08. Oktober 2010 00:04; Akt: 25.02.2011 13:53 Print

Erbitterter Streit um Steinbruch

Der Interessenskonflikt rund um den geplanten zweiten Steinbruch bei Paudorf (Bez. Krems) weitet sich aus: Die Bürgerinitiativen bestehen auf einen Termin beim Landeshauptmann. Erwin Pröll befand sich am Donnerstag aber bei Förderverhandlungen in Brüssel. Landesrat Johann Heuras nahm die Petition entgegen.

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Was Wolfgang Janisch von „Lebenswertes Paudorf“ auf die Palme bringt: „Das kann doch nicht sein, dass der Landeshauptmann zum vierten Mal kein Ohr für uns hat. Immerhin geht es da um Lebensqualität und damit die Gesundheit und Zukunft unserer Kinder!“ In der Petition, die gestern überreicht wurde – der Landeschef hatte erst tags zuvor wegen eines wichtigen Termins in Brüssel abgesagt – werden die Einstellung aller Probebohrungen in Paudorf-Hörfahrtgraben, die Einstellung des Projektes sowie die Umwidmung des Dunkelsteinerwaldes in ein Naturschutzgebiet gefordert. Die Pikanterie an der Sache: Der umstrittene Grund gehört dem Stift Göttweig, dem die Familie Pröll eng verbunden ist.

Walter Kosar von den „Freunden des Dunkelsteinerwaldes“ und Mitunterzeichner der Petition ist ebenfalls empört: „Wir wollen den Dunkelsteinerwald in eine selbstbewusste, zukunftsorientierte und wirtschaftlich erfolgreiche Vorzeigeregion verwandeln. Warum nicht auch die Landesregierung?“ Mit deftigen Mottos wie „Naturschutz ja, Steinbruch nein – soviel Hirn muss sein“ versuchten sich die Steinbruch-Gegner vor dem Landhaus in St. Pölten Gehör zu verschaffen.

Im Stift Göttweig gibt man sich wortkarg. Man sieht sich aber auch als wirtschaftliches Zentrum der Region: „Ohne den Steinbruch in Paudorf gäbe es bei uns kein Haus und keine Straße. Von den Arbeitsplätzen ganz zu schweigen!“

Karl Müllauer

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