Kolumne

24. Juni 2019 05:31; Akt: 23.06.2019 19:20 Print

Glattauer: Sexualkunde in Schulen vor Aus!

Schuldirektor Glattauer gibt Noten. Heute: Sexualkunde in Schulen vor Aus! Wenn zum Wollen das Können fehlt. Und: "Rauf gehen" und "hoch gehen".

Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in

Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in "Heute". (Bild: heute.at)

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Sexualkunde in Schulen vor Aus!

Sogar die Pfadfinder appellieren in einer Petition dagegen. Zwei Parteien – raten Sie welche :-)! – wollen den fachkundigen Sexualkundeunterricht durch Expertinnen in den Schulen stoppen.

Motto: "Sollen die Lehrer, wenn sie wollen…". Glauben Sie mir: Wollen sie nicht! Wie wär’s, wenn wir wenigstens in dieser Sache die befragen, die betroffen sind: Schüler, Lehrerinnen, Eltern.

Note:
Nicht genügend

Wenn zum Wollen das Können fehlt

"Heute" berichtete exklusiv: Eltern auf nächtlicher Lokaltour in St. Pölten hatten ihr Baby im Kinderwagen auf die Straße gestellt und dort – "vergessen". Was so beginnt, geht in der Schulzeit oft so weiter. Leider.

Die Erziehungswissenschafterin Gertrud Nagy, ehemals Hauptschuldirektorin in Linz, hat jetzt ein Buch dazu geschrieben: "Können sie nicht oder wollen sie nicht?", gemeint: Eltern, die nur so heißen (Innsalz-Verlag, 163 Seiten, € 17,90).

Im Zentrum sind Interviews mit drei Schuldirektorinnen, darunter die taffe Direktorin der Vorzeige-NMS Schopenhauerstraße in Wien-Währing, Erika Tiefenbacher. Sehr wissenschaftlich. Sehr g’scheit. Sehr interessant.

Note:
Sehr gut

"Rauf gehen" und "hoch gehen"

Leserin Christine K. schreibt: "Ihr Bericht über das Henderl und Hühnchen hat mich sehr entsetzt (…)!" Na, dann gleich noch ein Beispiel für die schulische Entösterreicherung der Sprache.

Eine NÖ-Volksschülerin schrieb in ihrem Aufsatz: "(…) also bin ich in den ersten Stock rauf gegangen." Die Lehrerin streicht rauf rot durch und notiert: "Rauf gegangen ist Umgangssprache. Besser schreibst du hoch gegangen."

Frau Kollegin, Irrtum! Auch Hochgehen ist Umgangssprache, und zwar für "nach oben gehen", norddeutsche Umgangssprache allerdings, und gehört vielleicht ins deutsche Werbefernsehen, aber nicht in eine österreichische Schulklasse.

Note:
Nicht genügend

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(Niki Glattauer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 24.06.2019 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht die Wahrheit???

    Warum schreibt man nicht offen, welche Parteien sich dem Religionsfaschismus beugen?? Wie sollen Haussklavinnen ihren Kindern beibringen, wie sie verhüten? Was wenn die "geliebte" Tochter mit 14 zwangsverheiratet wird, die weiß NULL...

  • Thirona Sul am 24.06.2019 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ethikunterricht

    Ethikunterricht ab der 3. Volsschulstufe. Da packt man dann hinein, was gelehrt werden sollte, um bei Kindern einen gesunden Hausverstand auszulösen, der ja nun leider immer mehr verloren geht. Die Bereiche können variieren. Ein Lehrplan sollte jedoch befolgt werden. Etwas gesunde, leichte Psychologie. Das Erlernen von Miteinander umgehen, Umgang mit Konfliktsituationen, Gleichberechtigung, Lösungsorientierung, Vorstellung verschiedener Religionen und Kulturen, Unterschiede Akzeptanz/Toleranz, Sexualkunde (evtl. mit Einfluss von Biologie) in leichter Form, Ernährung und etwas Medizin (wie kann man Krankheiten vermeiden, was tun wenn) usw. Was tun, wenn man sich wg. der Pubertät unwohl und ungeliebt fühlt, etc. Einladungen von Fachpersonal zu Vorträgen, sodass nicht ein Pädagoge pro Schule alleine diese schwierigen Thematiken übernehmen muss. Sprechstunden für Kinder und Eltern. Man könnte schon in diesen jungen Jahren Kinder spielerisch von den wichtigsten Grundpfeilern des Lebens instruieren und sie positiv beeinflussen. Es wäre einen Versuch wert, um der Gesellschaft wieder den richtigen Weg zu zeigen.

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  • Patrizia am 24.06.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    Herr Glattauer, gerade sie sollten wissen, dass Schüler nur von ausgebildeten und fachkundigen Lehrern in Gegenständen unterrichtet werden sollen, also auch in Sexualkunde! Und nicht von " außerschulischen Experten", womöglich von irgendwelchen moralisch zweifelhaften Sektengurus. Daher ist das "Aus" dieser schulfremden Experten richtig!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 01.07.2019 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun

    dann wird ja alles schön langsam Halal.

  • Augen auf am 30.06.2019 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Kultur

    Wer braucht bei Zwangsheirat Aufklärung?

  • Heimatland am 29.06.2019 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus!

    Ferien sind - und Glattauers Kolumne ist hoffentlich auch vor dem Aus!

  • Ina am 29.06.2019 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Habe den Eindruck,

    Österreichs Schulen stehen vor dem AUS!

  • Resi am 27.06.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Teenagerschwangerschaften STOP

    Teenagerschwangerschaften müssen verhindert werden.Daher umbedingt Aufklärung in der Schule.

    • Nikola B. am 28.06.2019 14:55 Report Diesen Beitrag melden

      Was hat denn die Aufklärung

      diesbezüglich gebracht??? Frühreife Teenager bekommen hauptsächlich Kinder, weil es der einfachere, vorgezeichnete Weg ist, um keine Ausbildung machen zu müssen oder eben keiner Erwerbsarbeit nachgehen zu müssen. Die klären sich heute im Internet selber auf. Viele von denen kommen aus zerrütteten Familien. Das ist ein größeres Problem als die Aufklärung.

    • Josephine am 01.07.2019 16:46 Report Diesen Beitrag melden

      Fünf Jahre sicheren GV

      daher sollten frühreife Teenagergirls das Hormonimplantat gratis eingesetzt bekommen.Mindestens 5 Jahre sicheren GV.

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