Wende bei Moped-Unfall

20. März 2019 20:30; Akt: 20.03.2019 18:28 Print

Bursch starb: Freund nahm Schuld auf sich, Freispruch

Ein Waldviertler soll seinen besten Freund am Moped in den Tod gefahren haben, sagte das auch anfangs vor Gericht so aus. Jetzt stellte sich heraus, dass er dennoch unschuldig sein dürfte.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Brisante Wende nach einem äußerst tragischen Unfall in Niederösterreich. Im Mai 2017 soll Marcel K. (15, Name geändert) in Waidhofen an der Thaya bei einem Unfall für den Tod seines besten Freundes Thomas B. (15, Name ebenfalls geändert) verantwortlich gewesen sein – "Heute" berichtete mehrmals.

Marcel war mit dem Moped zu schnell über die sogenannte Bittnerkreuzung gebraust, am Sozius saß Thomas. Die beiden krachten in ein Auto das Vorrang hatte, der Autofahrer wurde verletzt, dessen Kinder erlitten einen Schock. Thomas starb am Unfallort, Marcel erlitt lediglich einen Knöchelbruch – das war die Version, die Marcel der Polizei und später dem Gericht aufgetischt hatte. Der Schüler wurde zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt. Doch das Urteil wurde nie rechtskräftig, es gab Zweifel.

Gutachten bringt Wende

Fast zwei Jahre später wurde der Fall am Mittwoch in Krems neu verhandelt – mit einem neuen Gutachten. Und diesmal sagte Marcel aus, dass er gar nicht gefahren, sondern er nur am Sozius gesessen sei. Er hatte seinen besten Freund, der nicht einmal einen Mopedschein hatte, also niemals hätte fahren dürfen, offenbar einfach nicht "anpatzen" wollen. Statt schlecht über einen Toten zu reden, nahm der damals 15-Jährige die Schuld lieber auf sich. Die Version des Burschen wurde auch vom technischen sowie medizinischen Gutachten gestützt (Anm.: Laut medizinischem Gutachten muss der Fahrer die weit schwereren Verletzungen davon getragen haben).

Der Richter folgte den Ausführungen der Experten und sprach Marcel frei. Das Urteil ist allerdings wieder nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft meldete sofort Nichtigkeitsbeschwerde an.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(min)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.