Hoffte auf Heilung

28. Februar 2018 14:12; Akt: 28.02.2018 14:23 Print

Krebskranke (50) kaufte "Heil-Pulver": Vergiftet!

Eine an Krebs erkrankte Frau (50) aus Oberösterreich hoffte auf Heilung durch ein indisches Pulver. Jetzt ist sie mit Quecksilber vergiftet!

In der Kläranlage wurden erhöhte Quecksilberwerte gemessen. So kam man auf die Spur der Frau. (Bild: Thomas Leitner)

In der Kläranlage wurden erhöhte Quecksilberwerte gemessen. So kam man auf die Spur der Frau. (Bild: Thomas Leitner)

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Sie hoffte auf Heilung, wurde betrogen – und ist jetzt ein Gift-Opfer!

Die unfassbare und zugleich traurige Geschichte: Eine an Krebs erkrankte Frau (50) aus St. Georgen im Attergau flog nach Indien, um sich von dort von einem Kloster über zehn Kilo an Pulver und Pasten mitzunehmen. Sie hoffte, dass die vermeintlichen Wundermittelchen einer selbsternannten Heilerin ihr helfen, wieder gesund zu werden.

Tatsächlich machten sie sie aber nur kränker.

Durch das Pulver und die Paste ist die Frau jetzt hochgradig mit Quecksilber vergiftet. Denn: Die Creme enthielt 27 Prozent des giftigen Stoffes, das Pulver sogar 36 Prozent.

Aufgeflogen ist das Ganze durch die Umwelt-Kontrolle des Landes Oberösterreich. Denn: In der Kläranlage in Lenzing (Bez. Vöcklabruck) wurde im Klärschlamm eine erhöhte Quecksilberkonzentration festgestellt, wie am Mittwoch Umwelt-Landesrat Rudi Anschober (Grüne) und Ulrike Jäger-Urban, die Direktorin der Umwelt- und Wasserwirtschaft-Direktion, berichteten.

Genauer gesagt: Am 3. Juli 2017 wurde bei einer Überprüfung eine Konzentration von 9 mg/kg (Grenzwert: 7 mg/kg) gefunden. Was dann folgte, sei eine regelrechte Umwelt-Detektivarbeit gewesen, so Jäger-Urban. Untersucht wurden die Kanalstränge und die Abwasserleitungen. Schritt für Schritt kam man dem Verursacher näher.

Fündig wurde man schließlich in einem Mehrparteienhaus in St. Georgen am Attersee, dessen komplettes Leitungssystem mit Quecksilber belastet war. In einer Wohnung fand man die quecksilberhaltigen Mittelchen, klärte die Frau darüber auf, dass das Pulver und die Creme keine Heil-Mittel, sondern giftig sind. Die muss sich jetzt einer langwierigen Entgiftung unterziehen.

Und: Durch das Quecksilber, das beim Duschen, Baden und übers WC in den Abfluss und schließlich in die Kläranlage gelangte, wurde eine große Menge an Klärschlamm verseucht. Und der muss jetzt als Sondermüll entsorgt werden. Kosten: 100.000 Euro. Ob die Frau dafür aufkommen muss, ist noch unklar.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • helmar am 28.02.2018 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch, aber trotzdem

    Noch keiner dieser Wunderheiler hat irgend jemand geheilt. Aber abgezockt wahrscheinlich schon. Denn es sind genau diese welche vor den Ärzten und vor allem der "gierigen Pharmaindustrie" warnen und dann Gläubige finden. Und wenn dann so was passiert, dann soll es die böse Ärzteschaft samt Pharmariesen wieder richten. Warum aber meistens Frauen auf solche Wunderheiler abfahren ist mir ein Rätsel.

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  • Robert am 28.02.2018 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bei mir melden XD

    Wer einen Wunderheiler konntaktieren will soll sich bei mir melden! Ich kenne einen echten! Francis Mitchell ein Navajo oder Nawacho Indianer ein Medizinmann ,Vietnam Veteran, High School Professor er hat 8 Vietnamesische Kinder adoptiert. Ist direkter nachfahre von Mahelito

  • Calimero am 28.02.2018 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ORF

    Geschätzte vier Kilogramm reines Quecksilber gelangten so über Monate in das Kanalsystem. Der verseuchte Klärschlamm wird in Lenzing sicher verwahrt und muss nun fachgerecht entsorgt werden. Die Frau muss sich einer langwierigen Entgiftung unterziehen. Für die Bewohner des Wohnhauses gebe es eine Entwarnung, so Bürgermeister Ferdinand Aigner (ÖVP).

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Robert am 28.02.2018 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bei mir melden XD

    Wer einen Wunderheiler konntaktieren will soll sich bei mir melden! Ich kenne einen echten! Francis Mitchell ein Navajo oder Nawacho Indianer ein Medizinmann ,Vietnam Veteran, High School Professor er hat 8 Vietnamesische Kinder adoptiert. Ist direkter nachfahre von Mahelito

  • Calimero am 28.02.2018 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ORF

    Geschätzte vier Kilogramm reines Quecksilber gelangten so über Monate in das Kanalsystem. Der verseuchte Klärschlamm wird in Lenzing sicher verwahrt und muss nun fachgerecht entsorgt werden. Die Frau muss sich einer langwierigen Entgiftung unterziehen. Für die Bewohner des Wohnhauses gebe es eine Entwarnung, so Bürgermeister Ferdinand Aigner (ÖVP).

    • Robert am 28.02.2018 22:21 Report Diesen Beitrag melden

      Super zusatz

      Danke für die Info.

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  • Hans R. am 28.02.2018 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    So schwer ist es nicht

    Es heißt St. Georgen im Attergau und nicht am Attersee.

  • Aber jetzt am 28.02.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

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    Sie gehört angezeigt, da sie illegal Medikamente nach Österreich eingeführt hat. Weshalb wird es nicht gemacht?

    • Rudolf S am 28.02.2018 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aber jetzt

      welcher totkranke hält sich nicht an die kleinste Hoffnung das er oder sie wieder gesund wird ibch wunsche ihnen das sie nie in solch einer Situation kommen

    • Pavel am 28.02.2018 16:39 Report Diesen Beitrag melden

      @ Aber jetzt

      Woher willst du wissen ob diese Mittel bei uns als Medikamente gelten und diese illegal eingefüht worden sind?

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  • helmar am 28.02.2018 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch, aber trotzdem

    Noch keiner dieser Wunderheiler hat irgend jemand geheilt. Aber abgezockt wahrscheinlich schon. Denn es sind genau diese welche vor den Ärzten und vor allem der "gierigen Pharmaindustrie" warnen und dann Gläubige finden. Und wenn dann so was passiert, dann soll es die böse Ärzteschaft samt Pharmariesen wieder richten. Warum aber meistens Frauen auf solche Wunderheiler abfahren ist mir ein Rätsel.

    • mändle am 02.03.2018 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @helmar

      können sie nicht verstehen. da sie nicht in der situation waren anscheinend. leicht zu beeurteilen von aussen

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