Niederösterreich

10. September 2018 06:30; Akt: 10.09.2018 07:01 Print

Haft! Rentner nannte alle Asylwerber Vergewaltiger

Ein Rentner (62) muss jetzt drei Monate ins Gefängnis: Er hatte auf Facebook eine Politikerin eine Volksverräterin und alle Flüchtlinge Vergewaltiger genannt.

Der 62-Jährige beim Prozess. (Bild: privat)

Der 62-Jährige beim Prozess. (Bild: privat)

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Auf seinem öffentlich zugänglichen Facebook-Profil (164 Freunde) machte ein Pensionist am 21. Jänner (Anm.: also eine Woche vor der nö. Wahl) seinem Ärger Luft. Er postete wörtlich: "JETZT? Müssen wir reden? Warum haben wir nicht VORHER geredet, als das Asylchaos gekommen ist? Jetzt ist es ZU SPÄT! Ich werde sicher nicht meine Stimme an eine Volksverräterin abgeben, die diese Vergewaltiger in MASSEN begrüßt und hereingelassen hat ..."

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"Keine Redefreiheit mehr"

Der Mann aus Stockerau (Korneuburg) wurde angezeigt und musste sich jetzt am Landesgericht Korneuburg wegen Verhetzung verantworten. Vor dem Richter ließ sich der Angeklagte über die Flüchtlingspolitik aus und klagte: "Alle die reinkommen, dürfen über mich schimpfen, ich aber nicht." Weiters gab der Pensionist von sich: "Es gibt keine Redefreiheit mehr. Die Demokratie ist gestorben. Da greift ma sich auf'n Schädel. Es hat alles keinen Sinn mehr, wir werden in der Zuwanderung versinken."

Haftstrafe

Richter Manfred Hohenecker versuchte dem Mann begreiflich zu machen, dass es einen Unterschied zwischen Redefreiheit und Verhetzung gibt: "Sie haben alle Flüchtlinge pauschal als Vergewaltiger abgestempelt." Doch der Stockerauer zeigte keine Einsicht, raunzte weiter, das Urteil (nicht rechtskräftig): Neun Monate teilbedingte Haft, drei Monate muss der Mann absitzen.

Gesagt sei noch: Der Angeklagte hat 16 Vorstrafen (quer durchs Strafgesetzbuch).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rea am 10.09.2018 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich

    Verhetzung sieht meiner Meinung nach etwas anders aus. Auf einem öffentlichen Platz redenschwingend über ein Thema seiner Wahl plerren. Aber doch nicht auf einem fb Pensionisten Konto. Bei uns können Ausländer vor Haftantritt untertauchen und Frauen erstehen. Und der Pensionisten soll wegen sowas 3 Monate ins Gefängnis. Also da liegt doch einiges im Argen.

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  • dsgl am 10.09.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte "Rechts"-Welt

    Taschendiebstähle, Körperverletzung, Drogengeschäfte werden "auf freiem Fuß" angezeigt. Aber für die eigene Meinung muß man ins Gefängnis.

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  • Mira am 10.09.2018 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wasserfall

    Unfassbar, dieses Urteil! Die richtigen Verbrecher werden auf freiem Fuß angezeigt!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Redaktionaer am 13.09.2018 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Eudssr

    Ein marxistisches system erkennt man daran, dass es kriminelle straffrei lässt jedoch mit äusserster härte gegen den politischen gegner vorgeht. Solschenizyn

  • christianjohann am 12.09.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Lebenslänglich

    Eigentlich gehört der Richter weggesperrt. Seine Macht dafür zu missbrauchen, jemanden für dessen Meinungsäußerung wegzusperren, ist Anlass genug für lebenslange Haft. Genauso wie man es mit diktatorischeb Regimen handhaben würde.

  • Guziwuzi am 10.09.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Vorstrafen Hin oder Her, ......

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das dieses Urteil in der Revision hält!!

  • Kurt. am 10.09.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Hetze

    Dieser Mann hatte schon 16 Vorstrafen genau lesen diesen Bericht Bitte.

    • w.s. am 10.09.2018 18:32 Report Diesen Beitrag melden

      w.s.

      Das sollten Sie tun was hat dieser Fall mit sonstigen Vorstrafen zu tun?

    • Sucher am 12.09.2018 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kurt.

      Was haben die Vorstrafen mit der jetzigen Strafbemessung zu tun. Sie vermischen Äpfel mit Birnen.

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  • die Realistin am 10.09.2018 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    politische Befangenheit !

    Meiner Meinung nach, braucht man wirklich keine Leuchte sein, um zu erkennen welche politische Gesinnung dieses Gericht vertritt !