Massentierhaltung

09. August 2017 19:07; Akt: 09.08.2017 19:56 Print

Tote Ferkel im Müll: Für Tierfabrik völlig normal

Die Bilder von Dutzenden toten Ferkel, die im Müll entsorgt wurden, schockieren derzeit das Netz. Für die Tierfabrik ist das allerdings ganz normal.

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Es ist Anfang Juni: Auf dem Areal einer südsteirischen Tierfabrik, in der Ferkel gezüchtet werden, werden Fotos aufgenommen, die hohe Wellen schlagen werden.

Auf den Bildern, die dem Tierschutzaktivisten Jochen Krieger laut eigenen Angaben zugespielt wurden, sind geöffnete Mülltonnen zu sehen, die bis oben hin mit den Kadavern von Ferkeln gefüllt sind.

Die toten Tiere stapeln sich, es müssen Dutzende, wenn nicht Hunderte sein. Krieger hat nach dem Anblick dieser Bilder Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Graz erstattet.

"Das Material zeigt massenhaft tote Schweine im Säuglingsalter, aber auch Tiere über 10 Kilogramm. Der Verdacht liegt hier nahe, dass aufgrund einer zu geringen Anzahl von Lüftungsmöglichkeiten die derzeitige Hitze zum Tod der Tiere durch Kreislaufversagen geführt hat", schreibt er.

Krieger erhebt den Verdacht der Tierquälerei. Der zuständige Amtstierarzt hat nach Bekanntwerden des Falls eine Kontrolle geplant. Vorher hält er aber fest: Grundsätzlich seien bei einem Betrieb dieser Größe hohe Zahlen an Totgeburten keine Seltenheit.

Achtung, das Video ist nichts für schwache Nerven!

Was sagt die Tierfabrik?
Franz Reinisch, Geschäftsführer der Styria Pig GmbH, meldet sich zu Wort: "Ich kann nachvollziehen, dass solche Bilder Außenstehende verstören", sagt er der "Kronen Zeitung".

Aber: Ein Betrieb, der jährlich 100.000 Ferkel "produziert", hat nun mal auch Ausfälle. Er rechnet vor: "Pro Woche werfen 45 Sauen im Schnitt je 15 Babys, davon sterben eines bis drei. Jede Woche 100 Ferkel ca. Von den 4.000 größeren Ferkeln werden sieben bis zehn pro Woche mittels Stromzange getötet, weil sie krank sind. Und im Hochsommer steigt die Anzahl der Ferkel, die von den Müttern erdrückt werden."

Das macht grob gerechnet etwa 5.000 tote Tiere im Jahr (zum Vergleich: 100.000 "überleben"). "Natürlich ist das unschön, wenn die Tiere noch nicht abgeholt wurden. Aber wir arbeiten sauber und haben nichts zu verbergen", sagt Reinisch zur "Kleinen Zeitung". Er ist zuversichtlich, dass die Anzeige keine weiteren Konsequenzen für die Fabrik hat.

Für den Geschäftsführer der Tierfabrik ist das also völlig normal. "Ich bin da ehrlich, das ist die Wirklichkeit. Die würde anders ausschauen, wenn die Leute kein Fleisch essen."

Die Styria Pig GmbH ist mit dem AMA-Gütesiegel versehen. Der Betrieb in Neudorf an der Mur im Bezirk Leibnitz ist die größte Ferkelzuchtanlage der Steiermark.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • martin k. am 09.08.2017 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    so iss es

    weniger Fleisch essen das einzige was wirkt und hilft

  • Tarkov am 09.08.2017 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Und warum werden sie erdrückt?

    Weil zuwenig Platz ist?

    einklappen einklappen
  • Pferdetaxi am 09.08.2017 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist eben "industrielle Tierzüchtung!

    Sind wir froh, dass diese Tiererzeuger noch etwas Charakter haben und die verendeten Tiere im Müll und nicht in der Wurst landen!

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • 1002Himmelszelt am 10.08.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Folterlager für Tiere

    "Tierfabrik" oder Tier-KZ ist der richtige Ausdruck, für diese gewissenlose unmoralischen psychopathischen Protifgeier sind doch Tiere nichts anderes als tote Dinge ohne Seele, die sich bewegen. Und wenn die Verantwortlichen könnten wie sie wollten, würden sie mit Menschen gleich verfahren. (Haben die im NS ja auch, und vermutlich dasselbe Bild in z.B. Nordkorea...) Pech, solange die Justiz funktioniert, die das für Menschen verbietet, haben sie bei uns darin Hemmungen.

  • Lilly am 10.08.2017 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach auf Fleisch verzichten

    Wieder ein Grund, warum ich vegetarisch lebe... Fleisch essen könne sie, aber dann schockiert sein, wenn man sowas liest..

  • Gabi am 10.08.2017 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch aber wahr

    Da hat der Geschäftsführer leider recht. Ich bin neben einem kleinen Bauernhof auf gewachsen. Und dort spielt es sich auch so ab. Es ist zum wohle der überlebenden, damit sich Krankheiten nicht ausbreiten. Und war erdrückt die Sau die Säuglinge? Weil zu wenig Platz ist? Nein, weil die Sau dumm ist. Die Sau dreht sich schon mal um beim Säugen der Jungtiere und erdrückt das ein oder andere Ferkel. Ist so! Und falls jetzt irgendein Grüner wieder zum Hetzen anfängt: Mir egal - man kanns eh niemanden recht machen.

    • 1002Himmelszelt am 10.08.2017 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Gewissen

      Jetzt frage ich mich, warum im Freien lebende Saue oder Wildschweine ihre Jungen nicht erdrücken? Schweine sind übrigens so intelligent wie Hunde. Die einzigen, die dumme, gewissenlose Mörder sind, sind die Menschen.

    einklappen einklappen
  • Kasi am 10.08.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ferkel

    diese zuchtbetriebe gehören geschlossen!!schweine sind intelligente tiere die so eine behandlung nicht verdient haben!! gleiches gilt für betriebe die hühner,rinder usw. züchten!!!schuld ist die eu weil sie diese großbetriebe stark gefördert werden!

  • pipolo am 10.08.2017 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    unsinn

    Wo sind die Aufschreie der Tierfreunde, der Grünen, der Veganer, der Tierschützer, der Politiker, der Kirche?