Wiener Haus des Meeres

05. Januar 2018 05:15; Akt: 04.01.2018 18:31 Print

Affenzirkus: Wer lauter schreit, hat recht

Im Wiener Haus des Meeres pflegen die Weißkopf-Sakis einen recht "angeregten" Kommunikationsstil. Studenten der Uni Wien führten nun Untersuchungen dazu durch.

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Im Wiener Haus des Meeres (Mariahilf) bewohnen zwei Weißkopf-Sakis das Tropenhaus. Weil den Mitarbeitern auffiel, dass sich das Brüderpaar "recht angeregt" mit Lauten verständigen, starteten sie eine Untersuchung. Dazu holte sich das Haus des Meeres Unterstützung bei der Universität Wien.

"Untersuchungen zu dem Thema sind nicht bekannt. So war es nur naheliegend die Erforschung der Lautäußerungen unserer beiden Besucherlieblinge einer dreiköpfigen Gruppe von Biologiestudentinnen der Universität Wien schmackhaft zu machen", erzählt der Direktor des Haus des Meeres, Dr. Michael Mitic.

Affenbrüderpaar wurde interviewt

Nun liegen die ersten Ergebnisse vor. Im Zuge von "Interviews" konnten bei der Untersuchung tatsächlich zumindest drei verschiedene Typen unterschieden werden, die man grob in ein Trillern, ein Quietschen und in ein Pfeifen durch die Nase einteilen kann.

Teilweise können die Laute sogar typischen Verhaltensweisen zugeordnet werden, aber nicht immer, erklärte Michelle Pelz aus der Gruppe der Studentinnen. Hier seien noch weiterführende Untersuchungen in unterschiedlichen Frequenzbereichen von Nöten, um mögliche Auffälligkeiten zu entdecken.

Getrillert wird am meisten

Die Untersuchung hat ergeben, dass bei den Weißkopf-Sakis am häufigsten getrillert wird. Und es zeigt sich, dass es vor allem der dominantere der beiden Brüder sei, der sich hiermit hervor tue. "Damit dürfte auch bei den Sakis eines klar sein, was auch für uns Menschen schon lang behauptet wird: Der, der am lautesten schreit, hat recht – und schafft an", schmunzelt Mitic.

Sakis sind "Nussknacker"s

Weißkopf-Sakis sind mittelgroße Affen, die im nördlichen Teil Südamerikas vorkommen. Mit rund 50 cm Körpergröße (mit Schwanz sogar über einen Meter), zählen sich zu den kleinsten Affen der Welt.

Die Männchen besitzen eine auffällige weiße Gesichtsmaske, während die Weibchen völlig grau gefärbt sind. Derzeit leben zwei Männchen als Teil eines europaweiten Nachzuchtprojekts im Tropenhaus des Wiener Haus des Meeres.

Zudem sind die süßen Affen mit dem buschigen Schwanz regelrechte Leichtgewichte. Männchen werden selten schwerer als 1,8kg. Die Sakis im Haus des Meeres sind noch etwas leichter, aktuell wird ihr Gewicht auf rund 1,5 kg geschätzt. Vom Alter her schlagen sie jeden Hund und jede Katze und können bis zu 35 Jahre erreichen.

Was die Ernährung anbelangt sind Sakis die Nussknacker unter den Affen. Sie bevorzugen Nüsse aller Art, die sie mit ihrem kräftigen Gebiss aufknacken. Darüber hinaus werden Pflanzenteile (Blätter, Blüten) und Obst gefressen, aber auch da bevorzugen sie die harten und eher unreifen Sorten.

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(lok)

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