Kampusch beflegelt

10. Juli 2017 22:00; Akt: 11.07.2017 09:13 Print

Natascha las: "G’scheit fett worden, die Dame"

von C. Oistric & A. Duric - Starker Stoff sollte TV-Seher Montagabend über "Hass im Netz aufklären". Ö3-Lady Elke Rock brach im TV in Tränen aus. Natascha Kampusch blieb stark.

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Der ORF machte heute Abend um 21.05 Uhr Hass im Internet zum "Thema" – und näherte sich der bedrückenden Problematik mit prominenten Opfern, die gegen sie gerichtete Schmähungen selbst vorlasen. "Geh zurück in den Keller und lass dich dort ...", bekam Entführungsopfer Natascha Kampusch etwa von Hassbriefschreiber "Peter" an den Kopf geworfen.

Elke Rock brach in Tränen aus

Auch über Ö3-Moderatorin Elke Rock entlud sich 2013 ein Wut-Ge(t)witter, das sämtliche (Geschmacks-) Grenzen unterschritt. Ein deftiger Shitstorm nach einer unbedarften Äußerung brachte Rock mit einem Nervenzusammenbruch in die Notaufnahme. Wie nahe ihr die Schmähungen gingen, sah man auch in der heutigen "Thema"-Sendung. Nach exakt 14 Minuten Sendezeit brach Rock in Tränen aus.

"Du hast das Gefühl, du erstickst unter diesem Hass"

Sie schilderte detailliert, wie sich damals eine Welle des Hasses über ihr ergoss: "Ich habe diese Sachen auf Facebook gelesen. Das sind Menschen, die du nicht kennst, die dich als H*** beschimpfen. Du kannst dich nicht rechtfertigen. Du möchtest einfach sagen, das bin ich nicht, ich bin eigentlich ein anderer Mensch. Das macht schon was mit dir. Es nimmt dir die Luft zum Atmen. Du hast das Gefühl, du erstickst unter diesem Hass, der auf dich hereinprasselt – und du kannst dich einfach nicht wehren."

"Flüchtling nur aufgenommen, damit er dich f****"

Auch aufgrund ihres Engagements für Asylwerber bekam die Radiomoderatorin Unfassbares zu lesen: "Du hast den Flüchtling nur aufgenommen, damit er dich f**** und dir deine linke, ausgetrocknete F** leckt."

Natascha las: "G'scheit fett worden, die Dame"

Offenbar erprobt mit Geschmacklosigkeiten aller Art ist Natascha Kampusch. Sie las stoisch und ohne merkbare Gefühlsregung eine Beleidigung von Internet-User Jürgen vor. Er schrieb: "G'scheit fett worden, die Dame." "Hater" Martin antwortete darauf: "Gut genährt, die junge Dame" und stellte die Frage: "auf Staatskosten?"

Ganz besonders verärgert ist das Entführungsopfer, dass es von Internet-Geiferern "immer wieder diese Betonung auf das Sexuelle und diese Reduzierung auf ein Lustobjekt" gibt. Kampusch: "Das macht es schwierig sich als Frau zu behaupten und sich auch als die emanzipierte Person darzustellen, die man letztendlich auch ist."

Thurnher und Glawischnig ebenfalls betroffen

Auch ORF3-Chefin Ingrid Thurnher oder die frühere Grünen-Chefin Eva Glawischnig (sie hat 40 Prozesse gegen Hassposter gewonnen) lasen Schauderhaftes vor. "Drecksschlampe Glawischnig", bekam die Ex-Politikerin etwa in die Inbox zugestellt – versehen mit vier Rufzeichen. Burkhard schrieb ihr: "Ich freue mich über jede Vergewaltigung." Marianne antwortete: "Ich hoffe, es erwischt einmal eine Grüne …"

Neue Wut-Postings vorprogrammiert

Das "Heute"-Resümee des "Thema spezial": Starke Frauen, die in einer der wichtigsten TV-Sendungen des Jahres aufrüttelten. Gewohnt souverän auch der in emotional schwierigen Causen erprobte Moderator Christoph Feurstein. Er geht bei seinen Interviews bis zur Gürtellinie, aber nie darunter.
Fakt ist aber auch: Die Sendung wird in Internetforen hohe Wellen schlagen. Und dort teilen Poster bekanntlich ja auch bis unter die Gürtellinie aus. Weit darunter ...

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jawollus am 11.07.2017 05:10 Report Diesen Beitrag melden

    Sprüche

    Wer sich bewusst ins rampenlicht der öffentlichkeit stellt (bzw. drängt) und dann vielleicht auch noch polarisiert muss mit einer gewissen feindseligkeit rechnen. Da sind die genannten "promis" keine einzelfälle. Wenn ich bedenke welchen gefahren otto-normalverbraucher im alltag im steigenden masse so ausgesetzt ist (raub, vergewaltigung, mord, usw...), dann kommt mir die bis zum weinkrampf hochgepushte aufregung der ständig von securities beschützten und in den sichersten vierteln lebenden promis über ein paar blöde sprüche reichlich künstlich und unverhältnismässig vor.

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  • Manuel am 11.07.2017 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Öffentliche Meinungsfreiheit

    Wie wärs wenn man einfach Facebook löscht und sich als öffentliche Person nicht zeigt? warum schaffen das andere Promis die wirklich Promis sind besser als Ihr alle. wozu gibt es private Homepages ? versteh ich nicht so ganz bei aller Liebe alle da oben sind an Ihrer Lage selbst schuld ob im Positiven Sinn oder negativen. Ich tue gutes ohne dafür Lorbeeren einzusahnen. Ihr müsst damit umgehen können bzw. lernen oder löscht euer Facebook. Kein Mitleid

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  • Olli am 11.07.2017 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NK

    Wenn alle schon so fertig sind, dann soll Natascha halt a Ruhe geben und sich zurückziehen. Soll viell. studieren gehn oder sonst einen Job machen. Hats net eh schon genug mitgmacht im Leben?!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Niemand am 12.07.2017 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Geh biiiiiitte.....

    Lustig für wie wichtig ihr alle eure Meinungen haltet. Jeder hat Recht, und jeder traut sich zu beurteilen was das beste für Frau Kampusch oder andere ist. Old but Gold......kehrt vor euren eigenen Türen!

  • manu am 11.07.2017 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    frau kampusch

    will einfach nur im mittelpunkt stehen

  • Renate am 11.07.2017 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach abmelden, ganz einfach!

    Ich verstehe nicht, wieso niemand auf die Idee kommt, sich bei Facebook und Co. einfach abzumelden. Fertig , Aus, Schluss! Wer braucht den Blödsinn überhaupt?

    • Markus am 12.07.2017 06:27 Report Diesen Beitrag melden

      BRAVO, Renate !

      Absolut richtig. Ich hab' dort noch nie was gelesen. Eine zuverlässige Informationsquelle ist es nicht, und Tratsch (wer mit wem und warum) hat mich noch nie interessiert...

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  • Leonhard am 11.07.2017 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    ihre tägliche Medienpräsent wird wohl kaum dazu beitragen, sie lieber zu mögen...man fühlt sich von der Dame einfach belästigt..

  • Margit am 11.07.2017 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    ich persönlich finde es nicht gut das sie in der Öffentlichkeit Trost sucht oder Verständnis ich bin leider auch Opfer aber das bespreche ich mit meinen Psychologen und mit sonst niemanden. Es geht keinen etwas an was ich mitgemacht habe. Dadurch kann ich nicht verstehen das sie sich damals ins Rampenlicht gesetzt hat.