Oma vor versperrter Tür

27. Februar 2015 10:29; Akt: 27.02.2015 12:12 Print

Zweijähriger in Tiroler Kinderkrippe vergessen

Als Großmutter Karin K. am vergangenen Donnerstag Enkerl Julian von der Kinderkrippe in Hall in Tirol abholen wollte, stand sie vor verschlossenen Türen. Betreuer hatten den zweijährigen Buben vergessen. Der Hausmeister rückte an und befreite das schluchzende Kind.

 (Bild: Fotolia.com)

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Als die Oma gegen 16.30 bei der Kinderkrippe Zipfelmütz' eintraf und mehrmals läutete, öffnete niemand. Sie habe ihren Enkel aber schluchzen gehört. Daraufhin verständigte sie die Einsatzkräfte. Ihr gelang es, Julian zum Briefschlitz der Eingangstür zu locken.

"Mit seinen Patschen und seiner Hose in der Hand ist er dagestanden. Ganz verloren und mit roten Augen. Das Bild werde ich nicht vergessen". Er habe ihren Finger festgehalten und "sich schnell beruhigt", sagte die Frau laut "Tiroler Tageszeitung".

Hausmeister befreite Buben

Als die Rettungskräfte mit Sirenen und Blaulicht anrückten, bemerkte der im ersten Stock wohnende Hausmeister den Lärm und sperrte auf. Endlich konnte die Oma den bedauernswerten Buben in die Arme schließen. Mutter Birgit K. nahm ihren Sohn nach dem Vorfall aus der Krippe und hat einen anderen Platz für ihn gefunden.

"Was vorgefallen ist, ist sehr bedauerlich. Es war eine Verkettung von unglücklichen Umständen und ist leider passiert", erklärte Kerstin Egger von der Volkshilfe Tirol der "Tiroler Tageszeitung". Julian hätte angeblich schon um 14 Uhr abgeholt worden sollen, da die Krippe an diesem Tag früher schloss.

"Wir trösten uns damit, dass dem Kind nichts passiert ist", sagte Egger. Die Volkshilfe bestreitet die Anschuldigung der Mutter, wonach sie noch immer auf eine Entschuldigung warte.

Anzeige erstattet

Der Kinderkrippe und ihren Mitarbeitern drohen trotzdem Konsequenzen. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht, ein Bericht an die Bezirkshauptmannschaft wurde übermittelt.

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