Anwalt verurteilt

18. Oktober 2018 19:00; Akt: 18.10.2018 17:42 Print

Existenz von Gaskammern geleugnet! 10.000 € Strafe

Ein Welser Rechtsanwalt hatte laut Kollegen in einer Verhandlung die Existenz von Gaskammern in Mauthausen geleugnet – 10.000 Euro Strafe.

Der Anwalt leugnete die Existenz von Gaskammern in Mauthausen, wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.  (Bild: OÖ Museumsverband)

Der Anwalt leugnete die Existenz von Gaskammern in Mauthausen, wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. (Bild: OÖ Museumsverband)

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Vor mehr als zwei Jahren, genauer gesagt im März 2016, hatte der Beschuldigte vor Gericht einen wegen Hasspostings angeklagten Mann vertreten.

In seinem Schlussplädoyer sagte er dann wörtlich: "Es ist strittig, ob in Mauthausen Vergasungen und Verbrennungen stattgefunden haben. Was man seinerzeit in Mauthausen zu Gesicht bekommen hat, ist eine sogenannte Gaskammer, die nachträglich eingebaut wurde. Unbekannt ist, ob dort jemals eine Gaskammer vorhanden war."

Anschließend leitete die Welser Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Rechtsanwalt ein, wollte auch Anklage erheben. Nach „Ersuchen“ des Weisungsrates nahm sie dann aber wieder Abstand davon. Er habe über das Ziel hinausgeschossen, nicht aber den Holocaust an sich geleugnet.

Verwaltungsstrafe erfolglos bekämpft

Der Welser wurde schließlich wegen Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts zu einer Verwaltungsstrafe von 250 Euro verdonnert. Das bekämpfte er erfolglos bis zum Verfassungsgerichtshof.

Doch jetzt folgte die Wende. Die Oberösterreichische Rechtsanwaltskammer verurteilte den Kollegen nach dem Disziplinarstatut wegen Verletzung der Berufspflichten und Beeinträchtigung von Ehre und Ansehen des Standes in nicht öffentlicher Sitzung zu 10.000 Euro Geldstrafe.
Das Urteil erging bereits vor Monaten, ist mittlerweile rechtskräftig. Den Betrag soll der Verurteilte bereits überwiesen haben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Statistiker am 18.10.2018 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Freie Meinungsäußerung?

    Seltsam, dass Unglaube als Leugnen bezeichnet werden und zu Verurteilungen führen kann. Mich stört es nicht, wenn jemand etwas anderes glaubt als ich. Er darf es mir sogar sagen, ohne dass ich in Hysterie verfalle.

  • Amlacher am 18.10.2018 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Nachfragen nicht erlaubt!

    Wenn man keine fragen stellen darf wird die Demokratie zur Diktatur.

  • Ludwig Reinthaler am 19.10.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gaskammern

    Der Herr Anwalt wird halt das Buch: Das Ende der Tabus gelesen haben! Da steht seine These drinnen und das Buch ist frei im Handel erhältlich!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • DavMes am 20.10.2018 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nein!!!

    In dieser Sache hört sich die freie Meinungsäußerung auf, denn dieses "Mega-Verbrechen" ist tausendmal bestätigt und wer das leugnet der ist nicht nur ein dummer Ignorant, sondern auch ein Wahrheitsverweigerer in einer Sache, für die sich die Menschheit in Grund und Boden genieren müsste. Diese Strafe passt schon.

  • Ludwig Reinthaler am 19.10.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gaskammern

    Der Herr Anwalt wird halt das Buch: Das Ende der Tabus gelesen haben! Da steht seine These drinnen und das Buch ist frei im Handel erhältlich!

  • Amlacher am 18.10.2018 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Nachfragen nicht erlaubt!

    Wenn man keine fragen stellen darf wird die Demokratie zur Diktatur.

  • antinazi am 18.10.2018 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    wie doof muss man

    sein, um so was zu äußern. Denken soll er was er will, aber bei der restriktiven Judikatur ist das doch recht unklug gewesen. Es darf aber mal darüber nachgedacht werden, ob die Strafverfolgung mittels Schwurgerichtsverfahren (wie Mord etc.) noch nötig ist. Er soll halt mal Geschichte lernen, das hilft gegen solchen Blödsinn.

  • Statistiker am 18.10.2018 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Freie Meinungsäußerung?

    Seltsam, dass Unglaube als Leugnen bezeichnet werden und zu Verurteilungen führen kann. Mich stört es nicht, wenn jemand etwas anderes glaubt als ich. Er darf es mir sogar sagen, ohne dass ich in Hysterie verfalle.