Gelsen-Management

16. Juni 2019 11:10; Akt: 16.06.2019 14:17 Print

Nun geht auch die Stadt Tulln gegen Gelsen vor

Ökologische Gelsenbekämpfung nach regenreichem Mai: Nicht nur entlang der March, auch in Tulln setzt man nun Maßnahmen gegen Gelsen.

Martin Bayer vom Bauhof Tulln, Stefan Gotthart von der Abteilung Umwelt & Wasserwirtschaft der Stadtgemeinde Tulln und Burgermeister Peter Eisenschenk bei der Gelsenbekämpfung im Wasserpark. (Bild: Stadtgemeinde Tulln)

Martin Bayer vom Bauhof Tulln, Stefan Gotthart von der Abteilung Umwelt & Wasserwirtschaft der Stadtgemeinde Tulln und Burgermeister Peter Eisenschenk bei der Gelsenbekämpfung im Wasserpark. (Bild: Stadtgemeinde Tulln)

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Das professionelle „Gelsenmanagement“ ist in Tulln derzeit in vollem Gange – denn der starke Regen im Mai hat die Verbreitung der lästigen Insekten heuer stark begünstigt. In manchen Regionen in NÖ war sogar schon der Hubschrauber im Einsatz ("Heute" berichtete).

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Ebenso wie bei der Grünraumpflege arbeitet die Gartenstadt auch hier rein ökologisch: Die Brutstätten werden mit dem Eiweißpräparat BTI (Bacillus thuringensis israelensis) behandelt, um die Verbreitung so gut wie möglich einzudämmen. Auch Privathaushalte können mit kleinen Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Gelsen leisten.

Das aktive „Gelsenmanagement“ der Stadtgemeinde Tulln wird seit vielen Jahren geführt und laufend optimiert. Nach dem anhaltenden starken Regen in Mai ist es heuer besonders gefordert.

Evaluierung und gezielte Maßnahmen

Die größten Brutstätten der Gelsen werden laufend evaluiert – konkret befinden sich die größten „Larven-Zonen“ vor allem in der Au nördlich der Donau, aber auch in kleineren Bereichen des Aubades und des Wasserparks. Nach der Evaluierung der Brutstätten hat die laufende und ökologische Eindämmung der Gelsenplage schon im April begonnen, lange bevor die ersten Gelsen zu summen begonnen haben. Wie auch in den letzten Jahren wird das bewährte Eiweißpräparat BTI verwendet.

Bazillus gegen Gelsenlarven

Das Mittel wird mit Wasser vermischt und von den Mitarbeitern des Bauhofes gezielt mit Spritzen in den Brutstätten ausgebracht. Das Eiweißpräparat geht gegen Gelsenlarven vor: Bereits nach nur wenigen Stunden bilden sich im Magen der Larve Enzyme, welche zum deren Absterben führen. Der große Vorteil dieses rein natürlichen Stoffes ist, dass er ausschließlich bei den Gelsenlarven zum Absterben führt und ansonsten für Fauna und Flora unschädlich ist. Selbst für Kleinorganismen, welche bereits infizierte Larven verzehrt haben, soll das Präparat ungefährlich sein.

Wie viel Arbeit für diese Maßnahme notwendig ist, kann man sich bei folgenden Zahlen vorstellen: Pro Jahr werden 20 Kilo des Mittels verbraucht, wobei nur drei bis vier Esslöffel für 20 Liter des mit Wasser angemischten Mittels notwendig sind.

Mit durchdachtem Konzept gegen Gelsenplage

Da sich das natürliche Hochwasser in der Au und somit auch die Brutstätten der Gelsen von Jahr zu Jahr ändern, ist eine laufende Überwachung und Kontrolle notwendig. „Wir arbeiten daran, die Gelsenlarven so gut wie möglich zu reduzieren, damit die Lebensqualität für unsere Bürger und Gäste erhalten bleibt. Damit wir unsere Natur aber auch in Zukunft genießen können, verwenden wir dafür nur rein biologische Mittel. Eines muss uns aber bewusst sein: Das massenhafte Vorkommen von Gelsen nach intensiven Regenfällen ist an sich ein normales natürliches Phänomen und unsere Maßnahmen können die Population nicht gänzlich eleminieren. Mein besonderer Dank gilt den Kollegen vom Bauhof, die nicht selten bei dieser schweißtreibenden Arbeit von Gelsenschwärmen attackiert werden.“, erklärt Bürgermeister Peter Eisenschenk (VP).

Tipps gegen die Gelsenplage

• stehendes Wasser in Gärten (z.B. Regenwasser-Tonnen) entleeren – bzw. mit einem Fliegengitter versehen – und dadurch Brutstätten reduzieren
• bei massivem Aufkommen können rund um Gartenteiche auch natürliche Mittel aufgebracht werden (BTI ist in Kleinmengen beim Bauhof erhältlich)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gartenbesitzer am 16.06.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Lestige Gelsenplage

    Stimmt heuer sind die Gelsen extrem schlimm, ohne Gelsenspray geht es im Garten überhaupt nicht.

    einklappen einklappen
  • Metatron am 16.06.2019 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Autsch

    In Spanien haben sich erstmals Menschen in dem Land mit dem Chikungunya-Virus angesteckt. In der Urlaubs-Provinz Alicante im Osten Spaniens infizierten sich Touristen aus Island mit dem von Stechmücken übertragenen Virus. Wie Experten mitteilten, handelt es sich um die ersten Fälle einer lokalen Infektion in Spanien.

  • Sic! am 16.06.2019 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hinweis

    Da fehlt ein "i"... "Bacillus thuringiensis israelensis"

Die neuesten Leser-Kommentare

  • myopinion am 17.06.2019 06:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gelsen

    Bin auch zerstochen, nach einem Spaziergang im Prater Wald, kurz vor der letzten Haltestelle der Lilliputbahn. Sind echt eine Plage die Gelsen. Vielleicht dort auch, wie in Tulln drüberfliegen.

  • Desert Eagle am 16.06.2019 23:05 Report Diesen Beitrag melden

    In Norditalien haben sie einen

    stärkebasierten Kleber versprüht. Der hat nur eine Halbwertszeit von wenigen Tagen, hindert aber die Felsen am Fliegen und somit an der Vermehrung.

  • ThomasS am 16.06.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Gelsenlarven sind doch beliebte Beute von Kaulquappen. Könnten dadurch nicht potenziell weniger Frösche entstehen und die Gelsenplage nächstes Jahr noch stärker ausfallen? Ich hoffe hier wurden Biologen zu rate gezogen.

  • Metatron am 16.06.2019 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Autsch

    In Spanien haben sich erstmals Menschen in dem Land mit dem Chikungunya-Virus angesteckt. In der Urlaubs-Provinz Alicante im Osten Spaniens infizierten sich Touristen aus Island mit dem von Stechmücken übertragenen Virus. Wie Experten mitteilten, handelt es sich um die ersten Fälle einer lokalen Infektion in Spanien.

  • Sic! am 16.06.2019 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hinweis

    Da fehlt ein "i"... "Bacillus thuringiensis israelensis"