Um 9 Euro

17. April 2019 12:27; Akt: 17.04.2019 12:44 Print

Die Krankschreibung via Whatsapp kommt

Jenes Start-up, das kranken Personen digitale Krankenbescheinigungen ausstellt, weitet seinen Geltungsbereich auf Österreich aus.

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Per Whatsapp krankschreiben lassen, ganz ohne Besuch in der Arztpraxis: Genau diesen Service bietet das deutsche Telemedizin-Service "AU-Schein.de" an - "Heute" berichtete. Nun kommt der Dienst auch in Österreich.

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Wie funktioniert der Whatsapp-Krankenschein?

Zunächst müssen auf "AU-Schein.de" einen Fragebogen beantworten und persönliche Daten eingeben. Per Whatsapp gehen diese Angaben verschlüsselt an einen Arzt. Dieser erkennt anhand der angegebenen Symptome, ob es sich um eine Erkältung handelt.

Dann stellt er dem Patienten eine Krankschreibung aus. Das Dokument erhält man schließlich per Whatsapp sowie im Original per Post. Die Tele-Krankschreibung kostet neun Euro.

Hintergrund

Die Idee kam von Rechtsanwalt Dr. Can Ansay aus Hamburg. Bereits 2013 ließ er eine Symptom-Checker-App entwickeln. Vergangenen November gründete er mit zwei Partnern das Unternehmen. Seither verbucht "AU-Schein.de" rund 80 Bestellungen pro Tag.

"Erkältungen eignen sich optimal als Einstieg in die Telemedizin, da sie mittels Fragen leicht zu diagnostizieren und ungefährlich sind. Mit TeleKrankschreibungen bei Erkältung können wir über vier Millionen unnötige Arztbesuche pro Jahr in Deutschland vermeiden", sagt Ansay.

Textliche Anpassung

Damit das Unternehmen seinen Dienst auch in Österreich und der Schweiz anbieten kann, mussten die Krankschreibungen textlich so angepasst werden, dass sie überregional gültig sind.

Auf Datenschutz soll der Rechtsanwalt einen "besonderen Wert" legen. Demnach erhalte der Arzt über Whatsapp nur den Schlüsselcode, mit dem er die Patientendaten vom deutschen Server entschlüsselt. Per Whatsapp sende er dem Patienten dann nur noch die Krankschreibung in der Version für den Arbeitgeber, also ohne Diagnose. Geplant ist auch eine baldige mögliche Nutzung ohne Whatsapp.

Missbrauch soll kein Problem sein

Arbeitgeber beäugen den Service misstrauisch. Sie befürchten, dass Arbeitnehmer ihn - vor allem für verlängerte Wochenenden - missbrauchen könnten. Hier versucht das Unternehmen zu beruhigen: "Unser Service wird am meisten dienstags genutzt und somit nicht missbräuchlich für ein verlängertes Wochenende. Daher sehe ich keine Missbrauchsgefahr."

Die Missbrauchsgefahr durch Blaumacher werde außerdem dadurch entschärft, dass die Nutzung auf zwei Mal pro Jahr und die Dauer der Arbeitsabwesenheit auf maximal drei Tage beschränkt ist.

Im Gegenteil sei sogar eine Verringerung der Fehltage möglich. Experten würden daher fordern, dass Arbeitnehmer sich für alle Erkrankungen ohne Arzt bis zu sieben Tage selbst krankschreiben dürfen.

Modell soll funktionieren

"Seit Januar hat der neue Service über 4.000 Tele-Krankschreibungen versendet mit 100 Prozent Akzeptanz bei Arbeitgebern sowie Krankenversicherungen und bisher keiner Beschwerde wegen Fehldiagnosen", sagt Ansay. Ohne den Arztbesuch würden Patienten viel Zeit und Strapazen sparen. "Der Arzt hat dann auch mehr Zeit für ernsthaft erkrankte Patienten, die er zudem vor Ansteckung im Wartezimmer schützt.“

Wer eine Erkältung hat und sich für den Krankenschein nicht zum Arzt schleppen möchte, könnte das also künftig auch hierzulande per Whatsapp erledigen.

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(rfr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mal ehrlich am 17.04.2019 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte App

    Schreckliche Erfindung, die viele Fehler nach sich ziehen wird. Kein Patient kann sich selbst perfekt diagnostizieren, seine Symptome genau zuordnen und dann eine passende Diagnose erhalten. Schlimm, dass das erlaubt ist und Leute sich so krankschreiben lassen können. Eventuell werden auch tiefere Ursachen einfach übersehen

    einklappen einklappen
  • Paul am 17.04.2019 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    "Krankschreibung via Whatsapp"

    Eine Firma die für so eine Funktion auf WA setzt, die disqualifiziert sich eigentlich von selbst. Abgesehen davon, eine Krankmeldung muss doch zur Krankenkasse und davon seh ich nix.

    einklappen einklappen
  • Kassenarzt am 17.04.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ein Märchen

    Die Krankschreibung ist ein ärztliches Attest! Meine Damen dürfen nur dann die AU machen, wenn ein frischer Spitalsbefund mit klarer Indikation für einen Krankenstand gegeben ist, zB: Gipsbein,.. alle anderen müssen zum Doktor rein! Ausserdem ist laut Ärztekammer eine DSGVO konforme Datenübermittlung via whats app NICHT ZULÄSSIG! Wir dürfen nicht mal Telefonnummern von Pat. auf unserem Handy speichern wenn wir mit diesem Gerät whats app nutzen! Daher erst die Krankenkassen und Ärztekammern kontaktieren bevor man so einen Artikel bringt!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Ich würde es sofort nutzen am 17.04.2019 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich gut

    Bei den geringen löhnen ist es super, da kann man 2 mal im Jahr 3 Tage rausholen, um sage und schreibe 18 Euro hihi, a 9 Euro. Ich werde es am Mittwoch benutzen ;-)

  • Bruno Bär am 17.04.2019 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr praktisch

    Da braucht man gar nicht mehr aufstehen und zum Arzt gehen. Da werden die Krankenstandstage aber explodieren. Man teilt einfach eine fingierte Krankheit mit und schon ist man im Krankenstand. Sehr toll. Dürfen dann Arbeitgeber auch per WhatsApp kündigen.

  • Kassenarzt am 17.04.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ein Märchen

    Die Krankschreibung ist ein ärztliches Attest! Meine Damen dürfen nur dann die AU machen, wenn ein frischer Spitalsbefund mit klarer Indikation für einen Krankenstand gegeben ist, zB: Gipsbein,.. alle anderen müssen zum Doktor rein! Ausserdem ist laut Ärztekammer eine DSGVO konforme Datenübermittlung via whats app NICHT ZULÄSSIG! Wir dürfen nicht mal Telefonnummern von Pat. auf unserem Handy speichern wenn wir mit diesem Gerät whats app nutzen! Daher erst die Krankenkassen und Ärztekammern kontaktieren bevor man so einen Artikel bringt!

  • Luisa am 17.04.2019 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wie soll das bei der neuen DSGVO gehen?

    Wie das mit Dtaenschutz gehen soll müssen die genauer eklären, wenn ich per Whatsapp nicht einmal einen Termin mit meinen PatientInnen vereinbaren darf.

  • Faulhammer am 17.04.2019 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Der Totenschein wird automatisch

    ausgestellt, wenn am Konto des Pensionisten 12 Monate keine manuellen Abhebungen mehr registriert werden.