Jafar S. schlug Wächter

15. März 2018 15:49; Akt: 15.03.2018 16:32 Print

Praterstern-Stecher nach Prügelei in der Psychiatrie

Vierfacher Mordversuch am Praterstern, ein Selbstmordversuch, nun rastete Jafar S. im Häf’n erneut aus und brach einem Justizbeamten den Finger.

Jafar S. (23) wurde auf die Baumgartner Höhe gebracht! (Bild: Grafik Heute)

Jafar S. (23) wurde auf die Baumgartner Höhe gebracht! (Bild: Grafik Heute)

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Gestern besuchte ihn – wie berichtet – seine Anwältin Astrid Wagner im Gefängnis. Heute wäre sein zweiter Verteidiger Wolfgang Blaschitz an der Reihe gewesen. Doch wie schon am Montag (nach seinem Selbstmordversuch) konnte Jafar S., der Messerstecher vom Praterstern, nicht vorgeführt werden. Er hatte sich in der Nacht auf Donnerstag eine wilde Prügelei mit Justizwachebeamten geliefert und laut Anwältin Wagner einem der Bediensteten sogar den Finger gebrochen!

Psychiatrie nun streng bewacht

Danach wurde er – so erste Informationen aus der Haftanstalt – schwer medikamentiert und in die Irrenanstalt verbracht. Im Sozialmedizinischen Zentrum auf der Baumgartner Höhe wurden umgehend die Sicherheitsvorkehrungen massiv erhöht. In der Einrichtung, die sonst nur von einem privaten Securitydienst bewacht wird, wimmelt es nun vor Justizwachebeamten. Dies ist immer nur dann der Fall, wenn ein Häftling "zu Gast" im Haus.

Er jammerte schon gestern

Bereits gestern sorgte Jafar S. (23) für Kopfschütteln. Denn: Der Verdächtige erübrigt einfach keinen Gedanken für jene vier Menschen, die er vergangene Woche niedergemetzelt hat, ließ er seine Anwältin Astrid Wagner am Mittwoch in seine seelischen Abgründe blicken. In der Justizanstalt Wien-Josefstadt, wo er sich mit einer Schere umbringen wollte, verstehe er sich so gar nicht mit den sieben Afghanen, mit denen er sich eine Zelle teilt. „Sie behandeln mich nicht nett und wollen mir keine Zigaretten geben“, jammert er. Danach wurde der rabiate Afghane medikamentiert und ist nun auf der Baumgartner Höhe.

Auch Gewand habe er noch keines bekommen: „Er wurde mir zu dem einstündigen Gespräch in einem weißen Nachthemd und Schlapfen vorgeführt“, so Wagner. Sie hält den Mann für geistig verwirrt: „Er fühlt sich verfolgt.“

Hielt ihn Portier für schwul?

So auch am Tag seiner fürchterlichen Messer-Attacken: Jafar S. sei es schlecht gegangen, weil man ihn eines Caritas-Heims im 15. Bezirk verwiesen hatte. Am Nestroyplatz – unweit seines ersten Tatorts – wollte er dann in einem Hotel nächtigen. Der Portier soll dort laut Jafar S. gesagt haben: „Du kannst hier schlafen, aber nur, wenn du mit mir schläfst.“
Das habe ihn erbost: „Unfassbar, ich bin nicht schwul, das ist bei uns in Afghanistan die größte Beleidigung.“
Also stürmte er geladen zurück auf die Praterstraße. Dort kam ihm die Arztfamilie entgegen – gut gelaunt und fröhlich.

Jafar S.: "Satan hat mich verführt"

„Er hatte das Gefühl, er wird von ihnen ausgelacht“, so Wagner. Also zückte Jafar S. sein Messer und stach wie von Sinnen zu. Der Mediziner (67) wurde so schwer verletzt, weil er seiner Tochter (16) zur Hilfe kam. „Der Satan hat mich verführt“, sagt Jafar S. – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – lapidar. Er schmökert im Koran, den er nun erhalten hat – „um ein besserer Mensch zu werden“.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 15.03.2018 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Abschiebung am besten noch heute

    Der Portier hat ihn wütend gemacht, Satan hat ihn verführt, die Arztfamilie war zu fröhlich, die anderen geben ihm keine Zigaretten. Wie schaffen es manche Leute, immer anderen die Schuld für alles zuzuschieben? Der verdient weder Verteidigung noch Luxusknast hier - ab dorthin, wo er hergekommen ist. Am besten heute.

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  • Joseph am 15.03.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte

    Fr. Wagner sollte sich lieber um die Verteidigung von Hr. Faymann, oder Mikl-Leitner kümmern; wenn man denen endlich die Immunität entziehen würde; bzw. im Anschluß anklagen; die haben doch solche Goldjungs importiert; obwohl es zuvor mind. 10 Länder ohne Krieg gab

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  • Hintergrund am 15.03.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Der Satan hat mich verführt

    Er gehört eher nach Hollywood und nicht in eine Psychiatrie.....

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • otto man am 17.03.2018 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Aug um Auge, Finger um Finger

    Zur Strafe sollte man dem Gewalttäter mindestens fünf bis zehn Finger brechen. Behandelt werden sollen diese Knochenbrüche aber erst nach der Rückkehr in Afghanistan.

  • Gerschom am 17.03.2018 03:22 Report Diesen Beitrag melden

    KEINE

    Der Täter ist aus Afghanistan. Ich kann den Täter verstehen, aber bin ich nicht mit seiner Tat einverstanden. Seine Rechtsanwältin meine,dass ihrer Klient unter der psychische Krankheit leide.

  • zimbo am 16.03.2018 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    Todesstrafe wäre fair.

    Und die Bilder auf seine Facebookseite. Nochmals danke an Rotschwarzgrün, Faymann und Derivate.

  • derwiener am 16.03.2018 01:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und wer darfs zahlen?

    natürlich der steuerzahler!

  • Ferdi am 15.03.2018 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung den Verletzten

    Der Spielt der Anwältin was vor,ein Katz und Maus Spiel,einfach runterführen ,es gibt sichere Plätze in Afghanistan,da können sie ihm Verpflegen und hegen,aber nicht hier auf unsere Kosten.Er wollte 4 Menschen töten,Gott sei Dank klappte es nicht