Konsumentenschutz

06. August 2018 08:00; Akt: 05.08.2018 10:39 Print

Firmling (13) saß in Paris fest, weil AUA nicht half

Der Heimflug von Paris dauerte zwei ganze Tage – drei junge Niederösterreicher verzweifelten an AUA und Bürokratie.

Zwei Tage brauchte Manuela T. (m.) mit ihrem Firmkind (12) und Freund, um nach Wien zurückfliegen zu können.  (Bild: zVg)

Zwei Tage brauchte Manuela T. (m.) mit ihrem Firmkind (12) und Freund, um nach Wien zurückfliegen zu können. (Bild: zVg)

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Zur Firmung hatte das 13-jährige Mädchen aus Niederösterreich einen ganz großen Wunsch: Einmal das Disneyland bei Paris besuchen. Gemeinsam mit ihrer Patin Manuela T. und deren Freund brachen die drei zu einem Kurzurlaub nach Frankreich auf. Die Flüge wurden bei der AUA gebucht, der Urlaub war perfekt, das Firmkind hatte seine Freude.

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Spießrutenlauf

Doch der Heimflug wurde zum regelrechten Spießrutenlauf. Als das Mädchen, Patin Manuela und ihr Freund bereits wieder im Flugzeug Richtung Heimat saßen, war plötzlich Endstation. „Technischer Defekt“, lautete die kurze Info, die die drei im Jet erhielten. Die Niederösterreicher mussten den Flieger verlassen und wurden in die Halle des Pariser Flughafens Charles de Gaulle geleitet.

Warten, warten, warten

Dort ließ man das Trio erst einmal ein paar Stunden warten. „Schlimm war, dass wir keine verlässlichen Informationen bekamen und dauernd vertröstet wurden“, sagt Manuela T. zu „Heute“. Da es am Flughafen kein AUA-Büro gab, war man auf Unterstützung anderer Fluglinien vor Ort angewiesen. Anrufe bei der AUA-Hotline scheiterten am Bürokratismus und brachten keine Hilfe.

Die Gutscheine

Nach Stunden bekamen die drei Niederösterreicher schließlich Essens-Gutscheine ausgehändigt – im Wert von je 12 Euro. Später wurden auch noch Bons für die Übernachtung verteilt, da die AUA keine Ersatzflüge für die drei zur Verfügung stellen konnte.

„Unser Firmling litt unter den dauernden Vertröstungen und der Unsicherheit, auch mein Freund und ich waren beunruhigt“, erzählt Manuela T. Schließlich mussten die beiden ja daheim wieder arbeiten.

Selbst neue Tickets gekauft

Erst zwei Tage später konnten die drei schließlich die Heimreise antreten, weil Manuela T. eigenhändig Tickets für den Retourflug besorgte. Diese Tickets mussten sie noch dazu selbst bezahlen, da sie mit einer Linie flogen, die kein AUA-Partner war. Außerdem wäre der Ersatzflug, den die AUA anbot, zwei ganze Tage später gegangen. Eine Reaktion oder gar eine Entschuldigung der AUA – bisher Fehlanzeige.

Arbeiterkammer konnte helfen

Was also tun, um zu seinem Recht zu kommen? Manuele T. wandte sich an die Arbeiterkammer und die konnte helfen. Neben der Rückerstattung des Ticketpreises steht den drei Reisenden nach der AK-Intervention zusätzlich insgesamt 750 Euro Wiedergutmachung zu.

Mit solchen Schwierigkeiten sind die drei Niederösterreicher aber längst nicht allein. „In diesem Sommer häufen sich Probleme mit Flugausfällen und Flugverspätungen“, sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Die Konsumentenschutz-Experten der AK Niederösterreich helfen Reisenden auch noch bis 12. August direkt vor Ort auf dem Flughafen Wien-Schwechat. In Kooperation mit dem Verein „Pro Konsument“ stehen sie bei Problemen mit dem Flug oder bösen Überraschungen am Urlaubsort mit Rat und Tat zur Seite.

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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Invedstigation am 06.08.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Mir und

    meiner Freundin erging es vor einer wo, ähnlich in Nizza-GsD nur stundenlanges Warten auf den Rückflug Wien Schwechat ohne Getränke,die wir noch selbst bezahlten.AUA war auch mit unterschiedlichen Infos nicht verlegen,einmal waren es Krankheit des Piloten,dann Ruhezeiten die die Crew einhalten muss,dann ein Sicherheitsproblem in D mit angebl. Zeitverzögerungen,die Maschine war nicht mal da bzw. gecheckt...schlußendlich verspätet z.H. wars allemal nervig und das reservierte Abendessen entfallen...

  • Sciencer am 07.08.2018 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht jammern - dreinhauen

    Da gibt es nur eines: Sofort einen echten Spitzenawalt mit einer Klage beauftragen. Allein der Name eines solchen Advokaten und die damit verbundene Angst vor negativer Publicity bei der Airline macht alle Wege frei - wetten? Und die Kosten trägt in einem solchen Fall der Beklagte - allein schon aus Publicity-Gründen. Dass die AUA schon wie eine Billig-Ramsch-Airline agiert, hätte ich allerdings nicht gedacht. Aber gut zu wissen.

  • Kay am 09.08.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Mit der AUA flieg ich nie wieder. Mir wurden 2 Tickets für unmündige verkauft. Am Flughafen musste ich 120 Euro bezahlen damit die Kinder an Bord konnten. Wenn ich nicht bezahlt hätte ware sie nicht an Bord gekommen. Die Kids durfte ich bis zum Flugzeug selbst begleiten. Da kam keiner die Kinder abholen. Nie wieder

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  • Kay am 09.08.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Mit der AUA flieg ich nie wieder. Mir wurden 2 Tickets für unmündige verkauft. Am Flughafen musste ich 120 Euro bezahlen damit die Kinder an Bord konnten. Wenn ich nicht bezahlt hätte ware sie nicht an Bord gekommen. Die Kids durfte ich bis zum Flugzeug selbst begleiten. Da kam keiner die Kinder abholen. Nie wieder

  • Sciencer am 07.08.2018 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht jammern - dreinhauen

    Da gibt es nur eines: Sofort einen echten Spitzenawalt mit einer Klage beauftragen. Allein der Name eines solchen Advokaten und die damit verbundene Angst vor negativer Publicity bei der Airline macht alle Wege frei - wetten? Und die Kosten trägt in einem solchen Fall der Beklagte - allein schon aus Publicity-Gründen. Dass die AUA schon wie eine Billig-Ramsch-Airline agiert, hätte ich allerdings nicht gedacht. Aber gut zu wissen.

  • Doris C. am 07.08.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Anonym

    Hat das Kind keinen Namen?

  • Heimatland am 06.08.2018 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bescheidenheit ist eine Zier

    Ein etwas weiter Firmausflug! Mein Mitleid hält sich in Grenzen!

  • Invedstigation am 06.08.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Mir und

    meiner Freundin erging es vor einer wo, ähnlich in Nizza-GsD nur stundenlanges Warten auf den Rückflug Wien Schwechat ohne Getränke,die wir noch selbst bezahlten.AUA war auch mit unterschiedlichen Infos nicht verlegen,einmal waren es Krankheit des Piloten,dann Ruhezeiten die die Crew einhalten muss,dann ein Sicherheitsproblem in D mit angebl. Zeitverzögerungen,die Maschine war nicht mal da bzw. gecheckt...schlußendlich verspätet z.H. wars allemal nervig und das reservierte Abendessen entfallen...