Tulln

02. November 2018 06:30; Akt: 02.11.2018 07:07 Print

Pfleger wirft Kolleginnen Missbrauch vor - gekündigt

von M. Nowak - Anfang Oktober brachte Pfleger Michael Sallfellner (29) Missbrauchsvorwürfe gegen zwei Kolleginnen ein – das kostete ihn Job und Wohnung.

Sallfellner wurde nach den Vorwürfen gekündigt.  (Bild: iStock, privat)

Sallfellner wurde nach den Vorwürfen gekündigt. (Bild: iStock, privat)

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Pflegeskandal oder persönliche Rache? Das Pflegeheim in Tulln ist derzeit mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Pfleger Michael Sallfellner (29) meldete Anfang Oktober zwei Kolleginnen bei der Heimleitung, sie sollen schwer demente Bewohner sexuell belästigt, vernachlässigt und falsch behandelt haben. Seitens des Pflegeheims werden die Vorwürfe vehement zurückgewiesen.

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"Ich konnte da nicht mehr länger zuschauen, es läuft so viel falsch im Pflegebereich und es wird so viel vertuscht. Das musste einfach ans Licht kommen", sagt er gegenüber "Heute". Bislang hatten die Vorwürfe aber nur für ihn Konsequenzen. Er wurde noch am selben Tag in den Krankenstand geschickt, musste sogar beim Arzt seine Zurechnungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Fristlose Entlassung

Sallfellner ließ dennoch nicht locker und schickte die Liste mit den Vorwürfen auch an Medien und Politiker. Das Heim zog daraufhin die Reißleine und sprach die fristlose Entlassung aus. "Ich verliere dadurch auch meine Dienstwohnung, bin in einer Woche wahrscheinlich obdachlos, aber ich gebe nicht auf", so der Pfleger.

Dass sich Sallfellner an die Öffentlichkeit wandte sei ein Mitgrund, aber nicht der Hauptgrund für die Entlassung gewesen. "Wir haben die Vorwürfe genau geprüft und es ist alles frei erfunden. Wir mussten uns von dem Mitarbeiter trennen, weil die Situation untragbar wurde und sich negativ auf das gesamte Team ausgewirkt hat", sagt Otto Huber, der Leiter der NÖ Landeskliniken und Landesbetreuungszentren.

Heimleiterin Shajen Prohaska erklärt: "Die Zusammenarbeit mit dem Mitarbeiter hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend schwierig gestaltet. Alle Anschuldigungen sind haltlos. Diese sind überhaupt erst aufgekommen, nachdem wir mit Herrn Sallfellner erstmals über eine mögliche Versetzung gesprochen haben."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michelle am 02.11.2018 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pflege

    Ich bin auch vom Pflegebereich. Leider passiert das immer wieder. Also ich glaube sehr wohl das viele sehr schlampig arbeiten.

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  • Maria am 02.11.2018 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Besser nicht Krank werden

    Hoffentlich kommt man nie in ein Pflegeheim oder Krankhaus. Würden die Mitarbeiter nicht so viel Angst vor dem Jobverlust haben würde noch viel mehr ans Licht kommen, so bleibt es doch eher in der dunklen Seite. Weiß mittlerweile jeder das hier viel verschwiegen wird. Wurde auch von der Kirche aufgebaut, das gleiche Spiel auch da wird viel geschwiegen.

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  • Susanne Kienast am 02.11.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr dubios

    Wen nichts dran ist würde ich diesen Typen sofort verklagen, da steckt sicher mehr dahinter, ist ein bisschen sehr dubios der Typ und ohne triffigen Grund kann man niemanden fristlos kündigen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sissi am 09.11.2018 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    .....

    Ganz ehrlich.....wenn ich mir seine FB Seite anschaue muss ich mir an den Kopf greifen ich denke mir genauso wie viele andere hier das er einfach trotzig ist. Und jetzt sucht er wieder eine neue Stelle im Pflegebereich? Die Kollegen tun mir jetzt schon leid!!!

    • Anonym am 12.11.2018 13:42 Report Diesen Beitrag melden

      ...

      Ich denke berufliche Chancen in der Pflege sind mit diesem Artikel ausgeschöpft

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  • Friedrich am 02.11.2018 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    ohne Worte

    Ist eine ziemlich verrückte Geschichte! Sollte es dort wirklich so zugeht, dann hätten wir sicher von mehreren Seiten davon gehört. Wenn selbst die Staatsanwaltschaft St. Pölten, wie ich einem Facebook Eintrag dieses Herren entnehmen konnte, keine Veranlassung sah zu ermitteln weiß ich nicht was das hier soll!

  • Dana am 02.11.2018 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Also ich finde das dubios, vor mehr als 20 Jahren gab es bei uns so einen Fall. Die Kollegen hab das gemeldet, die Betroffene Pflegerin einvernommen und hat gestanden. Kündigung und Berufsverbot. Ich denke der Kollege sieht was er sehen möchte und möchte Ansehen erhaschen.

  • Nadine S. am 02.11.2018 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Behauptungen

    Traurig, dass die Pflege mit diesen falschen Behauptungen noch mehr in den Schmutz gezogen wird. Wenn man den Herren auf Facebook mit verfolgt, geht ganz klar hervor, dass es sich hierbei um eine reine Trotz Aktion, sowie um einen Rachefeldzug handelt. Würden diese Behauptungen stimmen, gäbe es doch Beweismaterial wie aufgenommene Videos oder Bildmaterial von der angeblichen Tat. Jeder normale Mensch würde auf Grund für Beweismaterial Videos bzw. Fotos machen. Schlimm wie Leuten durch solche falschen Behauptungen geschadet werden kann. Würde auf jeden Fall gegen den Herren rechtlich vorgehen!

    • Ichlebenoch am 02.11.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Anna @ Nadine

      Netter Versuch um neue Facebook Kunden zu gewinnen (nicht registriert kein Einblick) aber viele wissen, wie die traurige Realität in der Pflege ausschaut.

    • pipolo am 03.11.2018 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      UNSIN

      Wenn man jemand filmt oder fotografiert, ist man strafbar. Wird daher bei Gericht auch nicht anerkannt. Alles leichter gesagt als getan.

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  • Anyta am 02.11.2018 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Genau kontrollieren

    An jeder Aussage ist etwas Wahres dran. Natürlich kann und will man es nicht zugeben. Wäre ja ein großer Image Schaden für das Heim. Wie es den Insassen geht, ist da völlig egal. Am besten, einen Pfleger als Spion einschleusen.