Verteilung funktioniert nicht

27. Juni 2016 11:47; Akt: 03.07.2016 03:40 Print

Flüchtlinge wollen nicht nach Polen oder Bulgarien

Asylwerber auf alle EU-Staaten gerecht verteilen - das fordern Politiker schon seit Langem, doch die Realität sieht anders aus. Denn die meisten Flüchtlinge weigern sich nach Polen, Slowakei oder Bulgarien zu gehen, sie wollen lieber nach Österreich, Deutschland und Schweden.

 (Bild: Helmut Graf)

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Asylwerber auf alle EU-Staaten gerecht verteilen – das fordern Politiker schon seit Langem, doch die Realität sieht anders aus. Denn die meisten Flüchtlinge weigern sich nach Polen, Slowakei oder Bulgarien zu gehen, sie wollen lieber nach Österreich, Deutschland und Schweden.


Verzwickte Situation: Schon seit Beginn der Flüchtlingskrise wird verlangt, dass Asylwerber auf alle Staaten der EU fair aufgeteilt werden sollen. Bis jetzt leere Worte, doch das Vorhaben scheitert nicht immer nur an den Ländern, die keine Asylanten aufnehmen wollen. Viele Flüchtlinge weigern sich, in bestimmte Staaten zu gehen.

Österreich, Deutschland und Schweden

Die Traumziele der meisten Flüchtlinge sind und bleiben Österreich, Deutschland und Schweden. Die meisten wollen gar nicht in andere Länder gebracht werden. Besonders unbeliebt sind Länder wie Polen, Slowakei, Bulgarien, Litauen und Lettland, sogar der reichste Staat der EU, Luxemburg, ist für viele Asylanten ein No-Go.

Verteilung funktioniert nicht

Die EU-Kommission bestätigt in einem Bericht, dass die Verteilung der Flüchtlinge nicht richtig funktioniere. Viele Staaten weigern sich immer noch Flüchtlinge aufzunehmen und einige Asylwerber wollen einfach nicht in bestimmte Länder gebracht werden.

Lediglich vier (!) Personen sind bisher nach Bulgarien umgesiedelt worden, es gibt aber 1.302 freie Plätze. Nach Polen oder in die Slowakei kam überhaupt kein Flüchtling (je 100 freie Plätze). Auch die Baltischen Staaten sind anscheinend sehr unattraktiv für eine Umsiedlung. Nach Litauen kamen sechs (250 frei Plätze) und nach Lettland 23 (491 freie Plätze). Sogar Luxemburg ist nicht sehr beliebt, nur 71 Asylwerber wurden bisher in das reichste Land der EU umgesiedelt (150 freie Plätze).

Umsiedlung von Flüchtlingen:

Polen: 0 (100 freie Plätze)

Slowakei: 0 (100 freie Plätze)

Bulgarien: 4 (1.302 freie Plätze)

Litauen: 6 (250 freie Plätze)

Lettland: 23 (491 freie Plätze)

Rumänien 35 (715 freie Plätze)

Luxemburg: 71 (150 freie Plätze)

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