Fotograf über Urteil

30. März 2018 16:30; Akt: 30.03.2018 17:18 Print

"Vergewaltigung ist in meiner Welt kein Spaß"

Der 23-Jährige "Sittenwächter" bekam eine 5-monatige Haftstrafe, kommt aber bereits im nächsten Monat wieder auf freien Fuß. Busek, der den Vorfall filmte, zeigt sich wenig begeistert.

Thomas Busek (kl. Bild) filmte die Szene am Teich mit. (Bild: picturedesk.com)

Thomas Busek (kl. Bild) filmte die Szene am Teich mit. (Bild: picturedesk.com)

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"Hab ich jetzt fünf Monate bekommen?", fragte Shamil I. nachdem das Urteil verkündet wurde. Die Richterin nickte. Ganz so stimmte das aber nicht: Vier Monate saß der selbsternannte "Sittenwächter" bereits in U-Haft. Somit kommt er Ende April wieder auf freien Fuß.

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Ein mildes Urteil, in Anbetracht dessen, dass er wegen drei Fällen angeklagt wurde: Nötigung, Morddrohung und versuchte Körperverletzung. Thomas Busek, der den Vorfall am Badeteich mitfilmte, hinterfragt aber nicht das Urteil, sondern was anderes: "Darf ein Mensch, der bereits mehrmals wegen schwerer Verbrechen verurteilt wurde, der andere verprügelt, mit Vergewaltigung und mit dem Tode bedroht, um Schutz in Österreich ansuchen?" Seiner Meinung nach müsste die Bevölkerung vor Shamil I. geschützt werden.

"Das ist kein Spaß"

Im Prozess spielte der Angeklagte die Situation immer wieder herunter. Ihm wurde vorgeworfen, einer Dame mit Vergewaltigung gedroht zu haben. Sie lag nur mit Unterhose bekleidet am Ufer eines Teichs. Shamil I. vor Gericht: "Ich habe sie gebeten, dass sie sich anziehen soll. Warum ich das mit der Vergewaltigung gesagt habe weiß ich nicht."

Busek wollte er nicht treten, meint er. Er hätte lediglich auf seinen Oberschenkel geklopft. "Wenn ich trete, schaut das anders aus", das zeigte er der Richterin dann auch im Saal vor.

Weiter soll er einem Kassierer einer Drogerie-Kette mit dem Tod gedroht haben. "Das stimmt nicht", die knappe Antwort von Shamil I.

Busek hingegen wollte nicht, dass die Sache heruntergespielt wird. Bei seiner Aussage richtete er sich auch direkt an den Angeklagten: "Wenn man einer Frau mit Vergewaltigung droht und jemanden einen Felsen herunter treten will, dann ist das in meiner Welt kein Spaß!"

Kassierer hatte sichtlich Angst

Im Gegensatz zu Busek, der kein Problem mit der Konfrontation mit dem Angeklagten hatte, tat sich der Kassierer der Drogerie-Kette schwer. Er wollte nur aussagen, wenn Shamil I. aus dem Saal gebracht wird.

Der Kassierer war mit seinen Nerven völlig am Ende und erklärte immer wieder, dass er "keine Probleme" haben und einfach nur ein "normales Leben" führen möchte. Auf die Frage des Verteidigers, ob sich der Kassier von seinen Fragen unter Druck gesetzt fühlt, antwortete der Mann: "Nein, aber von der Situation".

Die Richterin erlöste den Kassier schließlich und beendete die Zeugenaussage. Wenige Minuten später wurde dann das Urteil gefällt. Rechtskräftig - Shamil I. akzeptierte dieses nämlich.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Möbelhaus am 30.03.2018 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wird spannend

    wenn der Teufel aus dem Häfn draussen ist...dann wird er erst richtig anfangen...und die Richter werden halt wieder einmal meinen, daß man ihn verstehen muß wo er doch geflüchtet ist....

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  • Ludwig am 30.03.2018 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm... Freibrief?

    Unsere Justiz reagiert erst, wenn wirklich was passiert und es zu spät ist. Ach, Moment mal - wie wir seit Kurzem wissen, passiert dann ja auch Nichts. Ich bin froh, dass ich keine Frau bin, denn man weiß ja nie, wann man auf einen Sittenwächter oder gewaltbereiten Notstandigen trifft. Sowas gehört nicht in Haft, sondern zurück zum Absender. Warum darf so ein Mensch bei uns bleiben?

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  • Anton K. am 30.03.2018 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Altmodische Art

    Dieses Urteil ist eine Farce!!!!! Alle diese Weichgespülten sollten Mal auf der eigenen Haut erleben wenn ein sogenannter "Sittenwächter" auf sie los geht! Das ist ja nur eine gelungene Ausrede um anderen Menschen etwas antun zu können. Wird Zeit das sich die Einheimischen mal zusammentun um den Herrschaften Benehmen beizubringen. Aber auf die altmodische Art.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • aref am 31.03.2018 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kriminelle Flüchtlinge

    Die kriminellen Flüchtlinge drehen sich alles zurecht, wie es sie gerade brauchen und schon werden sie als "traumatisiert" eingestuft. Die wissen schon wie der Hase läuft.

  • Österreicherin Mutter am 31.03.2018 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Fr

    Wir Österreicher sind zu gutmütig,ich frage mich nur wie lange noch?

  • Aydin am 31.03.2018 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Parallelwelten finden nicht zusammen

    Es gibt aber zwei Welten! Den Islam und die demokratische Rechtsordnung.

  • Anyta am 31.03.2018 05:20 Report Diesen Beitrag melden

    Physisch

    Ja die sind alle traumatisiert und deshalb ist jedes Benehmen zu akzeptieren. Schuld sind ja nur wir! Wir die sie jeden Tag verführen und doch alles verstehen müssen. Was immer sie machen.

  • ray becker am 30.03.2018 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    der arme kerl ist doch traumatisiert. schön langsam sind wir von dieser aggressiven bereicherung auch schon so traumatisiert dass sich mal jemand dementsprechend wehren wird. binngespannt ob die justiz dann auch so mitfühlend entscheidet. ich hab eine tochter, da kenn ich keinen spass.