Vier Tote in Vorarlberg

20. Juli 2018 15:29; Akt: 20.07.2018 15:30 Print

Polizist ignorierte Notrufe zu Familien-Mord: Gefeuert

Das Blut-Drama von Hohenems, bei der eine gesamte Familie starb, hätte vielleicht verhindert werden können. Ein Polizei-Sachbearbeiter wurde nun entlassen.

(Symbolbild) (Bild: Archiv)

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Im September 2017 soll ein 38-Jähriger Familienvater in Hohenems seine vier und sieben Jahre alten Töchter und im Anschluss seine Frau erstochen haben. Der türkischstämmige Mann stürzte sich anschließend aus dem Fenster – "Heute" berichtete.

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Hätte das Blut-Drama verhindert werden können? Möglicherweise, denn der Notrufsachbearbeiter der Polizei schickte in jener verhängnisvollen Nacht erst nach dem fünften (!) Anruf eines Nachbarn einen Streifenwagen.

Die Polizisten waren erst kurz vor 5.00 Uhr Früh am Tatort, fanden die Leichen der Kinder und der Mutter in der Wohnung und den toten Killer auf dem Vorplatz der Wohnanlage. Das war eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf um 4.24 Uhr. Ein Nachbar hatte dem Sachbearbeiter zu erklären versucht, dass der Mann trotz eines Betretungsverbots mit der Frau stritt und die Kinder nach ihrer Mutter riefen.

"Sehr hartes Urteil"

Der Polizist von der Notruf-Hotline wurde nach dem Drama suspendiert. Das Disziplinarverfahren des Innenministeriums ist nun abgeschlossen, der Beamte wurde entlassen. "Ein sehr hartes Urteil. Es gibt keine höhere Strafe im Disziplinarrecht", so Stefan Morscher von der Landespolizeidirektion Vorarlberg gegenüber dem ORF.

Die Entlassung erfolge aufgrund von zwei Punkten. Das Ansehen der Polizei müsse gewahrt bleiben und Weisungen, wie sich Beamte im Dienst zu verhalten haben, befolgt werden. Die Maßnahme ist nicht rechtskräftig. Der Polizist kann beim Bundesverwaltungsgericht in Berufung gehen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geri am 20.07.2018 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht !

    Ist gerecht ! Wenn so ein Anruf eingeht sollte doch Sicherheitshalber eine Streife hingeschickt werden ! Spätestens beim zweiten Anruf ! Das ist ja ein ähnlicher Fall wie in Deutschland mit der Vergewaltigung auf dem Campingplatz ! Also in solchen Fällen wären Kündigungen angebracht !

  • Bine am 20.07.2018 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    In wien dauerts ewig

    Net die polizei rufen ..die feuerwehr ist schneller,

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  • Sicherlich am 21.07.2018 03:17 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch

    Diese Person soll zur Mithilfe zum Mord angeklagt und verurteilt werden.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • G.Meiner. am 24.07.2018 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Behinderung oder Unterl. Hilfeleistung

    Wenn eine Streife nach dem vierten Anruf des Nachbarn,der über die Fakten gut informiert war und diese auch beim ersten Anruf benannte erst ausrückt, weil der Nachbar nicht die Notrufnummer, sondern die Lokale Tel.Nummer wählt, dann liegt hier m Erachtens sogar eine Behinderung oder zumind. Unterlassene Hilfeleistung durch den Sachbearbeiter vor.

  • Lili am 21.07.2018 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Lili

    Da steht es ist nicht rechtskräftig

  • Rainer Winkler am 21.07.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die Polizei (re)agiert

    Und genau dieser Vorfall bestätigt wieder einmal eindrücklich meine Auffassung des Systems. Denn in den allermeisten kann die Polizei kein Verbrechen verhindern, sondern es nur im Nachhinein aufklären. Was bringt das den Toten? Genau nix! Deshalb sollte man sich nicht auf die Polizei als Freund und Helfer verlassen. Wenn einer mit einem Messer vor dir steht und auf dich losgehen will, hast du dann die Zeit, die Polizei zu rufen und einen Anfahrtsweg von einer halben Stunde auszuharren? Nein. Trotzdem wird einem vorgepredigt sich immer auf die Polizei zu verlassen. Meiner Meinung nach Heuchelei

  • Sicherlich am 21.07.2018 03:17 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch

    Diese Person soll zur Mithilfe zum Mord angeklagt und verurteilt werden.

    • Alex am 21.07.2018 09:36 Report Diesen Beitrag melden

      An Sicherlich

      Seh ich auch so. Der verliert nur seinen Job und hat eine ganze Familie auf dem Gewissen.

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  • Siggi am 20.07.2018 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Momentaufnahme

    Wo sind die Details? Wie oft hat diese Familie und die Nachbarn vorher schon bei der Polizei angerufen. Was ist dann jedes Mal passiert als die Polizei angerückt ist? Wäre ja nicht ungewöhnlich, dass die Frau dann zum Mann geholfen hat, wenn die Polizei ihn mitnehmen wollte, das kommt in diversen Kulturkreisen vor.

    • Barbara am 21.07.2018 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Siggi

      Also ich finde aber das es wurscht ist wie oft Die Polizei vielleicht schon dort war. Gerade deshalb, weil Gewaltbereitschaft bestand !! JEDER Notruf ist ernst zu nehmen, vorallem wenn Kinder da sind und ein Mensch um Hilfe schreit. Lieber 1 mal mehr als weniger ! Ich hoffe für sie das die nie in solch eine Situation geraten..... egal mit welchen Details

    • Siggi am 21.07.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Barbara

      Auch die Polizei hat limitierte Ressourcen. Was denken Sie wie oft die in der Nacht wegen derart ausrücken müssen. Die sitzen nicht und warten im stillen Kammerl, dass was passiert. Wenn Sie selbst JEDEN Notruf ernst nehmen wollen, dann gehen Sie bitte und bewerben sich bei der Polizei.

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