In Spitalskapelle übernachtet

22. Oktober 2018 06:15; Akt: 22.10.2018 09:10 Print

Pannenserie: Rettung vertauscht Patient (80)

Nach einem Sturz im Pflegeheim musste ein Rentner ins Spital zur Untersuchung, sollte dann wieder ins Heim. Aber: Die Rettung nahm den Falschen mit, der 80-Jährige übernachtete in der Klinikkapelle.

Patient vertauscht: Patientenanwalt G. Bachinger (kl. Foto) dazu:

Patient vertauscht: Patientenanwalt G. Bachinger (kl. Foto) dazu: "Hätte tragisch enden können." (Bild: iStock (Symbol), heute.at)

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Unfassbare Pannenserie rund um einen dementen 80-Jährigen in NÖ: Nach einem Sturz mit dem Rollstuhl über Stiegen wurde der Mann vorsorglich zur Untersuchung in ein nö. Krankenhaus (Spital der Redaktion bekannt) gebraucht.

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„Dem Heim wurde mitgeteilt, dass mein Vater sofort nach dem Check wieder zurückgebracht werde. Ich als Tochter und seine Frau wurden gar nicht informiert“, sagt die Tochter.

Sanitäter nahmen Falschen mit

Das Spital forderte nach der Untersuchung einen Krankentransport an, die Sanitäter des bekannten Rettungsdienstes nahmen jedoch den falschen Patienten mit. Auf halber Strecke bemerkte die Crew den Irrtum, brachte den "falschen" Patienten wieder zurück. Einstweilen hatte der 80-Jährige instinktiv Schutz in der Kapelle gesucht und dort sein Nachtlager aufgeschlagen.

Große Suche am nächsten Tag

Erst am nächsten Morgen wurde das Fehlen des Patienten im Heim bemerkt – eine hysterische Suche rund ums Krankenhaus war die Folge. Erst am Vormittag, um 9.15 Uhr, dann die Entwarnung: Der Senior wurde sanft schlummernd in der Kapelle gefunden, dem Rentner fehlte nichts.

Die Tochter des 80-Jährigen sagt dazu: „Ein unglaublicher Vorfall, ich verlange Aufklärung und zwar lückenlose.“ Patientenanwalt Gerald Bachinger wurde informiert und sagt dazu: „Das hätte wirklich tragisch ausgehen können. Man könnte daraus lernen und im System umstellen und niederösterreichweit die Schnittstelle zwischen Klinik und Rettung besser organisieren.“

Erst im Sommer hatte die Rettung einen schweren Fehler begangen - ein Patient (68) wurde von einem Sanitäter irrtümlich für tot erklärt ("Heute" berichtete).

Joachim Lielacher

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Habakuk am 22.10.2018 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit

    Welches Spital? Welcher Fahrtendienst? Wir Bürger, Steuerzahler, SV Beitragszahler haben das Recht auf diese Information. Und die Journalisten die Pflicht der vollständigen Berichterstattung.

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  • Dr. Fäustchen am 22.10.2018 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Quo vadis?

    Pflegenotstand und Ärztemangel anno 2018, ich gebe zu bedenken: in den nächsten Jahren gehen 40 % der niedergelassenen und rund 50 % der Spitalsärzte in Pension in NÖ......

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  • Mik Arius am 22.10.2018 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    Irren ist menschlich

    Das war ein schwerer Fehler. Zum Glück ist dem Rentner nix passiert. Ende gut alles gut.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Dem Patienten Walt sollte das bewusst se am 25.10.2018 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld hat das Krankenhaus

    Klingt eher nach einem Fehler des Krankenhauses! Das Krankenhaus muss (in diesem Fall) das Pflegeheim informieren. Egal welcher Krankentransportdiest das war, sie brachten den Patienten, der ihnen übergeben worden war zurück... Was danach geschah ist nicht beschrieben.

  • Markus am 24.10.2018 06:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schuldfrage

    Ich war selbst lange Sanitäter. Oft geht man auf die Unfall Ambulanz, fragt jemanden "Sind Sie Herr XY?", und viele Demente sagen einfach "Ja!" Als Sani muss man dann die Papiere kontrollieren, obwohl ich auch schon selbst den Fall hatte, dass die Papiere ausversehen vertauscht wurden...

  • sanitäterwien am 23.10.2018 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    falsche Vorgehensweise?

    wenn ich den falschen Pat. zurückbringe, frage ich dann nicht nch dem Richtigen - sehr komisch, selbst wenn er nicht gefunden wird, müsste das KH nach ihm suchen

  • Insider am 23.10.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Missstände in Krankenhäusern

    Das System könnte technisch besser nicht sein, im KH nimmt sich nur niemand Zeit für eine ordentliche Übergabe. Und wenn ein Patient in der Kapelle liegt könnte man sich fragen warum er überhaupt ungesehen verschwunden ist wenn er doch dement ist. In den Krankenhäusern gibt es weitaus mehr Mängel zu beheben als beim Fahrdienst, da wurde der Fehler wenigstens bemerkt.

  • Andrea T. am 23.10.2018 04:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Datenschutz , Personalmangel

    Ich wünsche es bei Gott niemandem, aber es wäre schon interessant wie sich so ein Verantwortlicher von diesen #Gesetzen (Datenschutz) und den #Personal-Sparmaßnahmen fühlt und dann reagiert wenn er vergessen wird. Er Hilfe braucht aber es kommt niemand -Personalmangel ! Und im Pflegeheim- Datenschutz, mit viel Glück erst am nächsten Tag Hilfe bekommt. Wäre doch auch interessant alle Politiker in Rollstühle zu setzen damit sie das #Rollstuhlgerechte (?) fahren kennen lernen! Wenn keiner mitfahren kann ,dann mit der Rettung oder KH was ausmachen damit so etwas nicht mehr passieren kann!