Todkranker Bub in Steiermark

29. April 2019 15:00; Akt: 30.04.2019 15:22 Print

Dank Spenden bekam Georg 77.000€-Spritze

Das Schicksal des todkranken Georg (13) aus der Steiermark berührte viele: Denn das einzige wirksame, sündteure Medikament wurde von der Kasse abgelehnt. Dank Spenden konnte ihm geholfen werden.

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Während seine Mutter Claudia Polic und Rechtsanwältin Karin Prutsch verzweifelt vor Gericht um die Bewilligung des einzig wirksamen Medikamentes "Spinraza" kämpften, verschlechterte sich der Zustand von Georg rapide.

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Anfang 2019 konnte der kleine Steirer den Rollstuhl nicht mehr selbstständig bedienen, konnte seine Arme kaum mehr bewegen, musste vermehrt beatmet und konnte nur noch flüssig ernährt werden, brauchte eine Kopfstütze.

Denn wie berichtet ist das gegen die seltene Muskelerkrankung (Anm.: Spinale Muskelatrophie) wirksame „Spinraza“ sehr teuer (Anm.: eine Spritze kostet 77.000 Euro), der Träger des Spitals erachtete die Behandlung als unrentabel, blieb hart und lehnte eine Bewilligung der Behandlung ab.

Spritzen dank Spenden

Doch dank dem unermüdlichen Einsatz von „Die Engel auf Erden“-Vereinsobfrau Bernadette Rachoining, Rechtsanwältin Karin Prutsch, Mama Claudia Polic sowie der Unterstützung von „Heute“ und anderer Medien öffneten viele Menschen Herz und Brieftasche und konnten somit Georg eine Behandlung mit „Spinraza“ ermöglichen ("Heute" berichtete).

Bisher hat der mittlerweile 13-jährige Steirer zwei Spritzen bekommen, sein Gesundheitszustand verbesserte sich sichtlich: Seine Sauerstoffsättigung liegt jetzt bei 99 Prozent, ohne Sauerstoffgerät. Er kann seine Hände und den Rollstuhl wieder bewegen, wieder feste Nahrung zu sich nehmen, braucht keine Kopfstütze mehr.

Erstes Schnitzel für Georg

Am heutigen Montag konnte der junge Steirer – ohne Schalensitz und Kopfstütze – im Grazer Gasthaus Sternwirt endlich wieder seine Lieblingsspeise, ein Schnitzel, essen. „Die Fortschritte sind wirklich beachtlich", sagen Rechtsanwältin Karin Prutsch und Mama Claudia Polic unendlich dankbar beim gemeinsamen Mittagessen.

Und: In der nahen Zukunft soll der mittlerweile 13-jährige Georg drei weitere bereits finanzierte Spritzen erhalten. „Ich hoffe, dass bis dahin bereits eine Entscheidung des Gerichts vorliegt, dass die Behandlung von der KAGes (=Träger) übernommen werden muss“, sagt Rechtsänwältin Karin Prutsch hoffnungsvoll. Denn im Sommer 2018 hatte das Gericht den Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung auf Behandlung abgelehnt ("Heute" berichtete).

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(Lie)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • RattleAndHum am 29.04.2019 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Georg

    Gut so! Man gebe diesem Kind bitte ein kleines Stück Lebensqualität zurück. Wenn ich mir anschaue, für welchen Schwachsinn teilweise sogar Unsummen ausgegeben werden, dann wird das wohl möglich sein. Ist eh eine Schande, dass um die Finanzierung gekämpft werden musste...

  • Erich Menon am 29.04.2019 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist schon Geld

    Wenn man sich für kränkelde Banken Milliarden aus dem Steiß leiern kann , wird wohl für den kleinen Georg auch eine Spritze um77000 drin sein.

  • Ehklar am 29.04.2019 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Spätestens wenn sich die Wirksamkeit dieses Medikaments herausstellt, muss es von der GKK bezahlt werden. Weil dann das Hauptargument dagegen wegfällt

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sammy am 30.04.2019 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte?

    eine Spritze kostet 77.000? Da hat wohl jemand eine Monopolstellung und kann auf Grund von kranken Menschen richtig Kassa machen! Ich hoch auf die Pharmaindustrie .... zuerst krank machen und dann mit solchen Mitteln kommen .... das lohnt sich. Ich wünsche dem Buben alles gute und hoffe das er ein halbwegs schönes Leben leben kann.

  • Mike am 30.04.2019 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gesichtsverlust

    Dass das Medikament so gut wirkt, ist ein Schlag ins Gesicht für die "Ärzte" und Kassenbonzen, die die Behandlung mit Hinweis auf die zweifelhafte Wirksamkeit abgelehnt haben. Ich hoffe, die haben noch einen Rest an Charakter und entschuldigen sich, wenn sie schon weiterhin die Kosten nicht übernehmen.

  • Doktor Who am 30.04.2019 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pfizer und Co

    Es sollte verboten werden dass ein Medikament so viel kosten darf. Die Pharmakonzerne gehören hier angeprangert.

  • Erich Silvester am 30.04.2019 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit Licht ins Dunkel

    Wo die spenden hingehen hört man gar nix,die bekommen jedes Jahr Millionen.

  • Das wahre Wort am 30.04.2019 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Abzockerei und Gesundheit

    Die börsennotierte Erste Group hat 2018 das Jahresergebnis um mehr als ein Drittel auf knapp 1,8 Milliarden Euro verbessert und ist das Beste in der Geschichte der Bankengruppe ...... haben DIE was dazu gespendet oder sind die nur auf der Nehmerseite !?

    • Nachgedacht am 30.04.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Das Wort

      Um einen Betrieb erfolgreich zu führen MUSS man einen Gewinn erwirtschaften (man NIMMT sich nicht einfach man erarbeitet ihn), mit Verlusten wird der Betrieb irgendwann STERBEN, und damit ist auch niemanden geholfen. Von dem Gewinn muss mindestens 27% an die Finanz abgegeben werden, somit sind sie auch auf der Geberseite. Sie können gerne Ihren eigenen Betrieb gründen, erfolgreich führen und Ihren Gewinn Ihrer Ansicht nach sinnvoll spenden.

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