Dinghoferstraße

14. März 2019 16:00; Akt: 14.03.2019 18:12 Print

Nazi-Beweis: Muss Straße in Linz umbenannt werden?

Das Mauthausen Komitee beweist mit einer Recherche beim Bundesarchiv in Berlin, dass Franz Dinghofer Nazi war. Muss die Dinghoferstraße in Linz jetzt umbenannt werden?

Franz Dinghofer war NSDAP-Mitglied. Muss die Straße jetzt umbenannt werden? (Bild: Mike Wolf)

Franz Dinghofer war NSDAP-Mitglied. Muss die Straße jetzt umbenannt werden? (Bild: Mike Wolf)

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Es wurde zwar vermutet, aber der Beweis fehlte.

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Sollte die Dinghoferstraße nach den jüngsten Enthüllungen umbenannt werden?

Den erbringt jetzt das Mauthausen Komitee: Der frühere Linzer Bürgermeister Franz Dinghofer (von 1907 bis 1918; siehe Info-Kasten) war Nazi.

Das belegt eine Anfrage des Komitees beim Bundesarchiv in Berlin. Franz Dinghofer hat am 18. April 1940 die Aufnahme in die NSDAP beantragt, am 1. Juli 1940 wurde der Antrag genehmigt (Mitglieds-Nummer: 8450902).

"Soweit wir wissen, hat Franz Dinghofer kein Verbrechen begangen. Aber er hat ein Verbrecherregime unterstützt", so Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees.

Was Linz betrifft, muss sich die Stadt jetzt die Frage gefallen lassen: Wäre es nicht gescheit, die Dinghoferstraße umzubenennen? Oder ist es okay, dass eine Straße nach einem Nazi benannt ist?

Eine Umbenennung hatte übrigens bereits im Januar die Junge Linke gefordert. Sie hat vorgeschlagen, dass diese Straße künftig "Straße der Befreiung" heißt. Mit der Begründung: "Eine Straße nach jemanden zu nennen, der offen gegen Juden gehetzt hat, ist fatal, eine Umbenennung überfällig", so Ralf Schinko, Sprecher der Jungen Linken in Linz.

Passiert ist seither nichts. Aber mit dem Nazi-Beleg des Mauthausen Komitees wird die Diskussion um eine Umbenennung sicherlich neu angefacht werden.

+++ UPDATE +++

Noch am Nachmittag forderten die Grünen, dass "die Stadt Linz eine Zeichen setzen soll und die Straßenschilder in der Dinghoferstraße umgehend um die Info ergänzen, dass Dinghofer NSDAP-Mitglied war", so Klubobmann Helge Langer. Außerdem sei eine Diskussion um um eine Umbenennung "mehr als angebracht".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 14.03.2019 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Die Grünen halt..

    Wir haben ja sonst keine Probleme. Aber hey die eigene Vergangenheit auslöschen während man dennoch immer wieder davor warnt ist halt was Grünes.

  • Penelope am 14.03.2019 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    ...also ich bin im Jahr 1988 geboren, muss ich jetzt neu geboren werden? Mein Führer(!)schein wurde am 8.8.2008 ausgestellt, muss dieser nun eingezogen werden? Interessanter Weise enthält der Schlüsselcode meines VW Golf auch noch ein "AH", muss ich das Auto nun vernichten?

  • Andrea am 14.03.2019 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Linke Welt

    Ich würde die Straße auf Hansi Hinterseer Straße benennen, aber das geht ja auch nicht. Beginnen ja mit zwei H.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • schlaubi am 17.03.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probleme von heute wären wichtig

    es ist traurig warum wir uns immer noch diesen schuh anziehen müssen! und noch immer dafür zahlen, haben die anderen länder nichts schlimmes gemacht? aber davon wird nicht gesprochen!! das gehört zu unserer Geschichte, wenn man alles was mal böse war auslöschen will na dann viel Spaß! was hat die Kirche nicht alle im Mittelalter gemach? und so weiter!!! wie im hier und jetzt!!! einfach mal Ruhe geben!!!

  • Albert am 16.03.2019 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reaktion

    Eine typisch Österreichische Reaktion wäre nicht nur die Umbenennung sondern gleich die ganze Straße wegreißen.

  • daisy am 15.03.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Umbenennungen - nein danke

    ich bin dafür, dass alle Straßen nur noch durchnummeriert werden - so kann gar nix passieren. Wenn man bedenkt, wer aller ein Denkmal bekommen hat, Ehrungen etc. Ich nenn lieber keine in- und ausländischen "Größen" der Geschichte, die aus Gier und Ehrgeiz Kriege führten, eroberten, Menschen abschlachteten um des eigenen Vorteils willen. Ich bin Nachgeborene und hoffe, dass "diese Zeiten" nie wieder kommen. Aber man braucht sich doch nur umschauen - wir steuern geradewegs darauf zu. Nicht nur die Rechten sind verdorben und Böse - alle Intoleranten sind das

    • Sucher am 15.03.2019 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @daisy

      man kann die Straßen nicht durchnummerieren, ist ja die Zahl 8 dabei. Lauter Spinner, haben die keine Arbeit , für was werden die Leute eigentlich bezahlt.

    • daisy am 16.03.2019 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      richtig

      @Sucher na, dann halt statt 8 die Straße 7 1/2 nennen. Und wegen der Abergläubigen die 13 als 12 1/2 benennen. oder einfach auslassen. Kann Ihnen nur recht geben punkto Spinner und Arbeit. Wem fad im Hirn ist, der kommt auf blöde Gedanken.

    • Kannitverstan am 16.03.2019 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @daisy

      Beim Durchnummerieren müssen sie auch einige Ziffern und Zahlen ausradieren, die sind auch böse.

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  • Anton Fuchs am 15.03.2019 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    1940

    Personen, die so spät der NSDAP beitraten, haben das weniger aus Überzeugung, sondern aus einer gewissen 'Notwendigkeit' getan.

    • daisy am 15.03.2019 10:49 Report Diesen Beitrag melden

      genau

      Opportunist halt - wie so vieler. Angst um sich und seine Familie. Mitläufer. Wir als Nachgeborene haben da leicht hinschimpfen und verurteilen, waren ja nicht dabei.

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  • Chris R. am 15.03.2019 03:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder eine der Superideen

    Kein Problem, dann sollen es auch die bezahlen die die brillante Idee haben aber aus der eigenen Tasche und nich vom Steuergeld. Aber es gibt ja zum Glück keine anderen Probleme in Österreich.

    • daisy am 15.03.2019 10:49 Report Diesen Beitrag melden

      genau

      genau. Zahlen werden es wieder wir Steuerzahler.

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