Große Umfrage

13. März 2019 16:11; Akt: 13.03.2019 16:23 Print

Jeder 5. Schüler gibt zu: "War schon kriminell"

Ein Graffiti-Gespraye an der Wand, ein zerstörter Mistkübel, ein zerkratzter Schreibtisch in der Schule: Jeder 5. Schüler in OÖ gibt zu, so etwas schon mal gemacht zu haben.

Ein Bild der Verwüstung! Vandalen zerstörten in der Neuen Welt mutwillig eine Busstation.   (Bild: Mike Wolf)

Ein Bild der Verwüstung! Vandalen zerstörten in der Neuen Welt mutwillig eine Busstation. (Bild: Mike Wolf)

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Für viele gilt es als entschuldbare Tat, in Wahrheit ist es aber kriminell. Und jeder fünfte Schüler im Alter zwischen 12 und 15 Jahren in Linz hat es schon getan: Vandalismus.

Das zeigt eine große Umfrage der JKU im Auftrag der Stadt Linz, an der sich immerhin 31 von 35 Schulen beteiligt haben.

Befragt wurden Schülerinnen und Schüler (1.091 gesamt), die in der Stadt Linz wohnen. "Wir wollten endlich Daten zu diesem Thema haben", erklärt der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ).

Das Thema selbst allerdings ist vielschichtig. Vandalismus deckt nämlich eine breite Palette an Delikten ab. Die reicht vom Zerkratzen des Schreibtisches in der Schule, bis zu Graffiti, deren Entfernung Zehntausende Euro kosten kann.

Viele machen es aus Langeweile

Und: Viele der Befragten gaben zu: "Ich war im letzten Jahr
kriminell!" Genau sind es 21 Prozent, also jeder fünfte Schüler. Das Tatenranking: Scratching (Zerkratzen), andere Beschädigungen und Graffiti.

Dabei wissen sie aber auch, dass es eigentlich verboten ist. Über 80 Prozent finden Graffiti schlimm, mehr als 90 Prozent die Zerstörung einer Straßenlaterne.

Eher klassisch für dieses Alter sind die Gründe für die Taten – Wutabbau, Unterhaltung und einfach Langweile.

"Überraschend viele Schüler haben auch Angst vor dem Erwischtwerden und den danach folgenden Konsequenzen. Immerhin 72 Prozent erwarten, dass die Polizei eingeschaltet wird, 67 Prozent rechnen mit einer Anzeige", so Kriminologe Helmut Hirtenlehner, der an der Befragung mitgearbeitet hat.

Es gibt kaum Anzeigen

Dabei zeigt die Realität ein ganz anderes Bild. "Wir nehmen an, dass nicht einmal fünf Prozent der Delikte überhaupt angezeigt werden", so Hirtenlehner. Zudem kommt es nur bei ganz schweren Fällen von Vandalismus auch wirklich zu Gerichtsverhandlungen.

Präventionsarbeit ist allerdings schwierig. Vandalismus ist keine Frage der Herkunft, sie betrifft alle Schichten. Was man aber tun kann, ist z.B. öffentlichen Raum (dort gibt es die meisten Delikte) unattraktiv für Vandalen zu machen. "Und das schafft man, indem man diesen hell und hochwertig gestaltet, dann ist die Hemmschwelle höher, so Kathrin Stiebellehner von der JKU.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Habakuk am 13.03.2019 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunftsgeneration

    Ja, so sind unsere zukünftigen Pensionszahler!

    einklappen einklappen
  • Desert Eagle am 13.03.2019 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wir waren auch keine

    Waisenknaben. Aber zu mehr als "Grober Unfug" hat es nie gereicht.

  • Crashcar am 13.03.2019 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Was,..

    ..zum Teufel ist mit diesen Jugendlichen los? Wir hatten in unserer Jugend auch Cliquen, haben heimlich geraucht, gesoffen und sind nächtens heimlich abgehauen, um in der Disco Spaß zu haben. Aber keiner von uns hätte selbst im Vollrausch auch nur ansatzweise daran gedacht, etwas einfach so zu verwüsten oder zu zerstören. Außer einem Einzigen von dem wir schnell Abstand genommen haben....der hat gekifft und war auch sonst total irre. Ist heute ein leidenschaftlicher Grünwähler.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Fred von Jupiter am 17.03.2019 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher doch

    Hell und hochwertig gestalten? Na genau! Die hellen und hochwertig gestalteten Öffis sprechen Bände. Kameraüberwachung, SIM-Login Auswertung sind wesentlich wirkungsvoller.

  • Statistiker am 14.03.2019 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Präzisieren, nicht vernebeln

    Man möge jetzt noch differenzieren, welchen Ursprung die Schüler haben und welcher Art die Delikte nach Ursprung aufgeschlüsselt sind, dann hätten wir eine wirklich aussagekräftige Statistik. Aber das werden sie vor lauter Political Correctness tunlichst vermeiden.

  • Elsa am 13.03.2019 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Undifferenziert

    Ist die Studie nicht wertlos, wenn mutwilliges Zerstören, z.B. Mistkübel anzünden, mit harmlosen Tätigkeiten, z.B. kleine Symbole irgendwo anzubringen, in einen Topf geworfen werden? Also, Buchstaben oder kleine Zeichnungen auf dem Pult in der Schule oder sonst wo zu hinterlassen war bereits vor Generationen üblich - Kilroy was here

  • Desert Eagle am 13.03.2019 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wir waren auch keine

    Waisenknaben. Aber zu mehr als "Grober Unfug" hat es nie gereicht.

  • Crashcar am 13.03.2019 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Was,..

    ..zum Teufel ist mit diesen Jugendlichen los? Wir hatten in unserer Jugend auch Cliquen, haben heimlich geraucht, gesoffen und sind nächtens heimlich abgehauen, um in der Disco Spaß zu haben. Aber keiner von uns hätte selbst im Vollrausch auch nur ansatzweise daran gedacht, etwas einfach so zu verwüsten oder zu zerstören. Außer einem Einzigen von dem wir schnell Abstand genommen haben....der hat gekifft und war auch sonst total irre. Ist heute ein leidenschaftlicher Grünwähler.