Video: Herdenschutzhunde

17. Juni 2018 16:39; Akt: 17.06.2018 16:40 Print

Schweizer Wolfsproblem: So süß ist die Lösung

Herdenhunde schützen in der Schweiz schon seit Jahren Schafe vor Wölfen. Die fast 10 Monate alten Abruzzen-Rüden Verox und Campanella sind zwei davon.

In der Schweiz schützen Herdenschutzhzunde Schafe vor Wölfen. Die Rüden Verox und Campanella sind zwei davon.  (Bild: Claudia Ruzmarinovic)

In der Schweiz schützen Herdenschutzhzunde Schafe vor Wölfen. Die Rüden Verox und Campanella sind zwei davon. (Bild: Claudia Ruzmarinovic)

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Seit Ende Mai in Weyer (Bez. Steyr-Land) zwei Schafe von einem Wolf gerissen wurden, ist die Wolfsdiskussion in Oberösterreich wieder in vollem Gange. Wir berichteten. Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) suchte diese Woche in der Schweiz nach Antworten auf das Wolfsproblem der oberösterreichischen Bauern.

Und die bekam er, auch wenn es DIE 100 prozentige Lösung für die Wolfsabwehr nicht gibt, wie die Schweizer selbst anmerken. Seit 25 Jahren werden im westlichen Nachbarland sogenannte Herdenschutzhunde für den Schutz von Schafen eingesetzt. Seit etwa sechs Jahren ist diese Maßnahme auch gesetzlich geregelt.

Wie das hüten einer Schafsherde aussehen kann, hat sich der Landesrat samt OÖ-Delegation auf einer Weide in Häutlingen angeschaut. Dort hüten die beiden Maremmano Abruzzesen-Rüden Verox (9,5 Monate) und Campanella (8,5 Monate) bis zu 150 Schafe.

Welpen ausgebildet

Auch der Nachwuchs steht schon in den Startlöchern. Noch sind Basti und Backi (beide 6 Monate) zu klein und zu verspielt, winseln bei Besuchern nach Streicheleinheiten. Ab dem Frühjahr werden die beiden zu Herdenschutzhunden ausgebildet. Mit drei Jahren werden sie dann so weit sein alleine auf eine Schafsherde aufzupassen, wie Schafsbauer Adrian Brenzikofer erklärt.

In der Schweiz sind neben tierischen Beschützern auch Elektrozäune im Einsatz. Herden mit mehr als 500 Schafen werden auch behirtet. Welche Maßnahme für die Wolfsabwehr die richtige ist, muss jeder Bauer für sich selbst abwägen. Unterstützung bekommen die Schweizer Bauern hier durch eine eigens implementierte Beratungsstelle, die mit den Landwirten auch immer wieder die Situation evaluiert.

33 Wölfe gemeldet

In Oberösterreich sind derzeit nur vereinzelt Herdenschutzhunde im Einsatz. Ob sich ein Schutz durch Hunde auch bei uns durchsetzen wird, wird sich zeigen. Bislang will man Wölfe durch Gummigeschosse vergrämen, so Agrar-Landesrat und Bauernbund Obmann Max Hiegelsberger, vergangene Woche.

Fakt ist, "dass mehr einzelne Wölfe nach Österreich kommen und sich Rudel entwickeln werden. Wo das konkret sein wird, kann man nicht sagen", so der Wolfsbeauftragte Georg Rauer. Die Wolfspopulationen wurden in Österreich im Laufe des 19. Jahrhunderts reglementiert. Erstmals hatte man Wölfe wieder 2016 im niederösterreichischen Allentsteig gesichtet. In den letzten zwei Jahren gingen insgesamt 33 Wolfshinweise ein.

Auch in Salzburg war heuer ein Wolf per Wolfskamera geknipst worden. Es könnte jener sein, der in Weyer in der Nacht von 23. auf 24. Mai zwei Schafe getötet hat, so Rauer.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heimatland am 17.06.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sind keine Schoßhunde!

    Ja so süß ist die Lösung (auf dem Bild zumindest, weil sie da nicht kläffen und beißen, wenn jemand mit oder ohne Hund der Herde zu nahe kommt). Wie die Realität ausschaut, bin ich gespannt, vor allem gibt mir zu denken, dass diese Lösung nicht überall gewählt wird, wenn sie doch so süß ist!

  • helmar am 17.06.2018 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist mit anderen Hunden?

    Zumindest Kangals sind gegenüber Artgenossen alles andere als freundlich. Bin gespannt was passiert wenn der erste Familienhund von einem Herdenschutzhund gebissen wird.

  • Ehklar am 17.06.2018 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Die Romantiker träumen vom braven Wolf! Der hat aber in dicht besiedelten Regionen in Mitteleuropa mit Almwirtschaft keinen natürlichen Platz mehr. Herdenschutzhunde kä könnten das Problem noch verschärfen. Viele glauben ja, dass sie überall samt Hunden herumlatschen können. Die Aufgabe der Hirte und deren Hunde ist die Vertreibung der Wölfe. Wenn das nicht zu einer natürlichen Reduktion der Population führt, sind auch Menschen in Gefahr.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Pia Brenzikofer am 08.07.2018 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Artikel

    Nur um dies klarzustellen... Der Rüde heisst Ferox und ist natürlich nicht 10.5 Monate sondern fast 10 Jahre alt. Und die Hündin wird im Dezember 9 Jahre alt. Die beiden Kleinen werden ausserdem nicht erst ab dem nächsten Frühjahr ausgebildet; die Ausbildung ist schon in vollem Gange. Im nächsten Frühjahr müssen sie die Prüfung bestehen. Falls sie diese bestehen können sie ab nächstem Sommer als Herdenschutzhunde arbeiten. Unsere Herdenschutzhunde ausserdem als "süsse Lösung" zu betiteln finde ich doch etwas weit hergeholt und erhitzt bei den Schäfern nur die ohnehin schon erhitzten Gemüter...

  • Ehklar am 17.06.2018 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Die Romantiker träumen vom braven Wolf! Der hat aber in dicht besiedelten Regionen in Mitteleuropa mit Almwirtschaft keinen natürlichen Platz mehr. Herdenschutzhunde kä könnten das Problem noch verschärfen. Viele glauben ja, dass sie überall samt Hunden herumlatschen können. Die Aufgabe der Hirte und deren Hunde ist die Vertreibung der Wölfe. Wenn das nicht zu einer natürlichen Reduktion der Population führt, sind auch Menschen in Gefahr.

    • Erwin am 18.06.2018 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ehklar

      ehklar deinen Kommentar nach zu urteilen bist du ein Gegner dieser Maßnahme, ich denke mal das du auch so einer der Menschen ist die glauben das man überall in den Almgebieten wo Tiere weiden herumlaufen kann

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  • Heimatland am 17.06.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sind keine Schoßhunde!

    Ja so süß ist die Lösung (auf dem Bild zumindest, weil sie da nicht kläffen und beißen, wenn jemand mit oder ohne Hund der Herde zu nahe kommt). Wie die Realität ausschaut, bin ich gespannt, vor allem gibt mir zu denken, dass diese Lösung nicht überall gewählt wird, wenn sie doch so süß ist!

  • helmar am 17.06.2018 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist mit anderen Hunden?

    Zumindest Kangals sind gegenüber Artgenossen alles andere als freundlich. Bin gespannt was passiert wenn der erste Familienhund von einem Herdenschutzhund gebissen wird.