Stadt prüft

05. Mai 2019 13:10; Akt: 05.05.2019 13:10 Print

Wie viele wohnen in Linz in einer Nazi-Namen-Straße?

Linz lässt derzeit prüfen, wie viele "historisch belastete" Straßennamen es in Linz gibt. Schlimmstenfalls droht eine Vielzahl von Umbennungen.

Nachdem bekannt wurde, dass Franz Dinghofer NSDAP-Mitglied war, wird diskutiert, ob die Straße umbenannt werden soll. (Bild: Mike Wolf)

Nachdem bekannt wurde, dass Franz Dinghofer NSDAP-Mitglied war, wird diskutiert, ob die Straße umbenannt werden soll. (Bild: Mike Wolf)

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Müssen jetzt viele Linzer Straßen umbenannt werden?

Es wäre ein Mega-Aufwand. Für die Stadt. Und für die Bewohner der Straßen.

Man stelle sich das nur vor: Straßenkarten müssten geändert werden, Schilder müssten angefertigt werden. Hunderte (möglicherweise tausende) Bewohner würden eine neue Adresse bekommen.

Das könnte den Linzern jetzt tatsächlich drohen.

Denn: Die Stadt Linz um Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) lässt derzeit eine Historikerkommission prüfen, welche Straßennamen in der Landeshauptstadt "historisch belastet" sind.
Sprich: Welche Straßen z.B. nach Nazis benannt sind.

Dinghoferstraße nach Nazi benannt
Hintergrund, warum das jetzt überhaupt gemacht wird: Im März diesen Jahres hatte das Mauthausen Komitee zweifelsfrei nachweisen können, dass Franz Dinghofer (1873 bis 1956) Mitglied der Hitler-Partei NSDAP war (Mitglieds-Nummer: 8450902).

Und in diesem Zusammenhang stellte Komitee-Vorsitzender Willi Mernyi die (nicht ganz unberechtigte) Frage: Wäre es nicht gescheit, die Dinghoferstraße umzubenennen? Oder ist es okay, dass eine Straße nach einem Nazi benannt ist?

Im Ausschuss für Finanzen, Innovation und Verfassung schlug Walter Schuster, Direktor des Archivs der Stadt Linz, nun vor, eine Kommission einzurichten, in der die Namensgebung ALLER Linzer Verkehrsflächen überpüft wird.

Hunderte Straßennamen werden untersucht
Zur Info: insgesamt 1.148 Straßennamen in Linz gibt es – etwa die Hälfte davon ist nach Personen benannt.

"Untersucht werden nicht nur Straßennamen, deren Träger in Verbindung zur NS-Ideologie standen, sondern auch jene, die in Bezug auf Antisemitismus, Rassismus oder aus anderen Gründen problematisiert werden müssen", so die Stadt in einer Aussendung.

Ein Beispiel für eine Umbenennung gibt es bereits: 1986 bekam die Langothstraße, benannt nach einem NS-Bürgermeister, einen neuen Namen, heißt seither Kaisergasse.

"Jetzt sollen alle Straßennamen genauestens unter die Lupe genommen werden, damit erstmals eine Übersicht vorliegt, wie viele historisch belastete Straßennamen existieren", so Luger.

Politik entscheidet über Umbenennung
Wird dann auch gleich umbenannt? Nicht sofort! "Nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse soll in den politischen Gremien darüber entschieden werden, was mit den besonders belasteten Straßennamen geschehen soll", so die Stadt Linz.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A Wahnsinn am 05.05.2019 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gehe davon aus

    Das der Verfassungsschutz bereits gegen die Anrainer ermittelt!?

  • Frau Gertrude am 05.05.2019 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kommunisten sind die Guten, oder?

    In Wien, in der Brigittenau, wollen sie jetzt einen Platz nach einem Kommunisten benennen. Ist das besser?

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  • werner.s. am 05.05.2019 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu fassen

    Es wird immer wunderlicher....

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mal ehrlich am 06.05.2019 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    SPÖ Sturzflug unstoppable

    Hat die SPÖ in Linz keine wichtigeren Themen? Seit Jahren jetzt nur mehr boykottieren und blockieren, dazu Scheinverbesserungen ohne echten Wert. Lenin hochleben lassen in einem Atemzug, eine Farce dieser peinliche Haufen

  • Sucher am 06.05.2019 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder

    die Kinder die sich gegenseitig verletzen interessieren keinen , aber Straßennahmen bedrohen die Leute. Das ist ja alles so krank.

  • Kannitverstan am 06.05.2019 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Speiben

    wäre besser. Man hat noch immer nicht gelernt, die Geschichte Österreichs zu akzeptieren. Verdrängen ist der falsche Weg.

  • PICH am 05.05.2019 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Namen

    Wer hat die Straßennamen genehmigt? Wird der Betreffende jetzt wegen Wiederbetätigung verurteilt?

  • NipTuk am 05.05.2019 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das läuft völlig aus dem Ruder

    Was kommt als Nächstes? Verbot des 20.April? Eiernockerln? Autobahn? Der Roten sind mittlerweile völlig durchgedreht. Ziel ist die Zerstörung der Gesellschaft und Auslöschung unserer Identität.

    • Die Vergangenheit ist der Schlüssel am 05.05.2019 17:17 Report Diesen Beitrag melden

      So, so,...

      Die finstere Braune Zeit ist also unsere Identität? Nun, sie ist Teil unserer Vergangenheit, auch wenn sie, siehe die Artikelkommentare über den Pflichtbesuch von Mauthausen, manche diese Vergessen machen wollen um so die Reinkarnation dieser Zeit zu ermöglichen. Aber Identitätsstiftend ist noch viel mehr, als diese Jahre der Angst und des Schreckens, der Massenmorde an Unschuldigen! Jenen Personen, die genau das Unterstützt haben, gehört eine solche Ehre nicht, besser ist es, die Folgen zu sehen, damit man für die Zukunft lernt!

    • Ehklar am 05.05.2019 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Die Vergangenheit ist der Schlüssel

      Der Besuch in Mauthausen (Ich war noch nicht dort, bin aber im Bilde) ist erst sinnvoll, wenn man alt und reif genug dafür ist. Mauthausen gehört leider zu unserer Geschichte. Zu unserer Geschichte gehört aber noch viel mehr, meine Posts diese betreffend wurden nicht geschaltet. Wer eine Straße "bekommen hat" hat sich hoffentlich Verdienste dafür erarbeitet. Wenn dann "dunkle Seiten" zutage treten kann man gerne darüber reden. Aber dann müssten wir auch über Maria Theresia reden...

    • Mal ehrlich am 06.05.2019 17:48 Report Diesen Beitrag melden

      Keiner leugnet es

      Aber Lenin war besser? Hören Sie sich selbst und Ihrer ach so tollen Partei noch zu? Nein, keiner will die Zeit vergessen, aber jedes Land hat im Laufe der Geschichte grausame Zeiten erlebt und erleben Sie noch. Nur wir und die Deutschen kommen seit 70 Jahren nicht mehr aus dem entschuldigen raus. Fragen Sie mal Amerikaner, Russen oder sonstige Nationen ob sie sich für ihre Taten schämen! Keiner leugnet diese Zeit und was hier passiert ist, aber es ist trotzdem unsere Geschichte. Nicht zu vergessen hat dieser Krieg auch Millionen Österreicher geopfert

    einklappen einklappen