Musste nie in Haft

26. Juni 2018 05:00; Akt: 26.06.2018 06:14 Print

Agonis A.: Erst 17 – aber schon dritter Raubprozess

Mit 15 der erste Raub, mit 16 schlich er sich bei einem Opfer ein und prügelte es halb tot. Mit 17 überfiel er einen Handyshop. Geht Agonis A. heute erstmals sitzen?

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Da hilft wohl nur noch Härte! Obwohl er schon zwei Mal wegen Raubes verurteilt wurde, musste der in Wien geborene Agonis A. bisher keinen einzigen Tag in Strafhaft. Bei seiner ersten Tat als 15-Jähriger bekam er lediglich eine bedingte Buße. Nur zehn Monate später schlich er sich in die Wohnung eines Mannes ein und prügelte ihn in einem erschütternden Gewaltexzess ins Koma.

Trotz "Home Invasion" blieb er frei

Wieder blieb er in Freiheit: Ein Jugendschöffengericht verurteilte ihn wegen schweren Raubes zwar zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren, doch sein Anwalt Philipp Wolm schlug Haftaufschub heraus. Grund: Agonis A. sollte die Möglichkeit bekommen, seine Lehre zu beenden, um nach dem Häf’n eine Zukunftsperspektive zu haben. Doch auch seine von Wolm ausgehandelte zweite letzte Chance nützt er nicht: Im Februar dieses Jahres soll der 17-Jährige mit zwei Freunden (ein dritter stand Schmiere) ein Handygeschäft im Wiener Donauzentrum überfallen haben.

Sechs iPhones erbeutet

Die vermummte Jugend-Gang ging äußerst brutal vor, bedrohte den Verkäufer laut Anklageschrift mit einer täuschend echt aussehenden Gas-Maschinenpistole, zertrümmerte zwei Glasvitrinen und steckten sechs iPhones (Wert: 3.310 Euro) ein. Die Burschen flüchteten unerkannt und flogen erst auf, als sie das Diebesgut weiterverkaufen wollten.

Nun drohen 7 ½ Jahre Häf’n

Während seine drei mutmaßlichen Komplizen zum Tatvorwurf geständig sind, schwieg Agonis A. bisher. Heute nimmt er – verteidigt von Philipp Wolm und Werner Tomanek – wieder einmal auf der Strafbank Platz. Am Wiener "Landl" drohen Agonis A. jetzt immerhin 7 ½ Jahre Haft. Sofern ihm Richterin Alexandra Skrdla nicht eine letzte Chance gibt – die dritte.

Agonis A. würde sie höchstwahrscheinlich nützen. Für den nächsten Coup. Für den 17-Jährigen und seine mutmaßlichen Komplizen (26, 17, 19) gilt die Unschuldsvermutung.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(coi)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mia am 26.06.2018 06:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt

    eigentlich die Anwälte von diesem "Gfrast". Wenn er diesmal wieder davonkommt, leben wir in keinem Rechtsstaat mehr. Dann kann jeder tun und lassen was er will.

    einklappen einklappen
  • Luna 2 am 26.06.2018 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raubprozess

    Hoffe er geht diesmal in Haft. Wo bitte ist da unsere Justiz, wo die Gerechtigkeit. Kann doch nicht sein, dass sich diese Kerle alles dürfen. Armes Oesterreich...

  • Pixelfanatic am 26.06.2018 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Chance

    Ist halt so. Wenn nichts passiert, lernt er auch nichts daraus - außer, dass ihm nichts passiert. Ist übrigens die vierte und nicht die dritte Chance. Solche Leute ändern sich nicht, wenn nicht hart durchgegriffen wird. Leider haben wir in Ö eine Streicheljustiz, wenn es um Jugendliche geht. Die Quittung wird uns jetzt präsentiert: immer jüngere Straftäter und steigende Gewalt an Schulen. Aber wir lernen da anscheinend auch nix draus.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sochal am 26.06.2018 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Good save die Rosarote Brille...

    Da bleibt einem die Spucke weg.... wofür braucht der eine Lehre, keine normale Firma würde den bei der Vorgeschichte einstellen. Aber so wie unser Staat drauf ist kommt der nochmal Straffrei davon....

  • Egon am 26.06.2018 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht aufregen!

    DAS ist die Rechtssprechung laut österreichischem Strafrecht. Herr Justizminister handeln SIE - ENDLICH!

    • Belze Bub am 26.06.2018 15:47 Report Diesen Beitrag melden

      Hr

      Es nützt nichts!!!Immer wieder seltsame Urteile

    einklappen einklappen
  • Lups am 26.06.2018 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staranwälte

    Mich wundert immer wieder wieso solche Menschen immer die besten und teuersten Anwälte haben. In diesem Fall gleich 2 Staranwälte?

  • Alex am 26.06.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Justiz versagt

    Unser Rechtssystem funktioniert leider nicht und das sieht man derzeit. Es gibt Täterschutz, aber für die Opfer interessiert sich niemand. Aber wie immer passiert in Österreich nix

  • Max Franz am 26.06.2018 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abschieben

    Und warum wurde der mit seinen Eltern noch nicht abgeschoben?

    • Da Simmeringa am 26.06.2018 09:53 Report Diesen Beitrag melden

      A "Österreicher"

      Weil er hier geboren und auf dem Papier Österreicher ist.....

    einklappen einklappen