Am 1. April

26. Juli 2018 16:42; Akt: 26.07.2018 16:42 Print

GPS verrät, wie DIESER Adler quer durch OÖ flog

19 Seeadler hat der WWF mit GPS-Sendern versehen, um ihre Route zu beobachten. Einer davon zeigte ein besonderes Flugverhalten. Er kreuzte OÖ.

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Dürfen wir vorstellen: Das hier am Foto ist "Nummer 8". Er ist einer von 19 Jung-Seeadlern, die vom WWF nach Nummern mit GPS-Sendern ausgestattet wurden, um die Wanderroute der edlen Tiere verfolgen zu können.

Das Forschungsprojekt "Seeadler" des WWF jährt sich heuer zum vierten Mal. Zu diesem Anlass hat die Organisation das Flugverhalten einiger Tiere analysiert und ihre Flugroute auch auf einer Karte eingezeichnet.

Adler legte mehrere hundert Kilometer zurück

Die Daten wurden jetzt veröffentlicht. Und wie auf der Karte zu sehen, hatte eines der Tiere auf seiner zwei-jährigen Tour einen besonderen Kurs gewählt. Erst flog es einige Male von der Slowakei über Ungarn nach Kroatien, dann folgte ein Ausreißer: Anders als seine Artgenossen (die meiste über NÖ nach Tschechien flogen) querte der Adler genau ein Mal Oberösterreich.

Wer hier so gegen den Strom segelte? Adler Nummer 8! "Heute" wollte wissen, wann und wo genau in Oberösterreich der zwei Jahre alte Seeadler geflogen war. Christian Pichler, Projektleiter beim WWF, schlüsselte für uns den Routenverlauf des Seeadlers noch einmal im Detail auf. Und das kam dabei raus: Achtung kein Aprilscherz!

Der Vogel flog am 1. April 2017 nämlich so:

» Er wurde um 6 Uhr Früh noch in Niederösterreich in der Nähe von Gaming (Bezirk Scheibbs) registriert
» Um etwa 9 bis 10 Uhr überflog er die Grenze zu Oberösterreich und dann weiter nördlich von Steyr – genauer gesagt nahe Dietach – Richtung Marchtrenk.
» Um 12 Uhr hielt er sich am nördlichen Stadtrand von Wels auf, flog dann Richtung Norden über Eferding und St. Ulrich im Mühlkreis.
»Etwas östlich von Rohrbach verließ er am Nachmittag zwischen 15-16 Uhr wieder Oberösterreich und übernachtete etwa 20 Kilometer hinter der Grenze auf tschechischer Seite.

Auf seiner Tour legte "Adler Nummer 8" mehrere hundert Kilometer zurück. Die Jung-Vögel legen auf ihrer Wanderung generell bis zu 500 Kilometer zurück, erklärt Pichler.

Giftfallen, Abschuss und Stromleitungen

Neben der Erforschung des Flugverhaltens zeigen die Daten aber auch, dass die Vögel einigen Gefahren ausgesetzt sind. Viele Tiere verhungern oder werden von skrupellosen Tierhassern durch Giftfallen oder Abschuss getötet, so Pichler.

Eine weitere Bedrohung: Letztes Jahr kam einer der Jung-Vögel ums Leben, weil er mit einer Stromleitung kollidierte.

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(cru)

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