Österreich-Konsequenzen

14. Juni 2019 09:11; Akt: 14.06.2019 09:26 Print

Das ändert sich nun nach dem Amazon-Skandal

Weil ein Beschäftigter von Amazon Österreich über angeblich menschenunwürdige Arbeitsbedingungen auspackte, soll es Konsequenzen geben.

Die GPA-djp hatte gemeinsam mit Beschäftigtem Maarten N. "katastrophale Arbeitsbedingungen" bei Amazon aufgedeckt. (Video3)
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Maarten N. arbeitet seit einem halben Jahr im Verteilzentrum von Amazon in Großebersdorf (Bezirk Mistelbach), angestellt über eine Leiharbeitsfirma. Das Arbeitsklima sei dramatisch, es herrsche Angst, jederzeit den Job zu verlieren. Zudem sei die Halle des Verteilzentrums zu eng, immer mehr Pakete sollen in immer kürzerer Zeit bearbeitet werden und ein Scanner erfasse jede Tätigkeit der Arbeiter.

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Wer zudem einen Gegenstand bei sich trage, stehe unter "Pauschalverdacht, es womöglich aus einem Paket entwendet zu haben", so Maarten N. bei einer Pressekonferenz mit Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp). "Solche Verhältnisse werden wir nicht zulassen", so Teiber, die Konsequenzen ankündigte. "Wir denken nicht, dass die Vorwürfe die Wirklichkeit in unseren Gebäuden widerspiegeln", hieß es dagegen von Amazon.

Versetzungen und Kündigung

Konsequenzen scheint der Konzern aber bereits gezogen zu haben. Während die GPA-djp eine Hotline (0676/817111013) eingerichtet hat, an die sich Beschäftigte am österreichischen Amazon-Standort anonym wenden können, berichtete unter der Nummer ein Insider über Folgen des angeblichen Skandals. So habe es im österreichischen Management mehrere Versetzungen und sogar eine Kündigung gegeben.

"Darüber hinaus wurde die Halle nach einer Überprüfung durch das Arbeitsinspektorat komplett umgebaut", heißt es von der Gewerkschaft. "Wir haben darüber hinaus die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse ersucht zu überprüfen, ob bei den Botenfahrern Scheinselbständigkeit vorliegt und regen beim Sozialministerium eine Verordnung an, die Anzahl der Leiharbeitskräfte bei Amazon drastisch zu reduzieren", so Teiber. Sie fordert Amazon auf, alle "Überwachungsmaßnahmen einzustellen und die Leiharbeitskräfte in ein reguläres Dienstverhältnis zu überführen".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • etymos am 14.06.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    realistisch betrachtet

    man sollte jetzt nicht so die internetkäufer stigmatisieren. wenn die teuerung jedes jahr höher als lohn-respektive pensionserhöhung ist. was soll die breite masse der geringverdiener denn anderes tun ? man rennt ohnehin schon von einer aktion zur anderen.

  • Bernard am 14.06.2019 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Amazon ist zu teuer

    Beispiel die beliebten "Spar"-Abos. Sechser Pack Shampoo (Deo, Rasierer, Kondome, vollkommen egal was). Auf den ersten Blick günstig, aber gibt es im Supermarkt um die Ecke mindestens alle 2 Monate zum HALBEN Preis. DORT kaufe ich die Spar Abo Artikel für ein paar Monate wirklich günstig ein. Auch PC Hardware ist unverschämt überteuert. Lieber auf Geizhals kurz checken und um 15E billiger im Geschäft um die Ecke holen. Das einzige wofür Amazon gut ist, sind ausgefallene Artikel, die man sonst kaum wo her bekommt. Alles andere gibt es wo anders meistens billiger

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  • Eveline am 14.06.2019 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Hatte schon negative Erfahrungen mit Amazon habe aber Dank des Konsumentenschutz die Klage gewonnen. Seit dem kaufe ich dort nicht mehr ein. Den ich sehe es nicht ein, der Besitzer ist Milliadär und die Arbeiter werden mieß behandelt und das möchte ich nicht noch fördern. Es gibt andere Geschäfte wo man auch gut und günstig einkaufen kann

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Thirona Sul am 15.06.2019 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutz...

    Ein erhöhter Schutz für sogenannte Whistle Blower muss unbedingt her. Dies sollte allgemein in Österreich zu den Korruptionspräventionsmaßnahmen gehören, auf allen Ebenen. Hier sollte auch festgelegt werden, wie die folgende Ermittlung von statten zu gehen hat und dass der Whistle Blower weder Gewinn aus seiner Situation noch Benachteiligung zu erfahren hat. Es darf auch keiner mit Falschaussagen in Misskredit geraten, weder private noch juristische Personen (Unternehmer).

  • Shame am 14.06.2019 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Online kauft

    zerstört den Kleinhandel und sponsert die Öl- und Autoindustrie...

    • Martin am 16.06.2019 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Shame

      Ach ja... und der Kleinhandel stellt alles pauschal selbst her,und oder lässt es sich ins Geschäft teleportieren... Preisvergleich heißt der Zauber... sonst nichts...

    einklappen einklappen
  • Umsatz am 14.06.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Auf kosten der Gesundheit

    Dauert net lang bis der Bezos die Gewerkschaft schmiert dann gehts wie gehabt weiter.

  • Leopold Tintera am 14.06.2019 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wie überraschend

    Schon überraschend, daß Amazon in Österreich genauso arbeitet wie überall sonst. Warum sollten sie auch was ändern, wenn es so bestens läuft? Die ständige Überwachung führt zu besserer Leistung, ist nunmal so. Wenn es wer nicht aushält, nicht aushalten will - bitte da ist die Tür. Wenn das nicht gewünscht ist, warum tut die Politik nichts? WEIL ES SO GEWOLLT IST von der Politik. Leider.

  • Sochal am 14.06.2019 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 Woche selbst Chef sein und dann urteilen!

    Das was die Mitarbeiter als Überwachung durch Scanner auslegen, wird Amazon als "Teil zur Prozessoptimierung" auslegen was durchaus legal ist. Die Geschichte mit den Leiharbeitern ist doch lächerlich, diese moderne Art des Sklavenhandels wird schon seit Jahrzehnten toleriert und sogar gefördert! Warum also soll Amazon damit aufhören? Abschließend muss man ehrlich gestehen, Amazon scheint ein hartes Regiment zu führen, seinen Arbeitgeber kann man sich aber aussuchen. In diesem Sinne wem es nicht passt der kann ja gehen!