SPD fordert Strafe

13. April 2017 14:40; Akt: 14.04.2017 10:08 Print

Bischof Laun wegen Schwulen-Hetze angezeigt

Der Salzburger Bischof Andreas Laun empörte im März mit haarsträubenden Aussagen über Homosexuelle. Nun droht ein gerichtliches Nachspiel.

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun. (Bild: Helmut Graf)

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun. (Bild: Helmut Graf)

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Andreas Laun ist kein unbeschriebenes Blatt: Immer wieder provoziert er mit kontroversen Aussagen. Seine jüngsten Ergüsse in einem Hirtenbrief könnten nun die Justiz auf den Plan rufen.

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Soll sich Bischof Laun für seine Aussagen gegen Homosexuelle entschuldigen?
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Der 74-jährige Kirchenmann verbreitete auf der Website "kath.net" Ende März seine Ansichten über Homosexuelle und Gender-Mainstreaming.

Homosexuelle seien "irgendwie gestörte Männer und Frauen, die anatomisch eine kleine Missbildung haben". Dass Männer und Frauen gleich sind, sei "eine Lüge des Teufels" und Kindern werde in der Schule eine "Sexualpädagogik der Vielfalt" aufgezwungen.

Klage aus Deutschland
Nicht nur die Homosexuelleninitiative "HOSI" bezeichnete Launs Aussagen als hetzerisch und menschenverachtend. Sie kündigten an, das strafrechtlich prüfen zu lassen und forderte eine Entschuldigung. Die kam aber nicht.

Was stattdessen kam, ist die Aufmerksamkeit über die Staatsgrenzen hinaus. Die SPD-Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Brunner, Eva Högl, Johannes Kahrs und der stellvertretende Landesvorsitzende der SPDqueer in Berlin, Christopher Jäschke, haben die deutsche Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Diese soll per Rechtshilfeersuchen erreichen, dass Laun und die Betreiber der Website "kath.net" in Österreich strafrechtlich verfolgt werden.

Vokabular von Islamisten
"Bei solchen menschenverachtenden und hetzenden Äußerungen ist auch strafrechtlich gegen einen Bischof der katholischen Kirche vorzugehen", sagt Jäschke. Karl-Heinz Brunner fühlt sich bei Launs Vokabular an das von "Diktatoren oder Islamisten" erinnert.

Ablöse steht bevor
Andreas Laun wird im Oktober 75 Jahre alt und damit seinen Rücktritt einreichen. Die Info, wer ihm nachfolgt, wird bald aus Rom erwartet.

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(csc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Victoria am 13.04.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Hetze

    Schwulenhetze im 21. Jahrhundert, zeigt uns, wo die kath. Kirche stecken geblieben ist!

  • Otto am 13.04.2017 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Priester

    Vielleicht redet Bischof Laun hier von den "Sünden homosexueller Priester in den eigenen Reihen"!

  • silver. am 13.04.2017 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    ...was ist bedenklicher? Dass ein Priester das predigt, was in seiner heiligen Schrift steht, oder dass sich hier ein fremder Staat in das Strafrecht eines anderen Staates einmischen will? Meiner Meinung nach müsste letzteres ein weitaus größerer Skandal sein.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Kirchenaustreter am 16.04.2017 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kirche

    Danke für ihre armselige Aussage, sie haben mir die Entscheidung erleichtert, aus diesem verlogenem Verein, sprich kath. Kirche, auszutreten.

  • Magdalena am 15.04.2017 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Laun

    So eine Aussage geht gar nicht! Wer solch eine Meinung in der Öffentlichkeit ausspricht, der ist der Gestörte.

  • me palabra am 15.04.2017 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Armseliges Würstel der Laun

    genau silver du sagst es. Du bist sicha a wo einiglaufen. Zum glück geht überhaupt wer gegen des nichtsnutzige Ars....ch vor. Der Typ hat einfach einen gewaltigen Schaden. Niemand hat das recht über jemanden zu bestimmen auf was er steht oder nicht. Ob Hetero, Schwul oder Lesbisch. Genau richtig so das irgendwer gegen Ihn vorgeht. Wo saman? Der Typ ist a dummer Freak mit dummen Gedanken.

  • Maria am 14.04.2017 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Bischof Laun

    Geh mit Gott, aber bitte bald!

  • Christa am 14.04.2017 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsfreiheit

    Die Grenze der Meinungsfreiheit endet dort, wo Rechte anderer verletzt werden. Hass steht keinem gut zu Gesicht, schon gar nicht einem Kirchenmann.