Innsbruck

06. Oktober 2017 12:51; Akt: 06.10.2017 13:35 Print

Obdachlose dürfen nicht mehr im Freien schlafen

Jetzt ist es beschlossene Sache: In Teilen der Innsbrucker Innenstadt wird das Übernachten im Freien verboten. SPÖ und Grüne üben Kritik.

Laut Erhebungen von Sozialvereinen trifft das Verbot rund 300 Obdachlose, darunter etwa 60 Frauen. (Bild: imago stock & people)

Laut Erhebungen von Sozialvereinen trifft das Verbot rund 300 Obdachlose, darunter etwa 60 Frauen. (Bild: imago stock & people)

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Der Gemeinderat von Innsbruck hat in der Nacht auf Freitag das Nächtigungsverbot beschlossen. Damit ist es in Teilen der Innenstadt untersagt, im Freien zu übernachten. Die Rede ist von 300 Betroffenen.

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Die Liste der Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer Für Innsbruck, ÖVP, FPÖ und Liste Rudi Federspiel stimmten dafür. Dagegen stimmten hingegen die Grünen, die SPÖ, der Mandatar der "Piraten" und Elfriede Moser.

Laut Bürgermeisterin Oppitz-Plörer wolle man damit gegen die Verunreinigungen und Geruchsbelästigungen angehen, die aufgrund der Notdurft entstehen, die Obdachlose nahe ihrer Schlafplätze verrichten.

Scharfe Kritik

Die Bettellobby Tirol verurteilte den Beschluss als "menschenverachtend". Es sei "beschämend und alarmierend", dass solche Maßnahmen im 21. Jahrhundert eingeführt werden.

Laut Gerhard Reheis, SPÖ-Klubobmann und Sozialsprecher im Tiroler Landtag, sei es keine Lösung, da es für die betroffenen Personen ohne festen Wohnsitz nicht ausreichend Alternativen gebe.

Die Grüne Gemeinderätin Kathrin Heis bezeichnete es als neuen "Tiefpunkt in einer länger und länger werdenden Liste an Verboten", die die Stadt ärmer an Mitmenschlichkeit, Freiheit und Vielfalt mache.

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(lu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sab. am 06.10.2017 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist eine Schande...

    Wie wäre es, wenn man in ganz Österreich einmal ordentliche Obdachtlosenheime mit ausreichenden Schlaf- und Waschplätzen für alle errichtet, anstatt Millionen für Flüchtlinge auszugeben... Kann es ja nicht sein... den Fremden wird das Geld nur so hinterher geworfen und für die eigenen Leute ist nichts da!

  • RobinH am 06.10.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nächtigungsverbot im Freien

    Wer will schon freiwillig, egal ob´s regnet, stürmt oder schneit, im Freien übernachten, ohne Dach über dem Kopf, ohne Heizung, WC und/oder Waschgelegenheit...? Ein menschenverachtendes Verbot ohne Alternative? Gratulation an die Verantwortlichen! Wenn dafür das notwendige "Geld der Steuerzahler" frei gegeben würde, wäre das mal eine sinnvolle Aktion, die nicht nur Wählerstimmen bringen würde.

  • Anton Z am 06.10.2017 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schämt's Euch

    Armes Österreich! Wir haben für so manches Unnützes genug Gelder.... Aber für die Ärmsten unter uns nicht mehr viel übrig! Wo ist der Zusammenhalt der Politik?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Eaglehawk am 06.10.2017 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wegschauen löst kein Problem

    Etwas verbieten ist schön und gut - aber nur wenn es bessere Lösungen gibt. Wenn jeder von uns ein warmes Dach übern Kopf hat - aber wir verwechseln die Obdachlosen mit den "importierten" Bettlertouristen, die gut organisiert sind. Die Obdachlosen passen halt nicht auf Postkartenmotive, da versteht man Innsbruck natürlich. Auch wenn wir etwas nicht sehen wollen - existiert es dennoch. Ebenso wenn man Drogenhotspots "reinigt" und das Problem einfach verteilt.

  • Ist Er am 06.10.2017 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Mag.

    Das ist doch sogar im Sinn der Obdachlosen entschieden (das Übernachten im Freien ist im Winter sicher kein Spaß) und im Sinn der Anrainer (wollen Sie Urinpfützen vor der Haustür), außerdem ist die wunderschöne Altstadt von Innsbruck ein Fremdenverkehrsmagnet und schließlich ist der Fremdenvetkehr eine wichtige Einnahmequelle. Wenn die Grünen wieder einmal dagegen sind, sieht man nur, dass sie nicht die Interessen der Bevölkerung vertreten!

  • Anton Z am 06.10.2017 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schämt's Euch

    Armes Österreich! Wir haben für so manches Unnützes genug Gelder.... Aber für die Ärmsten unter uns nicht mehr viel übrig! Wo ist der Zusammenhalt der Politik?

  • RobinH am 06.10.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nächtigungsverbot im Freien

    Wer will schon freiwillig, egal ob´s regnet, stürmt oder schneit, im Freien übernachten, ohne Dach über dem Kopf, ohne Heizung, WC und/oder Waschgelegenheit...? Ein menschenverachtendes Verbot ohne Alternative? Gratulation an die Verantwortlichen! Wenn dafür das notwendige "Geld der Steuerzahler" frei gegeben würde, wäre das mal eine sinnvolle Aktion, die nicht nur Wählerstimmen bringen würde.

  • Sab. am 06.10.2017 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist eine Schande...

    Wie wäre es, wenn man in ganz Österreich einmal ordentliche Obdachtlosenheime mit ausreichenden Schlaf- und Waschplätzen für alle errichtet, anstatt Millionen für Flüchtlinge auszugeben... Kann es ja nicht sein... den Fremden wird das Geld nur so hinterher geworfen und für die eigenen Leute ist nichts da!