Polterabend

17. April 2019 10:41; Akt: 17.04.2019 11:31 Print

Braut stirbt bei Traktor-Unfall – Bruder verurteilt

Mit einer Tragödie hatte ein Polterabend im September im Bezirk Amstetten geendet: Ein Traktoranhänger mit Festgästen kippte um, die Braut starb im Spital.

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Mit einer unfassbaren Tragödie hatte ein Polterabend am 8. September in Allhartsberg (Bezirk Amstetten) geendet: Bei einer ausgelassenen Traktorausfahrt mit rund 20 Passagieren am Anhänger kippte dieser um. Die blutige Bilanz: 13 Verletzte, sechs davon schwer ("Heute" berichtete). Dutzende Sanitäter, drei Notarzt-Helis und zahlreiche Rettungswagen waren am Unglücksort.

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Ganz tragisch: Unter den Verletzten waren zwei Schwangere und die künftige Braut. Der Fahrer des Traktors: Der 26-jährige Bruder der künftigen Braut. Die Schwerverletzten wurden in Spitäler gebracht. Die junge Braut kämpfte tagelang im Linzer Spital ums Überleben, doch ihre Verletzungen waren zu schwer. Die Frau starb im Krankenhaus ("Heute" berichtete).

Bruder bekannte sich schuldig

Der Lenker der Zugmaschine war nüchtern, doch die Staatsanwaltschaft entschied: Anklage wegen grob fährlässiger Tötung und fahrlässiger Gemeingefährdung - Strafrahmen bis zu drei Jahre Haft. Am Mittwoch musste der gezeichnete Bruder den schweren Gang zu Gericht in St. Pölten antreten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Traktorlenker sei zu schnell in eine Rechtskurve gefahren. Statt der zugelassenen 10 km/h soll der 26-Jährige laut Staatsanwalt mit 25 bis 30 km/h gefahren sein.

Der Angeklagte bekannte sich schuldig im Sinne der Anklage. Der Verteidiger: "Die wahre Strafe hat meine Mandant ohnedies schon erhalten." Obendrauf gab es jetzt auch noch vor Gericht zehn Monate bedingte Haft und 9.000 Euro unbedingte Geldstrafe (nicht rechtskräftig).

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(Lie)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mal ehrlich am 17.04.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch auf immer schuldige zu suchen

    Der Mann ist schon gestraft genug! Hat seine Schwester verloren und hat sicher Schuldgefühle bis ans Lebensende. Schlimm, dass man ihm 10 kmh zu schnell noch anlasten will. Ja, es war ein Unfall, der vermutlich vermeidbar gewesen wäre, aber Unfälle passieren leider. Nicht immer ist es sinnvoll auf "den einen" Schuldigen zu zeigen. Könnten ja auch schlechte Straßen gewesen sein, Materialbruch oder was auch immer. Es ist nie nur einer Schuld. Dachte eigentlich dass grundsätzlich auf Anhängern kein mitfahren erlaubt ist, aber scheinbar doch?!

  • soundmaster1957 am 17.04.2019 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hr

    der bursche ist ohnehin hart gestraft.. in seiner Haut möchte ich nicht stecken.. irgendwie tut er mir ja leid.. trotz allem man sollte vorher das Hirn einschalten. . alles gute den Hinterbliebenen

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  • Manni am 17.04.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schuldzuweisung

    Eigentlich sind alle Mitfahrenden selber schuld, sofern sie volljährig waren. Nie würde ich bei so einer Schnapsidee mitmachen und auf einem Anhänger gezogen von einem Traktor mitfahren. Das muss einem schon bewusst sein, dass man sich da in Gefahr begibt. Ist das überhaupt erlaubt? Einerseits gibt es Gurtenpflicht im Auto, was auch gut ist und andererseits darf man auf so einem Anhänger fahren? Kann ich mir nicht vorstellen. WEnn es keine Kinder waren sondern Erwachsene finde ich es nicht richtig dem Lenker die alleinige Schuld zuzuweisen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Wm am 17.04.2019 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Wo gehen eigentlich die 9000 Euro hin, weiß das irgendwer. Bitte keine Antwort an den Staat sondern "detailliert"

  • Robi81er am 17.04.2019 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polterabend

    Urteil unnötig!!!Der junge Mann ist sein ganzes Leben gestraft genug-man sollte sich um Ihn kümmern denn mit so einer Tragödie wird man nie fertig!

  • Anko am 17.04.2019 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchtum

    Jetzt komm ich auch noch mit dem Argument - zum Glück geht es in den meisten Fällen gut (diverse Umzüge.....) nicht immer gibt es für alles einen gesetzlichen Rahmen. Zum Glück möchte ich sagen, denn sonst würde das Brauchtumsleben verarmen.

  • Pipilotta am 17.04.2019 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tradition

    Ihr scheint wohl alles Stadtmenschen zu sein. Am Land ist das durchaus üblich auf Polterabenden und Hochzeiten- es hat Tradition und findet häufiger statt als ihr denkt. Ob erlaubt oder nicht- es wird akzeptiert. Aber es war ein Unfall den der Lenker sicher nicht mit Absicht herbeigeführt hat. Denkt doch mal darüber nach was alles verboten ist und dennoch gemacht wird. Über andere zu urteilen ist immer leicht. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen sonnigen Tag

    • Helga am 17.04.2019 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pipilotta

      jawohl da haben sie vollkommen recht

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  • milchmädchen am 17.04.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Justizskandal

    4 Monate unbedingt für den Verkauf von Feurewerkskörper, wo der Benutzer in die Abschussmündung schauen mußte. Bedingt für fahrlässig Tötung?

    • Ehklar am 17.04.2019 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @milchmädchen

      Wenn Sie Strafen vergleichen wollen, dann mit ähnlicher Handlung. Vergleichen Sie diese Strafe mit der, die die beiden gewissenlosen Raser bekommen haben. Und mit einem Traktor mit Anhänger fahren kann zu einem Unfall führen. Aber ein verbotenes Bumbum verkaufen heißt, späteres Unglück vorab wenigstens in Kauf nehmen. Er hat's ja nicht einem Sprengmeister verkauft, sondern einem Jugendlichen.

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