Tochter im "Heute"-Gespräch

11. April 2019 08:04; Akt: 11.04.2019 08:15 Print

"Ballett-Lehrerin wollte nur das Beste"

von S. Kartik - Einen Tag nach Auffliegen des Skandals um die Staatsopern-Ballettakademie meldet sich die Tochter der entlassenen Lehrerin: "Sie war eine mehr als gute Pädagogin voller Verantwortung."

Ballettchef Manuel Legris, Schuldirektorin Simona Noja und Operndirektor Dominique Meyer. (Bild: Denise Auer)

Ballettchef Manuel Legris, Schuldirektorin Simona Noja und Operndirektor Dominique Meyer. (Bild: Denise Auer)

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Gedrillt, gedemütigt, zum Hungern gezwungen: Die Vorwürfe gegen eine Lehrerin (65) der Ballettakademie der Wiener Staatsoper wiegen schwer.

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"Wir haben vermutlich zu spät reagiert", bedauert Staatsoperndirektor Dominique Meyer gestern bei einer Pressekonferenz die fatalen Fehler der Trainerin.

Die 65-jährige Russin soll laut Recherchen des "Falter" 17-jährige Mädchen blutig gekratzt und gemein beschimpft haben.

Endgültige Entlassung

Bereits vor eineinhalb Jahren habe es Beschwerden gegen die sowjetischen Brutalo-Methoden der Trainerin gegeben. "Sie wurde verwarnt, hatte sich eine Zeit lang gebessert, ist aber später wieder in alte Methoden verfallen", sagt Meyer, der "wirklich böse" auf die Frau ist, die "einen Schleier auf die Staatsoper wirft".

Im Jänner wurde die Pädagogin endgültig entlassen. Im "Heute"-Gespräch bricht ihre Tochter, ebenfalls Ballerina, in Tränen aus: "Meine Mutter wollte nur das Beste für ihre Schülerinnen! Sie hat alles für den Beruf gegeben."

"verantwortungsvolle Pädagogin"

Die schweren Anschuldigungen gegen ihre Mutter weist sie scharf zurück: "Sie war sehr beliebt. Eine verantwortungsvolle Pädagogin, die ihre ganze Liebe in die Arbeit steckte." Aufgebracht sucht sie Gründe für das Karriereende ihrer Mutter: "Da war Eifersucht im Spiel."

Die geschasste Lehrerin sei derzeit nicht in der Lage, selbst mit den Medien zu sprechen: "Sie ist schockiert." Ebenso die Oper, die sich auch mit einem zweiten Lehrer befassen muss, dem sexueller Missbrauch eines Schülers vorgeworfen wird. "Die Justiz ist am Zug", ist Meyer um lückenlose Aufklärung bemüht.

"Tanzprofi ist ein harter Beruf"

Sie hat unter der Lehrerin gearbeitet, die die Ballettakademie der Wiener Staatsoper nun in Bedrängnis bringt: Im "Heute"-Gespräch gibt die erste Solotänzerin Natascha Mair Einblicke in das fordernde Leben der Elevinnen. "Es ist ein harter Beruf und man muss sich natürlich schon in Kindesjahren darauf einstellen."

Mair hat selbst mit der umstrittenen Lehrerin gearbeitet: "Ich habe sie bei Workshops oder als Choreografin erlebt, da war alles okay." An der Ballettakademie hat Mair "nur positive Erfahrungen gemacht", macht sie deutlich.

Ungebührlichen Drill habe sie nicht erlebt. "Man braucht viel Disziplin", spricht sie aus, was alle Spitzensportler kennen. "Es ist schwer zu sagen, was Grenzen überschreitet und was nicht", so Mair leichtfüßig. Und: "Meines Erachtens nach wurden in meiner Schulzeit aber keine Grenzen überschritten."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • soundmaster1957 am 09.04.2019 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hr

    die gehören alle fristlos entlassen und eingesperrt. . die wissen gar nicht wie sehr diese jungen gelitten haben.. furchtbare Zustände. . und es wurde jahrelang hinweggeschaut seitens der verantwortlichen.. sperrt sie ein .. nichts anderes haben diese verdient

  • Sonnenschein am 10.04.2019 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    versteh ich nicht

    Was ich an der ganzen Sache sehr seltsam ist. Haben diese ganzen (Kinder) Opfer keine Eltern, denen sie sich anvertrauen hätten können?

  • Karin Weber am 09.04.2019 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr als traurig!

    Und wie lange haben Damen u. Herren zugeschaut und nix unternommen ? Lauter Sadisten. Den Opernball schau ich mir nie mehr an.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sonnenschein am 10.04.2019 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    versteh ich nicht

    Was ich an der ganzen Sache sehr seltsam ist. Haben diese ganzen (Kinder) Opfer keine Eltern, denen sie sich anvertrauen hätten können?

  • Wm am 10.04.2019 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Das gehört privatisiert oder geschlossen, bis Österreich wieder SCHULDENFREI ist

  • Nadine Weiss am 09.04.2019 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr als traurig

    Eine Schande für Österreich !!

  • Karin Weber am 09.04.2019 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr als traurig!

    Und wie lange haben Damen u. Herren zugeschaut und nix unternommen ? Lauter Sadisten. Den Opernball schau ich mir nie mehr an.

  • Isabell Hohenkofler am 09.04.2019 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eine reine Schande

    Die sollen sich schämen in Wien, Meyer usw. Damen u. Herren !Wollen da glänzen und protzen alle Jahre. Und sowas will Österreich rpräsentieren.