Neuer NÖ-AMS-Chef im Interview

17. Oktober 2018 08:40; Akt: 16.10.2018 18:43 Print

"Acht neue Case Manager für Langzeitarbeitslose"

AMS NÖ-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich (29) über Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit, den Amtsantritt im Sommer und unnötige Kurse des Arbeitsmarktservice.

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Sven Hergovich ist mit erst 29 Jahren seit Juli neuer AMS-Landesgeschäftsführer. "Heute" traf ihn am Montag in der AMS-Landesgeschäftsstelle in Wien zum Interview.

„Heute“: Was war Ihnen als AMS NÖ-Chef zum Start wichtig?
Hergovich: In den ersten 60 Tagen habe ich alle 22 Geschäftsstellen in Niederösterreich besucht, das ist für mich ein Zeichen des Respekts. Es gab auch bereits viele gute Gespräche mit Unternehmen in ganz Niederösterreich.

„Heute“: Mit 6,8 % ist die Arbeitslosenquote in NÖ so niedrig wie vor fünf Jahren, können Sie sich gemütlich zurücklehnen?
Hergovich: Es ist erfreulich, dass die Wirtschaft so gut wächst. Die große Herausforderungen sind eine gute Ausbildungen für Jugendliche und die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu drücken.

„Heute“: Mit welchem Plan?
Hergovich: Heuer konnten wir für 3.658 Arbeitslose, die länger als ein Jahr ohne Job waren, wieder Arbeit finden, um 51 mehr als im Vorjahr. Wir sehen schon erste Erfolge. Ab November gibt es für Niederösterreich acht eigens geschulte Case Management-Berater, die sich um Langzeitarbeitslose kümmern. Bei den Jobsuchenden sind auch schwierige Persönlichkeiten mit harten Lebenswegen dabei, für deren Betreuung vor allem Zeit notwendig ist, wo man vielleicht auch ein Schuldenproblem lösen muss. Die Case Manager bringen dabei ihr Wissen und ihre Expertise ein.

„Heute“: Stecken AMS-Kunden auch in unnötigen Kursen fest?
Hergovich: Gleich zum Start habe ich das gesamte Ausbildungsprogramm überarbeiten lassen. Es sind viele Kurse gestrichen worden, andere, vor allem im technischen Bereich, dazugekommen. Hier gibt es einen Fachkräftemangel und einen massiven Bedarf am Arbeitsmarkt.

„Heute“: Der Erhebungsdienst in Niederösterreich gegen schummelnde Arbeitslose hat im September den Dienst aufgenommen. Wie viele Mitarbeiter hat er?
Hergovich: Wir haben den Erhebungsdienst eingeführt, weil er in anderen Bundesländer auch schon funktioniert. Fünf Mitarbeiter werden im Vollausbau in Niederösterreich im Einsatz sein. Gerechtigkeit ist mir ein wichtiges Anliegen.

„Heute“: Wie sehen Sie die Performance von Sozialministerin Beate Hartinger-Klein?
Hergovich: Es steht mir nicht zu, die Arbeit der Bundesregierung zu kommentieren. Meine Aufgabe ist es, im Rahmen der Gesetze zu agieren.

„Heute“: In welchem Viertel in Niederösterreich gibt es die größten Herausforderungen?
Hergovich: Die Viertel sind unterschiedlich, was den Arbeitsmarkt betrifft. Deshalb ist es mir wichtig, mit 22 Geschäftsstellen in Niederösterreich, so viele wie in keinem anderen Bundesland, diese Stärke zu bewahren.

„Heute“: Welche Meinung haben Sie in der Debatte um Lehrlinge und Flüchtlinge?
Hergovich: Das Ziel ist, alle Jobsuchenden in den Arbeitsmarkt zu integrieren, natürlich möglichst rasch auch alle Asylberechtigten.

„Heute“: Ihr Ziel wenn Sie zehn Jahre weiter denken?
Hergovich: Die besten Lösungen für Niederösterreich zu finden und ein Vorbild für andere Bundesländer zu werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sa am 17.10.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Na hauptsache für die AMSler gibts Case Manager. Und was ist mit Menschen, die 25 Jahre im Berufsleben stehen, dann aus gesundheitl Gründen versetzt worden sind. Da hats sich niemand gekümmert, weder Gewerkschaft oder sonst etwas. Keine Umschulung, Rückstufung um vier Gehaltsstufen usw, nach dem Motto "Friss, oder stirb"

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  • Angel66 am 17.10.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aaaajaaa...

    ....und wieviele Niederösterreicher sind in Wien arbeitslos gemeldet?.... ( 2.Wohnsitz )

  • Konfusius am 17.10.2018 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hom Sie was gelernt? Na sog i verhaermt

    Die Türkisen gehen sehr vernünftig mit dem Thema Arbeitslosigkeit um. Sie verstehen es, da die Hebel richtig anzusetzen. Daher hoffe ich, dass ihr Plan zur Gedeihlichkeit der Betroffenen durchgezogen werden kann.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sa am 17.10.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Na hauptsache für die AMSler gibts Case Manager. Und was ist mit Menschen, die 25 Jahre im Berufsleben stehen, dann aus gesundheitl Gründen versetzt worden sind. Da hats sich niemand gekümmert, weder Gewerkschaft oder sonst etwas. Keine Umschulung, Rückstufung um vier Gehaltsstufen usw, nach dem Motto "Friss, oder stirb"

    • Amlacher am 17.10.2018 13:35 Report Diesen Beitrag melden

      Achja

      Ich habe meinen Beruf durch einen Unfall verloren. Bin seit über 10Jahren arbeitslos. Habe sogar mich beim AMS beworden. Aber mit 3 Gesellenbriefe ist man anscheinend nicht gut genug. Wenn man wem kennt wird einfach ein hoch bezahlter Job geschaffen(eine Vermutung von mir). Ausbildung ist nur in den unteren Ebenen der Berufswelt auf erster stelle gefragt!

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  • Konfusius am 17.10.2018 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hom Sie was gelernt? Na sog i verhaermt

    Die Türkisen gehen sehr vernünftig mit dem Thema Arbeitslosigkeit um. Sie verstehen es, da die Hebel richtig anzusetzen. Daher hoffe ich, dass ihr Plan zur Gedeihlichkeit der Betroffenen durchgezogen werden kann.

    • Joesi P. am 17.10.2018 10:05 Report Diesen Beitrag melden

      Na guat, daunn net...

      "Wir vergeben seit langem schon keine Führungsposition." Btw: Das Zitieren von Joesi Prokopetz Songtexten und Verwendung des Begriffs "Gedeihlichkeit" zwangsoutet dich jahrgangsmäßig :)

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  • Angel66 am 17.10.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aaaajaaa...

    ....und wieviele Niederösterreicher sind in Wien arbeitslos gemeldet?.... ( 2.Wohnsitz )