Niederösterreich

08. Oktober 2018 08:33; Akt: 08.10.2018 08:35 Print

Kinder sollen in Hort selbst entscheiden dürfen

Wirbel im Kinderhort Vösendorf: Beim Elternabend kam per Zufall ein neuer Plan zur Sprache: 5- bis 6-Jährige sollen selbst entscheiden, wann sie essen und Aufgabe machen.

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"Herr der Fliegen"-Kinderhort (Anm.: eine nur von Kindern bevölkerte Robinsonade, Roman von W. Golding) oder übertriebene Sorge einiger Eltern? Beim Elternabend letzte Woche im Kinderhort in Vösendorf (Bezirk Mödling) liefen plötzlich die Gemüter einiger Mütter und Väter heiß.

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"Es war Zufall, dass der Plan zur Sprache kam, danach gab es aber kein anderes Thema mehr", erzählt ein Vater. "Die Kleingruppen sollen zusammengefasst werden, die Pädagogen sind dann nicht für bestimmte Gruppen zuständig, sondern für alle rund 170 Kinder. Unser Nachwuchs, also zum Teil Fünf- und Sechsjährige, sollen dann selbst entscheiden dürfen, wann sie essen oder Volksschüler die Hausaufgabe machen. Ich habe einen fünfjährigen Sohn, zahle monatlich für Essen und Betreuung und möchte daher sicher sein, dass mein Kind etwas isst", so der besorgte Vater weiter.

Und die Kleinen sollen sich auf einer Tafel mit Metallstücken sozusagen selbst an- und abmelden. "Sicherheitstechnisch ein Wahnsinn. Am Freitag haben dann 170 Kinder gleichzeitig aus und ein einziger Administrator soll dann den Überblick haben", so eine Mutter.

Rathaussprecher beruhigt

Aus dem Rathaus heißt es dazu: "Wir evaluieren gerade, suchen eine andere, morderne Form des Hortes. Dabei arbeiten wir eng mit dem Land NÖ zusammen. Und nach der Evaluierungsphase sollen dann Gemeinde und Eltern eingebunden werden", beruhigt Josef Bauer, Mitarbeiter von Bürgermeisterin Andrea Stipkovits (SPÖ).

Kritik von ÖVP und FPÖ

Die Geschäftsführerin der ÖVP Vösendorf Agnes Adamer findet die Vorgehensweise nicht richtig: "Es ist absolut inakzeptabel von der Bürgermeisterin, so weitreichende Einschnitte in die Kinderbetreuung hinter dem Rücken der Eltern zu entscheiden und diese dann einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen. Da zeigt sich, dass die SPÖ kein Gespür für die Vösendorfer Bevölkerung hat."

Auch Michael Liebl (FPÖ) steht der Sache skeptisch gegenüber: "Die Änderungen sollen ab Herbst 2019 schlagend werden. Nach Rücksprache mit Erzieherinnen und Erziehern, die in offenen Horts tätig sind, stehen wir solchen Dingen eher kritisch gegenüber. Daher ist es notwendig, sehr vorsichtig bei solchen Änderungen zu sein und auf alle Fälle, die Eltern einzubeziehen."

Eine Sprecherin des Landes NÖ erklärt auf Nachfrage: "Wir haben die Hort-Aufsicht, sagen was geht und was nicht geht und begleiten das Projekt. Also besteht kein Grund zur Sorge."

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(Lie)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JunkMail am 08.10.2018 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Völliger Unsinn,

    geht in Richtung antiautoritär. Das wurde vor ein paar Jahrzehnten schon probiert und in Studien erfasst. Aus keinem dieser Kinder ist was geworden. Wieder ein typisch linkslinke Aktion. Die zahlenden Eltern sollten sich massiv dagegen wehren.

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  • FraGeh am 08.10.2018 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Die sollten sich im klaren sein, dass man als Eltern die Aufsichtspflicht dem Hort übergibt und somit, wenn es zu Problemen kommt (das ist sicher) der Hort und deren Personal die Verantwortung haben. Ich als Elternteil würde wenn meinem Kind irgendetwas passiert, da es ja offenbar auch kommen und gehen kann wie es will, sicher klagen. Das kann so nicht gehen. Schwachsinn!!

  • 1002Himmelszelt am 08.10.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Quo vadis, SPÖ?

    Statt realistische Arbeitnehmervertreter haben jetzt eben bei der SPÖ nur noch überkandidelte weltfremde akademische Bobo's das Sagen. Das ist das Ergebnis.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Silvi am 09.10.2018 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Finde ich nicht gut da in den meisten Familien fast kein gemeinsames essen mehr statt findet sollte man das im Hort schon einhalten gemeinsam essen wenn ein jeder macht was und wann er will was machen die dann im Berufsleben da geht das auch nicht

  • MrRay am 09.10.2018 00:21 Report Diesen Beitrag melden

    Zukünftige AMS Kunden

    Also bei uns sind 5 und 6 jährige noch im Kindergarten Leopoldsdorf. Die Schüler ab 7 sind im Hört und Nein, warum sollen die Kleinen entscheiden wann sie was wollen.Sie sollen doch bitte direkt ans richtige Leben angepasst werden, denn sonst wird aus ihnen nichts !!! Termine und zeitliche Absprachen sind wichtig im Leben.

  • Erziehung zur Eigenständigkeit am 08.10.2018 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgaben sind faschistoid

    Hortense: "Kind, wann willst du die Aufgaben machen, vorher oder nachher?" ----------- Kind: "weder noch"

  • Ingrid am 08.10.2018 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Hort

    Wie soll das funktionieren wenn das Kind essen kann wann es will. Gerade das Essen in Gemeinschaft finde ich wichtig und danach kommt Aufgabe damit die Kinder dann ihre Freizeit genießen können

    • gourmet am 08.10.2018 20:50 Report Diesen Beitrag melden

      nach dem Nichtessen gibts Gummibärli

      Ehrlichgestanden ... die Kinder lassen eh alles stehen. Denen graust vor dem Zeugs.

    einklappen einklappen
  • ray becker am 08.10.2018 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    ja, genau so sinnvoll wie die montessori-schulen. da rennen die Lehrer den schülern wochenlang wegen hausübungen hinterher. was genau sollen die daraus lernen? dass man sich nicht anstrengen muss und man kriegt trotzdem alles was man will? beste Voraussetzungen für eine politkarriere bei den linken.