Wegen Umbau "Residenz Zögernitz?"

14. August 2018 10:29; Akt: 14.08.2018 11:11 Print

"Illegaler" Wintergarten soll nach 26 Jahren weg

Die Eltern von Franziska F. (55) verbauten 1992 in ihrer Eigentumswohnung ohne Baugenehmigung einen Balkon zum Wintergarten. Nun ist die Bausünde aufgeflogen.

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Seit dem Ableben ihrer Mutter im Jahr 2016 ist Franziska F. (55) Eigentümerin einer Wohnung im 4. Stock der Döblinger Hauptstraße 80 (Döbling). Dabei hat Frau F. aber nicht nur die Wohnung, sondern eine "Bausünde" geerbt. "Das Haus wurde 1971 erbaut, meine Eltern sind kurz darauf eingezogen. Im Jahr 1992 hatten sie dann die Idee, den Balkon zu überdachen und zu verglasen und so zu einer Loggia umzubauen", erzählt Frau F.

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Baustelle gibt Blick auf "Bausünde" frei

Dabei "vergaßen" die Eltern allerdings darauf, für die, der Heiligenstädter Straße zugewandten Umbau – tatsächlich handelt es sich dabei um einen Wintergarten – eine Baugenehmigung einzuholen. 26 Jahre lang war das kein Problem. Dies hat sich nun aber geändert. Grund für die Entdeckung der "Bausünde" könnte der Baustart bei der angrenzenden historischen "Residenz Zögernitz" in der Döblinger Hauptstraße 76-78 (Döbling) sein.

Denn schon bei der Präsentation der Pläne – hier soll in den nächsten Jahren der denkmalgeschützte Bereich revitalisiert und im hinteren Bereich des Areals ein Terrassenhaus mit 48 Eigentumswohnungen sowie ein Design-Hotel mit 18 Zimmern errichtet werden – hatten diese bei den Anrainern für Kritik gesorgt – "Heute" hat berichtet.

"Vorschriftswidrige Baulichkeit"

Durch die Aufregung dürfte auch jemanden der unrechtmäßige Wintergarten aufgefallen sein. Im Dezember bekam Frau F. einen Brief der Baupolizei, der über die Anberaumung einer öffentlichen Verhandlung informierte, im März folgte der Bescheid, wonach der Wintergarten zu entfernen ist.

Das Haus liege in einer Schutzzone und weil bisher keine Baubewilligung erwirkt wurde, sei die "vorschriftswidrige Baulichkeit" zu beseitigen. "Der Wohnungseigentümer direkt unter mir hat denselben Bescheid bekommen, aber bei ihm sind nur die Fenster zu entfernen. Wenn ich alles auf den ursprünglichen Stand zurückbringe, habe ich nicht einmal mehr ein Dach", so Franziska F.

MA37: Inhaltlich noch nicht entschieden

Bei der Baupolizei bestätigt man das Verfahren wegen dem illegalen Wintergarten, inhaltlich entschieden sei aber noch nichts. "Frau F. hat versucht eine Baubewilligung zu bekommen. Leider wurden dabei einige Formfehler festgestellt, weswegen dieser nicht bearbeitet werden konnte. Wenn Frau F. aber die Einverständniserklärungen aller Grundeigentümer nachweisen und den Umbau inhaltlich gut begründen, könnte eine Ausnahme nach §69 durchaus möglich sein", erklärt der Leiter der MA37 Gerhard Cech auf "Heute"-Anfrage.

Man stünde der Wohnungseigentümerin gerne für weitere Gespräche zur Verfügung und unterstütze bei Bedarf auch bei der Vorbereitung für die Bauverhandlung, um gemeinsam eine sinnvolle Lösung zu finden, so Cech.

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(lok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ottakringer am 14.08.2018 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wies ist so ists

    Schwarz gebaut ist schwarz gebaut. Punkt. Auch wenn man in Döbling wohnt, steht man nicht über dem Gesetz.

  • Bauherr am 14.08.2018 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Genehmigung

    Mutig die Dame, mit diesem Anliegen zur Zeitung rennen, denn illegal ist nun mal nicht erlaubt, auch wenn es die Eltern waren, Pech gehabt. Wäre sehr ungerecht den andere n gegenüber, die alles rechtens machen.

  • Alex am 14.08.2018 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wien braucht Geld

    Bei dem Schuldenstand ist jeder MA alles recht um irgendwie an Geld zu gelangen. Also bei einer EIGENTUMSWOHNUNG eine "vorschriftswidrige Baulichkeit" zu beanstanden grenzt aber jetzt schon an Peinlichkeit hoch 26, wenn man die Jahre heranzieht. #NEUWAHLENinWIENsofort

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mieter am 15.08.2018 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht rechtens, aber

    stört wirklich niemanden, nur die Neider. Dem Haus hats sicher auch nicht geschadet, dass der Regen nicht auf den Balkonboden tropfte... eher positiv. Bei Mieter unterhalb ist auch eine Verbauung. Ist wie mit Sat-Schüsseln.. Glaube kaum dass dieses Haus unter Denkmalschutz steht.

  • Chris am 14.08.2018 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Und weiter?

    Sie kann die Papiere nachreichen und eine Genehmigung erhalten, also wozu jetzt der Artikel? Ich meine was soll der jetzt aussagen? Dass schwarz bauen verboten ist? Oder die Baupolizei ihre Arbeit macht und die Eigentümer 26 Jahre lang Glück gehabt haben? Sinnlos.

  • Bauherr am 14.08.2018 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Genehmigung

    Mutig die Dame, mit diesem Anliegen zur Zeitung rennen, denn illegal ist nun mal nicht erlaubt, auch wenn es die Eltern waren, Pech gehabt. Wäre sehr ungerecht den andere n gegenüber, die alles rechtens machen.

  • Laura am 14.08.2018 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Illegale Bautätigkeit

    Mit dieser Baulichkeit verschaffen sich Leute illegal eine Wohnungsvergrößerung, zahlen aber bei den Betriebskosten nur für die eigentlichen m2. Auch hat die Struktur ein Gewicht und könnten den ganzen Balkon zum Abstürzen bringen. Nur, warum hat die Hausverwaltung so lange geschwiegen? Baubewilligungen kosten ein paar , da wird die Stadt nicht reich davon.

    • Karin Neuer am 20.08.2018 19:05 Report Diesen Beitrag melden

      Frau

      Warum die Hausverwaltung? Was hat die damit zutun? Im Eigentum gibt so etwas wie Eigenverantwortung.

    • Lara Simon am 21.08.2018 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      Eigenverantwortung

      Stimmt! Sehe ich auch so!

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  • Ottakringer am 14.08.2018 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wies ist so ists

    Schwarz gebaut ist schwarz gebaut. Punkt. Auch wenn man in Döbling wohnt, steht man nicht über dem Gesetz.