Riesenvogel griff an

29. April 2014 22:03; Akt: 30.04.2014 10:38 Print

"Strauß schlug mir Auge aus, bin ihm nicht böse"

Der mörderische Fußtritt zerschmetterte Reiner Gärtners Gesicht (30 Brüche), eine Zehe durchbohrte sein rechtes Auge. Angreifer: ein 160-Kilo-Riesenvogel. Tatort: das "Straußenland" des Opfers.

 (Bild: Feuchthuber)

(Bild: Feuchthuber)

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Der mörderische Fußtritt zerschmetterte Reiner Gärtners Gesicht (30 Brüche), eine Zehe durchbohrte sein rechtes Auge. Angreifer: ein 160-Kilo-Riesenvogel. Tatort: das "Straußenland" des Opfers.

"Ich wusste sofort, das Auge ist weg. Aber durch den Schock hatte ich kaum Schmerzen", erzählt Reiner Gärtner (71). So spürte er auch kaum die 30 Brüche im Gesicht. Der Oberkiefer war vom Schädel abgespalten, die Nase eine Grube.

Blutüberströmt rief der Altbauer am Handy seinen Sohn an: "Ein Strauß hat mich attackiert!" Dann verlor er das Bewusstsein. Mit einem gezielten Tritt kann ein Strauß Löwen töten. Gärtner lag nach dem Angriff  kurz vor Ostern  17 Tage im Spital.

Beim "Heute"- Besuch am Dienstag war er wieder erstaunlich gut auf den Beinen. Stolz führte der sympathische Naturfreund mit dem Wortschatz eines Philosophen durch sein Reich - das "Straußenland" in Schönberg (NÖ): ein Paradies für 400 Riesenvögel, die sich auf 17 Hektar frei bewegen. Und ein Erlebnis für Besucher - von der Führung bis zum Delikatessen-Shop.

Gärtners Lebenswerk hätte ihn nach 21 Jahren jetzt fast das Leben gekostet: "Mein Fehler", sagt er. "Ich hatte im Strauß- Gelände eine Autopanne und wollte zu Fuß weiter. Das hat ein großer Hahn als Revierverletzung empfunden." Dem Rowdy ist er nicht böse: "Der Mensch hat 1,5 Kilo Hirn, der Strauß nur vier Deka. Aber ausgestiegen bin ich."

(W. Höllrigl)

 

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