" da

Kollegen und Vorgesetzte beschreiben den betreffenden Polizisten als engagiert. Besonders die Sicherheit von Kindern liege dem Mann am Herzen. Sein Drang Gutes zu tun, lasse ihn jetzt als "Volltrottel" dastehen, so einer seiner Kollegen über den Gemütszustand des Exekutivbeamten. Seine inoffizielle Warnung sei in Eltern- und Lehrerkreisen indes mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden, berichtet die "Kleine Zeitung".

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • licke am 23.01.2018 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    UNFASSBAR

    aus meiner sicht, UNFASSBAR, wie die gesetze sind. in dem system könnte ich nicht arbeiten, obwohl ich 12 jahre im sicherheitsdienst war. lick ewald

    einklappen einklappen
  • Egon am 23.01.2018 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wer die Wahrheit sagt

    Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd!

  • Heiden Wut am 23.01.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Held

    Der Mann ist ein Held. Unser Politik mag das aber nicht wenn mann sich für Österreicher einsetzt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Leni am 24.01.2018 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Täter darf nicht unentdeckt bleiben

    Ich kann diesem couragierten Polizisten nur die Füße küssen. Mehr Schutz für Kinder!

  • Kein Pardon am 24.01.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist der Beweis

    Die Täterschutzlobby in Österreicht ist mächtig. Zu mächtig!

  • Keine Polzeifreund am 24.01.2018 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenregie

    Wie kommt dieser Landpolizist dazu, persönliche Daten, es gilt der Datenschutz, an die Öffentlichkeit zu tragen, von einem mutmaßlichen Verdächtigen, der kann doch nicht Richter spielen, hoffentlich gibt es hier ein Disziplinarverfahren.

    • Nil am 24.01.2018 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Keine Polzeifreund

      Wenn es ihr Kind betroffen wär würden sie dann auch so denken? Wahrscheinlich würden sie der erste sei der sich aufregt weil nichts gege solche Personen unternommen wird.

    einklappen einklappen
  • waldquelle_sanft am 24.01.2018 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kann das sein?

    Hypothese: In Österreich wird der Polizist bestraft und der Kinderschänder, wenn er straffällig wird, von Psychologen als traumatisiert eingestuft und es wird versucht ihm zu helfen. Das Kind und deren Familie wird sich selbst überlassen. Hypothese Ende: Liege ich falsch?

  • Hubb am 24.01.2018 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Worte ehrlich...

    Eugen... Kann mir nur auf den Kopf greifen... Sorry...