Polizeieinsatz am Wiener Ring

05. Dezember 2018 13:15; Akt: 05.12.2018 13:18 Print

Protestaktion gegen "Burschibummel" vor Uni

Bei der Demo gegen den "Burschibummel" wurde auch gegen die Regierung ausgeteilt: "Lasst Nazis nicht regieren und niemals aufmarschieren", so eine der Parolen.

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Es hat schon Tradition, jeden Mittwoch um die Mittagszeit kommen deutschnationale Burschenschafter mit "Deckel" und Couleur beim sogenannten "Burschibummel" vor der Universität Wien zusammen. Ihr Ziel: der Siegfriedskopf im Arkadenhof des historischen Gebäudes an der Wiener Ringstraße.

Bereits 2014 forderte die ÖH Uni Wien ein Verbot dieser Treffen: "Es kann nicht länger akzeptiert werden, dass Rechtsextreme sich in der Art zur Schau stellen", hieß es damals in einer Aussendung. Andere, linksgerichtete Organisationen machen mit Protestaktionen ebenfalls gegen den "Burschibummel" Stimmung.

So auch am heutigen Mittwoch: Mit einer Standkundgebung demonstrierte die Wiener Organisation "Linkswende jetzt" vor dem Haupteingang des Universitätsgebäudes. Auf ihrer eigenen Homepage machen die Aktivisten Stimmung gegen die Burschenschafter – und die Regierung.

"Es ist schier unfassbar, mit welchem Aufwand die Polizei unter FPÖ-Innenminister Herbert Kickl und das Uni-Rektorat – noch dazu im Gedenkjahr 2018 – einen Aufmarsch von Neonazis und Burschenschaftern an der Universität Wien durchsetzen", heißt es da. Drei antifaschistische Gegendemos seien innerhalb weniger Stunden von den Behörden untersagt worden.

Vor Ort war das Polizeiaufgebot enorm. Ab der Staatsoper waren in Richtung Uni Einsatzfahrzeuge am Straßenrand zu sehen, Dutzende Beamten hatten rund um die Standkundgebung und an der Rampe, dem Haupteingang zum Gebäude, Stellung bezogen.

"Lasst Nazis nicht regieren und niemals aufmarschieren", lautete eine der Parolen der Demonstranten wie in deren Aufnahmen der Protestveranstaltungen zu sehen ist. Auch der Siegfriedskopf (siehe Diashow oben) solle endlich entfernt werden: "Nazi-Ikone raus aus der Uni!".

Umstrittenes Denkmal

Bei diesem handelt es sich um ein Gefallenendenkmal des Bildhauers und Nazi-Unterstützers Josef Müllner, das am 9. November 1923 durch die antisemitische "Deutsche Studentenschaft" in der Aula des Hauptgebäudes der Universität Wien aufgestellt wurde.

Im Zuge der Neugestaltung wurde der Siegfriedskopf in den Arkadenhof übersiedelt und unter einem Glassturz untergebracht. Auf diesem findet sich ein autobiografischer Erinnerungstext der jüdischen Schriftstellerin Minna Lachs.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 07.12.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkmalsturm?

    Wäre interessant ein wenig in die Zukunft blicken zu können, was für Denkmäler in fünfzig Jahren verschwinden sollten. Ich hätte da so Befürchtungen.

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  • Kannitverstan am 07.12.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkmalsturm?

    Wäre interessant ein wenig in die Zukunft blicken zu können, was für Denkmäler in fünfzig Jahren verschwinden sollten. Ich hätte da so Befürchtungen.