Bezirk Mistelbach

22. Februar 2019 13:00; Akt: 22.02.2019 14:06 Print

Missbrauch: Opa (57) von eigener Tochter angezeigt

In einer 900-Seelengemeinde nahe Tschechien im Bezirk Mistelbach soll ein 57-Jähriger zuerst seine Töchter, dann seine Enkeltöchter missbraucht haben.

 (Bild: iStock)

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In einer kleinen, nördlichen Gemeinde im Bezirk Mistelbach ist es seit Tagen das Gesprächsthema: Ist der 57-Jährige ein Sexualstraftäter, der nicht mal vor seinem sechsjährigen Enkerl Halt gemacht hat oder ein zu Unrecht beschuldigter Mann?

Der 57-Jährige war im Jänner von seiner Tochter (21) angezeigt worden. Die 21-Jährige behauptete gegenüber den Ermittlern, dass ihr Vater (57) sowohl sie als auch die 2017 verstorbene Tochter (Anm.: 1990 geboren; war damals 27) missbraucht hätte und jetzt die zwei Enkelkinder (zwei schulpflichtige Mädchen) ebenfalls seit einiger Zeit missbraucht ("Heute" berichtete).

Mysteriöser Tod der Tochter (27)

Nach dem Tod der 27-Jährigen (alle Namen der Redaktion bekannt) in einer Gemeinde im Zayatal bekam der damals 55-Jährige die Obsorge für die beiden minderjährigen Kinder der 27-Jährigen. Die 27-Jährige war nach einem Sturz kurz nach Mitternacht gestorben. Und der heute 57-Jährige soll sein Autoritätsverhältnis auf schauderhafte Weise ausgenützt haben.

Die Ermittlungen der Kriminalisten laufen weiter – denn: Weitere Missbrauchsfälle in der Großfamilie sind nicht gänzlich auszuschließen. Gerüchte, dass der Großvater sogar der biologische Vater eines Enkerls sein könnte, kommentierte ein Ermittler so: "Davon gehen wir nach dem jetzigen Ermittlungsstand nicht aus, das geht sich vom Alter nicht oder nur schwer aus." Auch der tragische Tod der 27-Jährigen dürfte auf Nachfrage nicht neu aufgerollt werden.

Psychisch krank?

Der Anwalt des Verdächtigen (der Mistelbacher Erbrechtsexperte Dieter Berthold) hält die Anschuldigungen für völlig falsch und spricht von psychischen Problemen der 21-jährigen Anzeigerin. Gegenüber "Heute" erklärt der Advokat: "Die Anzeige und die Vorwürfe sind nicht nachvollziehbar. Zudem hat die 21-Jährige eigentlich ein gutes Verhältnis zum Vater, hat die Initialen und Geburtsdaten am Hals tätowiert. Die Anzeigerin ist leider psychisch eingeschränkt." Laut Berthold könne auch eine weitere Schwester (Anm.: Großfamilie, 57-Jähriger hat viele Kinder) die Vorwürfe nicht begreifen. "Die Schwester bzw. weitere Tochter meines Mandanten sagt, dass die Vorwürfe nie stimmen könnten. Mein Mandant bestreitet alles vehement und ist entsetzt und bestürzt."

Dennoch: Im Zuge der polizeilichen Erhebungen erhärtete sich der schlimme Verdacht. Noch in der ersten Februarwoche wurde der 57-Jährige festgenommen – gegen ihn wird nun wegen des Verdachtes des schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger und Blutschande ermittelt. Dem Mann drohen bis zu zehn Jahre Haft. Derzeit sitzt der 57-Jährige in Korneuburg in U-Haft. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau am 22.02.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Unglaublich, das ist eine sehr grausame Familiengeschichte, mein erster Gedanke war: eventuell sind die E......l vom Bösen Opa....????? Finde 10 Jahre sind zu wenig.

  • Grauenhaft am 22.02.2019 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kindermissbrauch ist das letzte

    Leider gab es früher auch in den besten Familien den Kindesmissbrauch, aber da wurden die Opa's, Onkel's und Neffen meistens vertuscht. Die armen Kinder leiden ihr ganzes Leben darunter. Das die Tochter mit ihre Kinder beim Vater wohnte ist mir ein Rätsel. Währe er nach Tschechien gefahren, dort hätte er seinen Trieb ausleben können.

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  • Ex-Knacki am 22.02.2019 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Mysteriöser Tod der Tochter (27)

    und: "weitere Missbrauchsfälle in der Großfamilie deren Namen (sehr gläubige) allesamt der redaktion bekannt sind, sind nicht gänzlich auszuschließen", sagen bereits vielmehr, als man wahrscheinlich wissen möchte ! Waschechte Österreicher wird man da wohl schwerst falls überhaupt finden, obwohl es leider auch solche in unseren Reihen und zuoft lange unerkannt, gibt ! Vor allem bei solchen Nachrichten, wünsche Ich mir manchemal das ich noch Häftling wäre. Denen ging es einst nicht gut !

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Abuse am 23.02.2019 04:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kritik

    Ein paar Anmerkungen: die tätowierten Daten am Hals könnten genauso plausibel auf eine mögliche (psychologische) Unterjochung der jüngeren Tochter dem Vater gegenüber hinweisen. Bei Opfern sexuellen Missbrauchs ist außerdem die Suizidrate statistisch erhöht (Ableben der älteren Tochter). Wie bereits ein Vorredner bemerkte, ist ein Anwalt weiters nicht qualifiziert, Mutmaßungen zu "psychischen Einschränkungen" der Anzeigerin anzustellen. Weiters ist festzustellen, dass Pädophilie an sich formell eine psychische Störung ist (beschuldigter Vater). Natürlich gilt die Unschuldsvermutung.

  • ... am 22.02.2019 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schreckliche Tat, lebenslang wäre viel zu milde. Die Sache, die ich nur lustig finde ist, dass so einem Artikel kaum Beachtung geschenkt wird, aber sobald es um Ausländer geht, die irgendetwas verbrochen haben, gehen die Wogen hoch. Ich empfinde diese Art von Tat als Schlimmste,wo ist der Aufschrei hier?

    • Pauli am 23.02.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Unverständlich

      Da bin ich ganz ihrer Meinung und ich habe mich das selbe gefragt?! Wo ist der Aufschrei? Hat keiner was gemerkt? Haben alle wiedermal weggeschaut? Unsere Kinder gehören beschützt! Es sollte strengere Kontrollen an Schulen und Kindergärten geben! Man muss das den Kindern doch anmerken, wenn sie auffällig sind und mit Ihnen reden. Psychiater sollte es an jeder Schule geben. Laut Statistik wird jedes fünfte Kind sexuell mißbraucht. Man muss was gegen diese Monster tun und die nicht ihren kranken sexuellem Phantasie freien Lauf lassen.

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  • Robert am 22.02.2019 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsverdreher

    Besonders niederzrächtig ist das der Anwalt des Täters die psychokarte spielt. Soetwas gehört verboten steht dem Rechtsverdreher auch nicht zu sondern nur geschulten Fachkräften

  • Christian am 22.02.2019 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nur keine Aufregung...

    ...unsere so hochgeschätzte Justiz wird sicher hart und gerecht urteilen ! Pro Opfer 15 Jahre unbedingte Haft ! ...der lieber doch nur 6 Monate Teilbedingt ? Täterschutz vor Opferschutz wie üblich ?

  • tan plan am 22.02.2019 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit finden

    Wir wissen nicht was da wirklich passiert ist. Wir können nur hoffen dass die Wahrheit ans Licht kommt, wie auch immer die ausschaut.