Messer-Mord

12. Dezember 2018 09:40; Akt: 12.12.2018 10:07 Print

Killer (17) ging ins Netz, als er gefälschten Pass wollte

48 Stunden nach der entsetzlichen Bluttat an seiner Freundin Michelle F. (16) in Steyr (OÖ) verhaftete die Wiener Polizei Saber A. (17) beim Bahnhof Floridsdorf.

Der Tatverdächtige Saber A. (17) soll die 16-jährige Michelle ermordet haben. (Bild: Grafik Heute)

Der Tatverdächtige Saber A. (17) soll die 16-jährige Michelle ermordet haben. (Bild: Grafik Heute)

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Er hatte noch alles versucht, entkam vom Tatort in Steyr (OÖ) wohl mit dem Zug bis nach Wien und war kurz davor, sich ins Ausland abzusetzen. Doch da in Österreich und im gesamten Schengenraum intensivst gefahndet wurde, wusste Saber A.: Er benötigt eine neue Identität.

Der mutmaßliche Killer der erst 16-jährigen Michelle F. – er soll auch in seiner Heimat Afghanistan schon getötet haben – kontaktierte aus diesem Grund einen ehemaligen Hasch-Dealer, der Fotos von ihm anfertigen und ihm einen Profi für gefälschte Dokumente vermitteln sollte. Ein solcher war tatsächlich schnell gefunden. Für 2.000 Euro versprach er, bis heute, Mittwoch, einen Pass zu liefern.

Freunde machten Druck auf Killer
Zur Übergabe sollte es aber nicht mehr kommen, da sich selbst "Freunde" letztlich gegen Saber A. wandten. Der Wiener Markus M. (23) kennt die Beteiligten und wirkte via WhatsApp auf die jungen Männer ein, die Augen nach dem Flüchtigen offenzuhalten, wie er „Heute“ schildert: „Wir haben Saber dann klargemacht: ‚Entweder du stellst dich, oder wir finden dich und kommen mit der Polizei.‘“

Und tatsächlich: Punkt 12.50 Uhr wählte Saber A. den Notruf und stellte sich. Polizisten nahmen ihn am Franz-Jonas-Platz in Wien-Floridsdorf fest, er wehrte sich nicht.

Saber A. verzichtet auf Anwalt

Die Beamten brachten ihn aufs Kommissariat. Als klar war, dass er der Gesuchte ist, brachte man ihn ins Polizeianhaltezentrum an der Rossauer Lände. Dort verzichtete er auf den Beistand zweier Anwälte und wurde in den Abendstunden nach Oberösterreich gebracht. Im Landeskriminalamt Linz warteten stundenlange intensive Verhöre auf ihn. Es gilt die Unschuldsvermutung.


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(sk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dsgl am 12.12.2018 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Unklar

    Und woher wären die 2000,- für einen falschen Paß gekommen?

    einklappen einklappen
  • Maverick am 12.12.2018 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Bereicherung

    Die lieben Kinderleins der Heiligen Johanna sind ihrer Schutzmutter weit überlegen. Oder weis die auch schon, wo man einen gefälschten Pass herbekommt?

  • Realist am 12.12.2018 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    überall auf der Welt gilt :

    mit Terroristen wird nicht verhandelt. Man lese sich folgenden Satzt durch : Entweder du stellst dich, oder wir finden dich und kommen mit der Polizei ! Da kommen mir die Tränen, was ist los in unserem Staat !

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Eduard am 18.12.2018 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ich will die nicht mehr hier haben

    Was soll man dazu sagen? Jede dieser Nachrichten ist einfach ein weiteres Steinchen im Mosaik das dafür sorgt das ich jede Lösung befürworte die uns von diesem Volk befreit. Wir brauchen euch nicht hier. Wir wollen euch nicht hier. Und die Politik die dafür sorgt das ich die nie wieder sehen muss wird von mir unterstützt. Und da kann es mir gar nicht mehr extrem genug sein.

  • Metatron am 12.12.2018 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Syrer und Afghane

    Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Schülern in einer Wiener Schule ist am Mittwoch Vormittag völlig eskaliert. Einer der beiden Jugendlichen zückte ein Messer und verletzte damit seinen Kontrahenten.

  • der peter am 12.12.2018 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mit 16 hab

    ich nicht gewusst, wo ich binnen 24 Stunden einen neuen Pass herbekomme. Und ich bin hier aufgewachsen. Der ist drei Jahre hier und kennt alle Facetten des Milieus? Und nicht nur er, die meisten der Illegalen. Und illegal sind sie alle, rechtlich gesehen.

    • in diese kreisen am 12.12.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      wird dir schon lange bevor du einreist

      mitgeteilt, wo du falsche identitäten bekommst. nicht umsonst sind unzählige dieser leute mehrfach gemeldet und kassieren für jede identität sozialhilfe bzw. mindestsicherung. die leben wie die maden im speck bei uns ohne jemals auch nur 1 cent einbezahlt zu haben.

    • nicnac am 16.12.2018 01:38 Report Diesen Beitrag melden

      Traurig

      Dann hätte er aber auch noch 2000 gebraucht! Wäre wahrscheinlich der nächste Tote gewesen.

    einklappen einklappen
  • Korbi am 12.12.2018 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Mikl-Leitner

    wird aber böse sein wenn man dieses Kind als Killer bezeichnet. Hoffentlich gibt sie Heute noch eine letzte Chance....

  • Christian am 12.12.2018 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Auftrag an die Polizei

    Die Polizei sollte sich den Markus M. zur Brust nehmen, damit die Fälscherwerkstätte endlich ausgehoben wird und die Fälscher in Schubhaft kommen!