Niederösterreich

24. Mai 2019 18:00; Akt: 26.05.2019 10:13 Print

Falsches Mittel gespritzt, Mann tot: Arzt vor Gericht

Wegen grob fahrlässiger Tötung müssen ein Internist und seine Assistentin aus dem Waldviertel im Juni am Landesgericht Krems auf die Anklagebank.

Falsches Medikament in Spritze. (Bild: iStock (Symbol))

Falsches Medikament in Spritze. (Bild: iStock (Symbol))

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Wegen grob fahrlässiger Tötung müssen ein Internist und seine Assistentin aus dem Waldviertel im Juni am Landesgericht Krems auf die Anklagebank.

Rückblick: Am 29. November 2018 war es in einer Ordination im Waldviertel zu einer tragischen Verwechslung gekommen ("Heute" berichtete). Ein Patient, der sich einer Gastroskopie unterziehen wollte, bekam irrtümlich das falsche Medikament injiziert. Der Internist injizierte dabei "Antiflat" (Anm.: gegen Blähungen und Gasbildung im Darm) statt "Propofol" (Anm.: ein Narkotikum). Der Patient (50) bekam binnen kurzer Zeit schwere gesundheitliche Probleme, starb nach der Einlieferung im St. Pöltner Uniklinikum an einer Hirnblutung sowie Atem- und Hirnlähmung. Laut Anklage darf "Antiflat" nur oral verabreicht werden.

Bis zu 3 Jahre Haft

Laut Staatsanwaltschaft gab es in der Praxis ein Kommunikationsproblem, der Mediziner soll seine Assistentin unzureichend über die Umstellung auf eine neue Sedierungsmethode mit „Propofol“ informiert und sie ungenügend instruiert und kontrolliert haben (Anm.: am 29. November 2018 wurde erstmals nach der neuen Sedierungsmethode gearbeitet). Der Arzthelferin wiederum wird vorgeworfen, sich nicht beim Arzt erkundigt zu haben – sie zog das "Antiflat" auf und legte es für ihren Chef bereit.

Facharzt und Arzthelferin müssen sich am 5. Juni am Landesgericht Krems wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Beiden Angeklagten droht dabei bis zu drei Jahre Haft, es gilt die Unschuldsvermutung. Der Arzt gilt in der Region als recht beliebt und fleißig, war nach dem Unglück am Boden zerstört.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dana am 24.05.2019 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Dieser tolle beliebte Arzt arbeitet oft bis 2 Uhr nachts, danach gehts morgens weiter ins Krankenhaus. Da passieren Fehler und das ist fahrlässig! Die Gier ist ein Hund!

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  • Silvii am 24.05.2019 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch...

    Wie kann man Antiflat aufziehen und verabreichen wenn sie oral eingenommen werden? Hab noch nie gehört dass Tabletten zermörsert werden und i.v. verabreicht werden...

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  • Marcus am 24.05.2019 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ruhe in Frieden

    Das Traurige ich kannte die Person Persönlich er war ein Kollege.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Genau am 09.06.2019 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Denk

    Kann man Tropfen nicht oral einnehmen? Man muss kein Genie sein, um das zu erkennen.

  • Alice am 25.05.2019 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mhm

    Wo bleibt die 2te Kontrolle vom Arzt? Wenn hier bis 1-2 Uhr gearbeitet wird, passieren Fehler. Schrecklich, aber passieren wird dem Arzt nix, höchstens der Assistentin. Ändern wird sich a nix!

  • Thirona Sul am 25.05.2019 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fairness?

    Arzt zu sein ist mit einer enorm hohen Verantwortung verbunden. Dass etwas passieren kann, ist traurig aber auch verständlich. Wir sind eben alle nur fehlerhafte Menschen. Nur selten werden derartige Fehler vor Gericht getragen - eben nur dann, wenn der Fehler eindeutig nachvollziehbar/beweisbar ist und es dafür gesetzliche Hintergründe gibt. Kaum bzw. gar nicht beredet werden Fälle, in welchen Menschen anhand falscher med. Anfangsbehandlung oder überhaupt wegen Unterlassung einer med. Behandlung versterben. Solange die Ärzte klug zusammen halten, wird weder etwas in Befunden noch in Entlassungsberichten aufscheinen. So geschehen bei einem lieben Bekannten von mir. Mit etwas Hausverstand, kann man unklare Verläufe gut erkennen. Nicht mal der Patientenanwalt hatte Lust sich des Falles anzunehmen. Frei nach dem Motto: Zurückholen kann man die Person eh nicht mehr. Wer also versucht etwas aufzuklären, wird abgewiesen, weil man ja bloß den Verlust nicht hinnehmen kann/will... Ein moralisches Für und Wider :-(

  • Marcus am 24.05.2019 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ruhe in Frieden

    Das Traurige ich kannte die Person Persönlich er war ein Kollege.

    • Thirona Sul am 25.05.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marcus

      Mein aufrichtiges Mitgefühl!!!

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  • Silvii am 24.05.2019 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch...

    Wie kann man Antiflat aufziehen und verabreichen wenn sie oral eingenommen werden? Hab noch nie gehört dass Tabletten zermörsert werden und i.v. verabreicht werden...

    • Dana am 24.05.2019 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silvii

      Gibts auch in flüssiger Form

    • Tf am 24.05.2019 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silvii

      Antiflat sind Tropfen und keine Tabletten! Bleibt trotzdem auch die Frage, warum zieht man Tropfen, die ja auch einen entsprechenden Aufsatz haben in eine Spritze auf??!!

    • Besharj am 24.05.2019 20:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Dana

      Ist die flüssige Form von Antiflat klar oder milchig?

    • Silvii am 24.05.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dana

      Danke, kenn sie nur in Tablettenform

    • Silvii am 24.05.2019 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tf

      Natürlich gibts die in Tabletten, besser gesagt Kautabletten

    • Kitty Katz am 24.05.2019 21:08 Report Diesen Beitrag melden

      ...

      Milchig ind riecht nach Kümmelx kann man optisch mit Propofol verwechseln

    • Fr Ruby am 24.05.2019 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silvii

      Gibts auch als Saft!

    • Tf am 24.05.2019 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silvii

      Zur Gastroskopie werden Antiflat-Tropfen verwendet.

    • V4nH3lden am 25.05.2019 01:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silvii

      Der Wirkstoff ist Silikonöl und der hat nun wirklich nichts im Blut verloren. Antiflat sind Tropfen zum einnehmen, also eine injizierbare Flüssigkeit.

    • realisthoch3 am 25.05.2019 05:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Besharj

      Milchig wars zumindest,als meine Tochter sie vor 20Jahren als Kind erhielt.

    • realisthoch3 am 25.05.2019 05:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Fr. Ruby

      Genau,wir hatten Saft für Kinder!Hätte sie am intensiven Geruch erkennen müssen.

    • Silvii am 25.05.2019 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @V4nH3lden

      Wenn sie zum einnehmen sind,werden sie nicht injiziert, sondern per os eingenommen

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