Billiger als Straßenbahn

19. Februar 2019 05:00; Akt: 18.02.2019 15:17 Print

China-Bim ohne Schiene als Lösung für Linz?

von Gerald Schwab - Die zweite Schienenachse soll Entlastung im Linzer Straßenverkehr bringen. Doch es fehlt das Geld. Nun könnte eine China-Bim Abhilfe schaffen.

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Auf 4,7 Kilometer vom Bahnhof durch den Osten von Linz und über die neue Eisenbahnbrücke bis nach Urfahr soll die zweite Schienenachse führen.

Doch das Projekt kostet viel Geld, nämlich etwa 400 Millionen Euro. Geld, das weder die Stadt Linz noch das Land Oberösterreich haben. Deshalb scheint eine Realisierung des Projekts aktuell in weite Ferne gerückt.

Eine neuartige Straßenbahn aus China könnte allerdings eine viel günstigere Variante sein. In der Stadt Zhuzhuo (Provinz Hunan) wurde 2018 ein Testbetrieb aufgenommen.

Und so funktioniert die China-Bim:

Das Fahrzeug, das wie eine Straßenbahn aussieht, hat Gummireifen und wird mit Batterien angetrieben. Die Strecke wird auf der Straße markiert, Sensoren sorgen dafür, dass die Wagen in der Spur bleiben. Der Fahrer wird zudem von zahlreichen Hilfsmitteln unterstützt (Kollisionswarnsystem, Navi).

Und die Errichtungskosten der China-Bim liegen bei nur zehn Prozent einer herkömmlichen Straßenbahn. Grund: das teure Verlegen von Schienen fällt ebenso weg wie die Oberleitungen.

München prüft schon

Klingt nach einer Utopie. Allerdings prüft etwa die Stadt München gerade, ob man das System nicht auch in der bayerischen Metropole verwenden kann. Die zuständige Stadträtin Dorothea Wiepcke (CSU) in der Bild dazu: "Das sind Big Points. Keine Schienen, keine Oberleitung, keine Erschütterungen für die Anwohner."

Bei der Linz AG kennt man das System, ist aber skeptisch. Denn noch ist unklar, wie ausgereift die China-Bim wirklich ist.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zimbo am 19.02.2019 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Warum so abfällig ?

    China hat uns längst überholt.Dort fahren bald größere Bahnnetze bzw. deren Züge mit 400kmh.Und unsere Geleise haben schon vielen Radfahrern und Motoradfahrern extrem geschadet.

  • Seitenblick am 19.02.2019 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Gehirne wenn man sie braucht

    Eigentlich eine watscheneinfache und innovative Sache. Warum kommen unsere Inteligenzbestien nicht auf soetwas? Leiser, billiger, schneller realisierbar. Bei uns geht es noch immer gegen den Verbraucher. In China ist man schon weiter. Bravo China. Schande Europa und westliche Welt.

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  • Zederich am 19.02.2019 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Früher war alles besser

    Ich kenn die Zeit noch wo in meiner Stadt alle Busse elektrisch und mit Oberleitung gefahren sind. Aber es mussten ja fortschrittliche Dieselbusse her.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Peter am 20.02.2019 00:46 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Das ist nichts anderes, als ein Translohr. Drei derartige Systeme in Frankreich sollen von Straßenbahnen abgelöst werden, weil diese spurgeführten Busse extrem wartungsintensiv sind, der Fahrkomfort sehr zu Wünschen überlässt und es aufgrund der immerzuselben Spur zu Fahrbahnrinnen kommt, die man dann alle zehn Jahre sanieren muss. Langfristig ist die Straßenbahn da billiger und vor Allem zuverlässiger und langlebiger - und zwar sowohl auf die Fahrwege, als auch auf die Fahrzeuge bezogen!

  • Weltbetrachter am 19.02.2019 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    So sieht's aus!

    Zuerst haben wir die Technologie auf dem Silbertabtlett nach China geliefert. Und während wir alles ausdiskutieren und zerreden und 3 Projekte gleichzeitig auf eine Person kommen, haben die Chinesen gefühlt 100 Leute für ein Projekt. Die ziehen technologisch mit Lichtgeschwindigkeit an uns vorbei.

  • Spaltpilz am 19.02.2019 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Geniale Lösung

    Auf der Modellbaumesse vor 2 Jahren habe ich schon ähnliches gesehen!Nur,damit die Spur gehalten werden kann,sind im Boden Magnetstreifen. Offenbar hat sich ein chinesischer Hersteller gefunden,der wie ich von diesem System begeistert ist.So weit ich mich aber erinnern kann,war es ein deutscher Erfinder...Da werden sich die Deutschen aber jetzt ärgern,weil sie nicht an den Erfolg dieser Erfindung glaubten.Oder es lag daran,dass als Modelle nur Autos und Busse gezeigt wurden und da dachte noch keiner an die Möglichkeit für Strassenbahnen...

    • Truthloader am 19.02.2019 20:08 Report Diesen Beitrag melden

      Die Magnete im Boden

      sind schon vor langer Zeit von einem US PKW Hersteller benutzt worden... Also nix mit Germany...

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  • Chris Rojer am 19.02.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Da verdienen die zuständigen ja nichts

    Typisch Österreich: bevor innovativ umgesetzt wird beobachtet man mal. Während China, Südkorea und Japan schon um einiges weiter sind überlegen wir erstmal 5 Jahre lang ob es Sinn macht. Kein Wunder. IN 15 Jahren werden wir bald um Technologie aus Asien betteln. Den die sind uns jetzt schon mindestens um5 Jahre voraus. Und warum die BIM einfach bauen wenn es auch teuer und kompliziert geht. Aber da sind ja unmengen an Geld die Firmen zugesagt wurden ;-) Kein Wunder das da Skepsis auftaucht... Da verdient ja die zuständigen nichts bei der Vergabe vom Auftrag

  • Ewald am 19.02.2019 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Prioritäten

    Merkwürdig. Für Traumatisierte sind trotz Schuldenberg Milliarden vorhanden, für die eigene, ausgeplünderte Bevölkerung hat man nichts übrig.