Critical Mass

03. September 2018 09:57; Akt: 04.09.2018 10:58 Print

Radler bei Demo verhaftet, heftige Kritik an Polizei

Wirbel um eine Polizeiaktion in Linz. Bei der Radfahrer-Demo "Critical Mass" wurde laut Veranstaltern ein Teilnehmer kurz verhaftet. Das sorgt für Kritik.

Polizeieinsatz bei der Critical Mass in Linz. Ein Teilnehmer wurde verhaftet und mitgenommen. (Foto: Critical Mass) (Bild: keine Quellenangabe)

Polizeieinsatz bei der Critical Mass in Linz. Ein Teilnehmer wurde verhaftet und mitgenommen. (Foto: Critical Mass) (Bild: keine Quellenangabe)

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Seit 10 Jahren treffen sich in Linz regelmäßig Radfahrer, um bei so genannten "Critical Mass" Radfahrten auf Anliegen von Radfahrern aufmerksam zu machen.

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Am Freitag kam es dabei in der Gruberstraße zu einem Zwischenfall. Laut "Radlobby OÖ" hätten Polizisten beinahe für eine Eskalation der Situation geführt.


17 Polizisten gegen Radler

"Laut mehreren übereinstimmenden Aussagen von Mitfahrenden haben letzten Freitag Polizeibeamte gleich zu Beginn in einem barschen Ton die Beendigung gefordert und dann gezielt die Radfahrt gestoppt. Die Festnahme eines Teilnehmers durch gleich 17 Polizisten ließ die Wogen hochgehen, und erscheint unnötig eskalierend", hieß es in einer Aussendung der Radlobby.


"Konnte sich nicht ausweisen"

"Die Teilnehmer halten sich nicht an Verkehrsregeln und fahren nebeneinander auf der Straße", rechtfertigte Karl Pogutter, Stadtpolizeikommandant von Linz.

Nach einem verbalen Streit wurde ein Radler mitgenommen, bestätigt Pogutter. "Er konnte sich nicht ausweisen und wurde deswegen mitgenommen. Das ist ein ganz normales Prozedere".

Ein Video von dem Vorfall zeigt allerdings laut OÖN auch, dass der Teilnehmer Fragen der Polizei nur zögerlich beantworten wollte. Die Veranstalter zeigten sich vom Vorgehen dennoch "entsetzt".

Gerhard Fischer, Vorsitzender der Radlobby OÖ, war bei der aktuellen Fahrt zwar nicht dabei. Er berichtet aber von einem Vorfall bei der letzten Ausfahrt im Juli dieses Jahres: "Die einzige negative Erinnerung, die ich an diese Fahrt habe, war ein Polizeiauto, welches auf Höhe des Radkonvois beim Hauptbahnhof plötzlich das Folgetonhorn eingeschaltet hat und bei dem die Beamten aus dem Fenster
heraus geschimpft haben, dann aber wieder weiter gefahren sind."

Die Radlobby sieht in dem Zwischenfall am Freitag nur den "Gipfel einer 'Aktion scharf' der Polizei gegen Radfahrer in Linz.

> Ende Mai wurde ein Radfahrer auf der Landstraße gestraft, weil er schneller als Schrittempo fuhr. Solche Kontrollen und Strafen dürften immer häufiger vorkommen, selbst im Morgengrauen bei wenig Verkehr wird von Radlern Schritttempo verlangt.

> Auf der Industriezeile wurde laut Radlobby ein Minderjähriger angehalten, weil er am Gehsteig radelte und nicht auf der Fahrbahn fuhr, wo allerdings der Schwerverkehr donnert.

> In der Haupstraße in Urfahr werden laut Radlobby Radler, die ein kleines Stück gegen die Einbahn fahren, gestraft.

Die Radlobby kritisiert weiter, dass dort, wo Radfahrer durch zu schnelle Autos gefährdet werden, nicht gestraft werde. Etwa bei der Nibelungenbrücke.

Die Radlobby fordert von der Polizei mehr "Fingerspitzengefühl".

Die Critical-Mass-Fahrt in Linz sorgte schon vor zwei Jahren für Schlagzeilen. Damals drehte ein Autofahrer durch, fuhr einen Radler an.

Hier das Video:

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(rep)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Angel66 am 03.09.2018 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    ...Spezial...nö

    Unsere POLIZEI ist schon in Ordnung! Die RADFAHRER glauben immer, dass sie besonders behandelt werden müssen....Verkwhrsregeln würden aber zur Sicherheit ALLER Verkehrsteilnehmer geschaffen!... Wer sich nicht daran hält, wird eben bestraft!.. was ist daran NEU oder ungerecht?

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  • Hermann am 03.09.2018 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Rechte und Pflichten

    Sorry aber Gratulation an die Exekutive! Demo hin oder her, manche verwechseln soeinen Event aber mit erlaubter radikaler Provokation. Ihr wollt das recht für die Demo, dann haltet euch an die Rahmenbedingungen.

  • Ich am 03.09.2018 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    POLIZEIBRICHTIG GEHANDELT

    Ist aber korrekt. Wenn der Minderjährige über 12 ist hat er am Gehsteig nicht mit dem Fahrrad zu fahren. Und gegen die Einnahm, wenn nicht gekennzeichnet, ist auch gegen die STVO und gehört bestraft. Egal ob es sich um 1m oder 100m handelt. Nur so können ge1isae Radfahrer erzogen werdeb

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Josef am 12.09.2018 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetzlose Radfahrer

    Interessant, wo die Radlobby meint, gegen Gesetze verstoßen zu dürfen. Am Gehsteig fahren ist erlaubt, da der Radler sich auf de Straße fürchtet - die Fußgänger sollen halt aufpassen. Autofahrer werden auch auf einsamen Landstraßen geblitzt, für uns Autofahrer ist so eine Kontrolle normal. Wenn ich mit dem Auto ein kleines Stück gegen die Einbahn fahre, werde ich auch gestraft. Sind die Radler eigentlich ausgenommen von der StVO?

  • Wolfgang Winkler am 12.09.2018 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    die Radlobby denkt offenbar nicht daran den Radlern zu empfehlen sich wie alle Bürger dieses Landes sich an Gesetz und Vorschriften zu halten ( Gehsteig, Einbahn, Zebrastreifen etc.)

  • Jack Bauer am 03.09.2018 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    Die Polizei verhängt Strafen bei rechtswidrigem Verhalten. Radlobby und Grünlobby schreien

  • yeyeyeye am 03.09.2018 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Solche d3pperten

    GEHsteig - darfst nicht beFAHREN Gegen die EINBAHN? Natürlich verboten Wollen die jetzt eine Ausnahme des Gesetzes?! Es gibt Einbahnen, welche "Ausgenommen Fahrräder" beschilderungen aufweisen, bei denen könns dagegen fahren sonst NICHT

  • oldboy am 03.09.2018 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Rücksichtslose Fahrer

    Ich fahre Rad und auch Auto, Rücksichtslose Fahrer gibt es auf beiden Seiten, leider. Radfahrer halten sich in Summe gesehen weniger an Verkehrsregeln als Autofahrer weil es leichter geht , zb. bei Rot über Kreuzung , fahren am Gehsteig usw. mit Auto ist das schwieriger.

    • Gerty am 10.09.2018 08:01 Report Diesen Beitrag melden

      Regeln gelten eben für alle

      Genau und das gehört eingestellt. Verkehrsregeln gelten eben auch für Radfahrer. Da hätte man schon länger durchgreifen müssen. Die glauben ja teilweise echt sie können tun was sie wollen ohne Konsequenzen.

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