So wählte NÖ

27. Mai 2019 01:57; Akt: 27.05.2019 11:04 Print

Auch in Niederösterreich legte die VP deutlich zu

Die Europawahl 2019 ist geschlagen, auch in NÖ war die VP der Sieger. 40,6 % der Niederösterreicher wählten die VP (+7,7), 22,0 % die SP (-1,0), 18,5 % die FP (-0,6), 9,9 % die Grünen (-1,3), 7,55 % die NEOS (+0,2).

So hat NÖ gewählt (ohne Briefwahlkarten). (Bild: Screenshot/BMI)

So hat NÖ gewählt (ohne Briefwahlkarten). (Bild: Screenshot/BMI)

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Die Wahlbeteiligung war dieses Jahr in Niederösterreich deutlich höher als im Jahr 2014, das vorläufige Ergebnis ohne Briefwahlkartenstimmen lautet: 40,6 % wählten die VP. Somit 7,7 % mehr als noch 2014 - ein Traumergebnis. Die Roten kamen auf 22,0 % der Stimmen, mussten einen Verlust von 1,0 % einstecken. Die Blauen erreichten 18,5 % der Stimmen, ein Minus von 0,6 %. In Anbetracht der "Ibiza-Krise" ein starkes Ergebnis. Die Grünen NÖ gaben mit 9,9 % der Stimmen ein kräftiges Lebenszeichen von sich. Auch die NEOS konnten mit 7,6 % (Anm.: 7,55 % - wurde mit 7,5 % ausgewiesen, sind aber eigentlich 7,6 %) der Stimmen in NÖ zufrieden sein. Denn: Neben der VP konnten nur die NEOS - ein kleines, aber feines - Plus einfahren (plus 0,2 %).
Die KPÖ kam auf 0,6 % der Stimmen. Fast bedeutunglos enttäuschend: EUROPA (Liste Jetzt, ehemals Liste Pilz) mit 0,9 Prozent:

Alle Bezirke schwarz, 2 Statutarstädte rot

In allen Bezirken siegten die Schwarzen. In Zwettl, Horn, Hollabrunn, Scheibbs und Waidhofen/Thaya erreichte die VP mehr als die Hälfte der Stimmen. Spitzenwert: Zwettl mit 58,1 %! Die Roten konnten die Städte St. Pölten und Wr. Neustadt gewinnen. Spitzenwert: St. Pölten mit 33,0 Prozent. Die FP konnte in einigen Bezirken den zweiten Platz holen (wie Waidhofen/Thaya, Zwettl, Horn, Krems-Land). Sehr stark waren die Blauen in Wr. Neustadt-Stadt mit 22,7 % (dritter Platz).

Die Grünen fuhren traditionell im städtischen Bereich die stärksten Ergebnisse ein. In Mödling ließen die Grünen sogar die Blauen hinter sich. Top-Bezirk der Öko-Partei: Mödling mit 16,8 % der Stimmen. Die NEOS waren auch in den urbanen Bereichen stärker als am Land. In Mödling blieben die NEOS nur knapp hinter den Blauen. Topwert: 13,1 % in Mödling, zweistellig waren die NEOS auch in Tulln. Nichts zu holen gab es für die KPÖ und EUROPA.

Zu den Städten: In Baden waren die Grünen mit 17,3 Prozent vor den Blauen (14,4 %) und nur knapp hinter den Roten (18,6 %). Die Schwarzen holten sich auch Baden mit 36 %. Im "roten" Wr. Neustadt blieb die SP (28 %) nur hauchdünn vor der VP (27,8 %). Dritter: Die FP mit 22,7 %. Klar siegte die SP in St. Pölten (33 %) vor der VP (28,5). Aber auch in St. Pölten konnte die VP stark zulegen. In Klosterneuburg behielt die VP mit 36,4 % die Oberhand. Zweiter wurden in der Babenbergerstadt die Grünen mit 19,5 %, Dritter die SP mit 16,2 %, Vierter die NEOS mit 14,9 % und nur auf Platz fünf in Klosterneuburg die Blauen mit 11,1 %. Beachtlich: HC Strache holte in Klosterneuburg nur eine Vorzugstimme weniger als FP-Frontmann Harald Vilimsky.

Bärnkopf tiefrot, Zwölfaxing blau

Einige weitere Besonderheiten: In Amaliendorf-Aalfang (Gmünd) kam die SP auf 40,3 %, siegte vor der FP (23,9 %), die VP wurde nur Dritter mit 22,8%. In Bärnkopf (Zwettl) holte die SPÖ die Absolute mit 50,3 %. Es wurden aber nur 192 Stimmen abgegeben in Bärnkopf. In Großhofen (Bezirk Gänserndorf) erreichte die SP nur 3,9 Prozent der Wähler. Trost für die Roten: Das Angerndorf im Bezirk Gänserndorf gilt als kleinste Gemeinde Niederösterreichs, hat nur 98 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2019) und nur 63 Wahlberechtigte. 53 Großhofner machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, zwei wählten ungültig, zwei die SP, zwei die Grüne, neun die FP, 33 die VP und immerhin fünf die NEOS.

In Zwölfaxing (Bruck) siegte die FP (28,8 %) vor der VP (28 %) und der SP (25,5 %). In Dietmanns (Waidhofen/Thaya) kam die FP auf 31,6 % - den Sieg holte sich die SP mit 38,8 %. Nur Dritter in Dietmanns: die VP mit 21,5 %. In Eichgraben (St. Pölten-Land) wurden die Grünen mit 20,1 % Zweiter hinter der VP. In Obersiebenbrunn (Gänserndorf) erreichten VP und SP je 29 % der Stimmen, knapp vor der FP mit 27,7 %. Auch in St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln) errichten die Grünen knapp 20 %.

Hochburgen der Parteien

Die Hochburgen der Parteien in Niederösterreich: Die ÖVP hat in Röhrenbach (Horn) mit 74,5 Prozent ihr bestes Ergebnis erzielt, kam in zahlreichen Gemeinden über 60 Prozent, in mehreren Kommunen sogar über 70 Prozent. Die SPÖ in Bärnkopf (Bezirk Zwettl) mit 50,3 Prozent. Die FPÖ erzielte in Untersiebenbrunn (Bezirk Gänserndorf) mit 32,8 Prozent das beste Ergebnis in Niederösterreich. Die Grünen kamen in Purkersdorf (Bezirk Sankt Pölten-Land) auf auf beachtliche 21,5 %, die NEOS erreichten starke 18,8 % in Gaaden (Bezirk Mödling). Die KPÖ kam in Ottenthal (Bezirk Mistelbach) auf 2,1 Prozent, EUROPA kam auf 2,6 Prozent in Bürg-Vöstenhof (Bezirk Neunkirchen).

SP traurig, Rest zufrieden

SPNÖ-Chef Franz Schnabl zum Ergebnis: "Dieses Ergebnis löst keinen Jubel aus. Die VP konnte die hohe Wahlbeteiligung nutzen. Wir sind traurig." Udo Landbauer (FP) sprach von einem kräftigen Lebenszeichen der Blauen: "Ein großer Erfolg, speziell in NÖ sind wir gut aufgestellt." Sehr zufrieden war Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP): „Für mich liegen in diesem Wahlergebnis zwei Erkenntnisse: Zum ersten ist es eine Stärkung der politischen Mitte und Stabilität - ein Votum für ein gemeinsames und besseres Europa und auch ein starkes Niederösterreich in Europa. Zum zweiten ist es auch ein persönlicher Vertrauensbeweis für Bundeskanzler Sebastian Kurz. Sein Kurs und seine Arbeit für Österreich werden offensichtlich honoriert und sollen auch fortgesetzt werden."

Auch Helga Krismer (Grüne NÖ) war happy: "Die Menschen haben uns Vertrauen geschenkt." Indra Collini (NEOS NÖ) war glücklich: Ich freue mich über das Ergebnis, weil wir im Vergleich zur Nationalratswahl 2017 weiter gewachsen sind. Wir haben klar gesagt, dass die Reise in Richtung Vereinigte Staaten von Europa gehen soll. Das war eine gewagte, aber sicherlich die mutigste und ehrlichste Ansage in diesem Wahlkampf. Für ein vereintes, handlungsfähiges Europa haben wir mit großer Leidenschaft gekämpft und ich bin glücklich, dass wir gerade als sehr junge Landespartei in den vergangenen Wochen vieleUnterstützer gewinnen konnten.“

*Ergebnisse ohne Wahlkarten

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spö sind unsozial und umweltschädigend am 27.05.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Övp auch noch gscheiter als spö

    Seid froh in nö dass nicht die spö regiert. Sonst wäre es schluss mit heizkostenzuschuss und anderer sozialleistungen. Ausserdem würden die mieten und abgaben stark steigen wenn die spö regiert. Mit der schönen natur in nö wäre es dann auch vorbei, da die spö verkehr und lärm unterstützt.

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  • Spö sind unsozial und umweltschädigend am 27.05.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Övp auch noch gscheiter als spö

    Seid froh in nö dass nicht die spö regiert. Sonst wäre es schluss mit heizkostenzuschuss und anderer sozialleistungen. Ausserdem würden die mieten und abgaben stark steigen wenn die spö regiert. Mit der schönen natur in nö wäre es dann auch vorbei, da die spö verkehr und lärm unterstützt.