Jahresbilanz 2018

09. Januar 2019 11:38; Akt: 09.01.2019 12:29 Print

Kirchenaustritte in Wien um 14 Prozent gestiegen

58.378 Personen haben 2018 die katholische Kirche verlassen. Das sind österreichweit um 8,7 Prozent mehr Austritte als noch im Vorjahr.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die österreichischen Diözesen haben am Mittwoch die Statistiken zu den Austrittszahlen vorgelegt. Demnach gab es mit Stichtag 31. Dezember 2018 in Österreich 5,05 Millionen Katholiken. 2017 waren es laut amtlicher Statistik der Österreichischen Bischofskonferenz 5,11 Millionen Katholiken. Das entspricht einem Rückgang von 1,1 Prozent.

Umfrage
Gehen Sie in die Kirche?
21 %
22 %
20 %
32 %
5 %
Insgesamt 240 Teilnehmer

Was die Anzahl der Kirchenaustritte betrifft ist diese im vergangenen Jahr laut "Kathpress" weiter angestiegen. Insgesamt sind 2018 58.378 Personen aus der katholischen Kirche ausgetreten. 2017 waren es 53.698, was eine Steigerung von 8,7 Prozent bedeutet.

Allerdings melden die Diözesen hinsichtlich der Austrittszahlen unterschiedlich stark akzentuierte Entwicklungen. "In einigen Diözesen gab es nur leichte Anstiege bei den Kirchenaustrittszahlen, bei anderen waren die Anstiege deutlicher ausgeprägt. In einer einzigen Diözese (in St. Pölten) gingen die Austrittszahlen 2018 gegenüber dem Jahr davor zurück", heißt es in der Aussendung.

Viele Austritte in Wien und Gurk

In der Diözese Gurk-Klagenfurt gab es 2018 um 16,8 Prozent mehr Ausstiege als noch 2017. 3.526 Personen haben die Kirche verlassen (2017: 3.019). In Wien gab es einen Anstieg von 14,1 Prozent. 17.367 Personen traten aus (2017: 15.219). Sehr gering war die Zahl der Austritte dagegen in der Erzdiözese Salzburg, wo 4.864 Austritte ein Anstiegsplus von nur 0,7 Prozent bedeuten.

Knapp 5.000 neu in der Kirche

Mit Ende 2018 wurden 5.133 Personen in die Kirche wieder oder neu aufgenommen. Das ist um sechs Prozent weniger als 2017 (5.461). 2016 konnte die Kirche 5.269 Eintritte verzeichnen. "Die Eintritte in die katholische Kirche nehmen allerdings über mehrere Jahre betrachtet stetig leicht zu."

552 Personen, die ihren Austritt schon erklärt hatten, haben es sich innerhalb einer Dreimonatsfrist doch wieder anders überlegt.

Zu jener Zahl an Personen, die der katholischen Kirche neu beigetreten sind, müssten noch jene hinzugezählt werden, die sich im Erwachsenenalter (ab 14 Jahren) taufen ließen. Hier gebe es für 2018 noch keine Daten. Ein Blick über einen längeren Zeitraum zeige hier einen deutlich zunehmenden Trend (2017: 890, 2016: 433).

Maßgebliche Faktoren für den leichten Rückgang der Katholikenzahl sind jedenfalls nicht nur das Verhältnis von Austritten zu Kircheneintritten, sondern vor allem auch von Taufen zu Sterbefällen und von Zuzügen zu Wegzügen.

Die Bilder des Tages:
Die Bilder des Tages

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • franzwe am 09.01.2019 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Überrascht

    Überrascht mich nicht wirklich, Wenn man sich das verhalten der Kirche, nur auf Österreich bezogen, betrachtet, ist es eigentlich eine Überraschung das nicht mehr austreten.

  • Wolfgang das W am 09.01.2019 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt zu Hoffen...

    ...noch 80%...dann holen wir uns die Milliarden Euro...die wir diesen Verbrechern verfassungswidrig an Grundsteuerbefreiung schenken...und geben sie den Armen. Yeshua würde frohlocken.

  • helmar am 09.01.2019 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Leider kann man nur 1 mal...

    Aus der Kirche aus treten.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Beitragszahler am 10.01.2019 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Kirche wird nicht als Demokratie geführt

    Ich bezahle den Kirchenbeitrag freiwillig und beschwähre mich nicht. Worüber ich mich aber ärgere ist, dass ich als Beitragszahler kein Mitentscheidungsrecht habe, wer das Amt eines Bischofs und eines Abtes bekleiden darf. Und warum die Kirche nicht der staatlichen Rechtssprechung unterliegt! Und ganz wichtig, warum die Kirchengemeinde nicht den Rücktritt eines hohen Würdenträgers fordern darf.

  • zimbo am 10.01.2019 06:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kirche steinreich !

    Und wer möchte Landau unterstützen, der ohnedies über die Caritas mehr als 60% Steuermittel saugt.

  • Herbert Kurz am 10.01.2019 05:47 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Ich bin in Klagenfurt seit acht Jahren evangelistisch auf der Strasse unterwegs. Da bekommt man viel mit. Aber die Kirchenfürsten Bischof Alois Schwarz und Generalvikar Engelbert Guggenberger gaben mir zu verstehen: Sie wollen Geld. Dompfarrer Allmeier behauptet, der Kirche ist es nicht erlaubt auf Geld zu verzichten.

  • Sciencer am 09.01.2019 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schmäh

    Christus selbst würde - lebte er heute - aus dem Geld-Beschaffungs-Verein austreten. Diese Missstände in der r.k.Kirche haben M. Luther damals bewogen sein eigenes Ding durchzuziehen. Der Ablasshandel ist nur nach außen hin abgeschafft, die Erbsünde ein guter Schmäh für lebenslang gute Geschäfte mit dem schlechten Gewissen "Gläubiger". Die wahren Lehren Christi werden von der r.k. Kirche gut versteckt und verschwiegen. Ein Leben in Demut und sozialer Verträglichkeit verträgt sich nicht mit Business. Amen.

  • Knut Randauch am 09.01.2019 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Die größte Frechheit ist,

    daß man als 14tägiger. Säugling beigetreten wird, ohne sich wirklich wehren zu können. (Ich habe eh geschrien, aber es hat mir nichts genützt.) Und wenn man dann mit 18 austritt, lauern bereits die Erlagscheine.

    • zimbo am 10.01.2019 06:11 Report Diesen Beitrag melden

      Mir gings auch so !

      Man wollte mich lohnpfänden.Hätte meine Kreditwürdigkeit herabgestuft, aber den Banken gehe ich nur über die Inflation in die Falle.

    • Censorship am 10.01.2019 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Knut Randauch

      Nonsens.. Solange sie nicht arbeiten sind sie nicht Kirchensteuerpflichtig, auch nicht als Lehrling, oder Grundwehrdiener!! Es mag ein Erlagschein kommen, den man aber getrost zerreißen kann...

    einklappen einklappen