Familientreffen

15. März 2019 05:30; Akt: 15.03.2019 07:27 Print

"Ich suchte 19 Jahre nach meiner leiblichen Mutter"

Als Baby wurde Marlene F. (28) in Wien zur Adoption freigegeben. Seitdem sie neun Jahre alt war, suchte sie unermüdlich nach ihren leiblichen Eltern – die sie jetzt endlich wiederfand.

Marlene beim Treffen mit ihrer Familie: Adoptivmama, Leiblicher Vater, Marlene, Adoptivpapa, Leibliche Mama, Leibliche Schwester, Leiblicher Bruder (von links nach rechts) (Bild: CK_Fotografie)

Marlene beim Treffen mit ihrer Familie: Adoptivmama, Leiblicher Vater, Marlene, Adoptivpapa, Leibliche Mama, Leibliche Schwester, Leiblicher Bruder (von links nach rechts) (Bild: CK_Fotografie)

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Marlenes leibliche Mama ist noch sehr jung – die Verhältnisse, in denen die schwangere Wienerin lebt, sind schwierig. Drei Mal verschiebt die werdende Mutter die Adoptionsfreigabe ihrer kleinen Tochter, erst beim vierten Mal unterschreibt sie die Papiere, gibt den Säugling nach der Geburt weg.

Alles, was Marlenes Eltern als Erinnerung an die Tochter bleibt, ist ein Foto, das eine Krankenschwester der Mutter nach der Geburt zusteckte. Ein Foto, an das sich die Eltern in den kommenden 28 Jahren immer wieder klammern.

"Ich bin nicht böse, dass sie mich weggab" – Marlene F. (28)

Indes kommt Marlene im Alter von sechs Tagen zu ihren Adoptiveltern, wächst gemeinsam mit einem Bruder, der ebenfalls von der Familie adoptiert wurde, behütet nahe Baden (NÖ) auf. Als Marlene die Volksschule besucht, tun ihre Adoptiveltern das Richtige: Sie sagen ihrem Kind, dass es adoptiert wurde. Das Mädchen nimmt das gelassen zur Kenntnis, beschließt aber im Alter von 9 Jahren, die leiblichen Eltern zu suchen: "Ich wollte wissen, wer mich zur Welt gebracht hat", so Marlene gegenüber "Heute". "Weiters fand ich es toll, jetzt zwei Mütter zu haben."

Unterstützung bei der Suche bekommt Marlene von ihren Adoptiveltern, die nicht eine Minute zögern: "Wir wollen nur, dass unser Kind glücklich ist." Doch die Suche gestaltet sich mehr als schwierig: Die zuständigen Stellen geben keine Infos heraus, da es sich um eine geschlossene Adoption gehandelt hat. Alles, was die Familie weiß, ist der Name der leiblichen Mutter. "Wir haben es immer wieder probiert, sind aber jedes Mal gescheitert", so Marlene.

"Ich bin deine leibliche Mama"

Vergangene Woche startet die junge Frau einen letzten Aufruf auf Facebook – dann ein erster Hoffnungsschimmer. Eine Unbekannte postet: "Marlene, ich weiß, wer deine Mama ist." Zehn Stunden später passiert das lang ersehnte Wunder: Marlene erhält eine Sprachnachricht. Eine Stimme sagt: "Hallo Marlene, ich bin deine leibliche Mama."

Mutter und Tochter konnten sich vorletzten Sonntag das erste Mal in die Arme schließen, beim Treffen war auch Marlenes leiblicher Vater dabei. "Meine Mama hat mich sofort erkannt. Beide haben mich gedrückt und abgebusselt, es war perfekt und wunderschön", beschreibt Marlene den für sie ganz besonderen Moment, auf den sie lange gewartet hatte. "Jetzt weiß ich auch, woher ich meinen Lacher habe, meine Mama lacht genau so wie ich."

"Es lohnt sich, immer wieder aufzustehen"

Beim Treffen erfährt Marlene auch, dass sie noch vier Geschwister hat – und dass auch ihre leiblichen Eltern nach ihr gesucht haben. Groll gegenüber den leiblichen Eltern, weil diese sie weggaben, hegt die gelernte Bürokauffrau, die mittlerweile im Osten Niederösterreichs lebt, nicht: "Ich bin ihnen dankbar und ich liebe sie. Es war das Beste, was sie in ihrer Situation tun konnten. Sie haben mir so eine bessere Zukunft mit liebevollen Eltern, die für mich auch immer meine Eltern bleiben, ermöglicht."

Die Zukunft will die Großfamilie jetzt gemeinsam bestreiten. Mit ihrer Geschichte geht Marlene an die Öffentlichkeit, um anderen Mut zu machen: "Ich suchte 19 Jahre lang nach meiner Mutter. Meine Story zeigt: Egal was passiert, es lohnt sich, immer wieder aufzustehen, nie aufzugeben. Wenn man fest daran glaubt, gibt es auch ein Happy End."

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(isa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tina am 15.03.2019 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach toll

    Ich wünsche der "neuen" Großfamilie alles erdenklich Liebe und eine wundervolle gemeinsame Zeit. Schön, dass es doch noch geklappt hat. @heute ... BRAVO ... Mal eine Story in der Zeitung, die nicht vor Negativität strotzt. Vielleicht sollte man öfter mal etwas Positives schreiben, denn davon gibt es mehr als genug ... Ein Fünkchen Hoffnung besteht, dass die Medien durch eine häufigere erfreulichere Berichterstattung auch zu einem optimistischeren und friedlicheren Miteinander beitragen.

  • soundmaster1957 am 15.03.2019 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hr

    einfach wunderschön.. sie hatte obendrein Adoptiveltern die sie genauso liebten als wäre es die eigene Tochter. da treibt es mir Tränen in die Augen. . allen alles alles gute.

  • ibindameinung am 15.03.2019 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich nicht verstehen.

    Was für eine rührselige Story. Ein bisserl dumm obendrein. Meine Eltern haben mich auch weggegeben. Ich weiß zwar wo sie wohnen, aber mir fällt es im Traum nicht ein die zu besuchen - und vielleicht auf liebe, heile Familie zu spielen. Sie haben sich seinerzeit entschieden, mich wegzugeben. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Wie viele Eltern haben während und nach der Kriegszeit unter schwierigsten Umständen ihr Kind großgezogen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • ibindameinung am 15.03.2019 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich nicht verstehen.

    Was für eine rührselige Story. Ein bisserl dumm obendrein. Meine Eltern haben mich auch weggegeben. Ich weiß zwar wo sie wohnen, aber mir fällt es im Traum nicht ein die zu besuchen - und vielleicht auf liebe, heile Familie zu spielen. Sie haben sich seinerzeit entschieden, mich wegzugeben. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Wie viele Eltern haben während und nach der Kriegszeit unter schwierigsten Umständen ihr Kind großgezogen.

  • Vero am 15.03.2019 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Geschichte

    Die Adoptiveltern verhalten sich einfach toll! Ihnen gebührt meine Hochachtung! Sie wollen einfach nur das Beste für ihr Kind ......und haben jetzt eine Großfamilie

  • Frau am 15.03.2019 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Renate

    Alle Beteiligten wunderbar und menschlich, soo schön

  • soundmaster1957 am 15.03.2019 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hr

    einfach wunderschön.. sie hatte obendrein Adoptiveltern die sie genauso liebten als wäre es die eigene Tochter. da treibt es mir Tränen in die Augen. . allen alles alles gute.

  • Tina am 15.03.2019 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach toll

    Ich wünsche der "neuen" Großfamilie alles erdenklich Liebe und eine wundervolle gemeinsame Zeit. Schön, dass es doch noch geklappt hat. @heute ... BRAVO ... Mal eine Story in der Zeitung, die nicht vor Negativität strotzt. Vielleicht sollte man öfter mal etwas Positives schreiben, denn davon gibt es mehr als genug ... Ein Fünkchen Hoffnung besteht, dass die Medien durch eine häufigere erfreulichere Berichterstattung auch zu einem optimistischeren und friedlicheren Miteinander beitragen.